Hardcore Gravel und Bärentatzen
1. juni, Rumænien ⋅ ☁️ 19 °C
Das Hotel ist großartig, ich schlafe wie ein Stein und auch meine Erkältung wird langsam besser. Radfahren ist vielleicht gar keine so schlechte Therapie 😉
Heute ist es bedeckt, aber „almost dry“ und bei 15 Grad angenehm zu fahren. Erstmal durch den Ort, hier sind überall Storchennester, die Jungen anscheinend gerade geschlüpft. Wir sehen eine ganze Schar Störche auf dem Feld, bestimmt 20. Es geht über tolle Gravel Roads mit wunderschönen Ausblicken, erstmal immer am Fluss entlang, über eine Hängebrücke und Bahngleise. Mein Erfolgserlebnis heute: bergauf über Geröll an meinen schiebenden Kollegen vorbei zu fahren 🤩 Ich bin hier die Jüngste, und die anderen sind so viel fitter als ich!! Auf der Landstraße hängen sie mich bei einem Schnitt von 28 km/h (mit GRAVELbikes!!) ab und bergauf fahren sie total mühelos. In 10 Jahren will ich auch noch so fit sein!
Wir werden ein paarmal von Hunden verfolgt, meistens in der Nähe von Schafherden. Es ist nicht so schlimm wie erwartet, die meisten wollen nur spielen. Im Wald findet unser Guide Bärenspuren.
Wir fahren alles, was man sich vorstellen kann: „Champagne Gravel“ (festgefahren), Geröll, querfeldein über riesige Wiesen durch ein Gebiet mit uralten Eichen. Irgendwann habe ich einen Platten - nein, zwei. Gleich beide Reifen, das muss man erstmal hinkriegen. Aber effizient, so können wir beide Schläuche auf einmal wechseln und die Dornen aus den Mänteln ziehen.
Wir schauen uns einen (inaktiven) Vulkan an und einen wunderschönen See.
Gegen 17 Uhr erreichen wir Viscri (Deutsch-Weißkirch) und besuchen als erstes die Kirchenburg. Im 13./14. Jahrhundert erbaut und später als Festung mit zwei Ringen ausgebaut. So eindrucksvoll, heute liebevoll bepflanzt und ein Museum gibt es auch. Der Ort selbst ist seit 1999 UNESCO Weltkulturerbe und hat eine interessante Geschichte: von Siebenbürgener Sachsen erbaut als typisches Bauerndorf, sollte es unter Ceausescu zerstört werden, um auf den Flächen Landwirtschaft zu betreiben und die (nicht linientreuen?) Dorfbewohner in sozialistischen Siedlungen besser kontrollieren zu können. Die haben sich aber gewehrt, und da Ceausescu in 1989 - wie meine amerikanischen Kollegen sagen - „a bad day“ hatte, konnte das zum Glück verhindert werden. Mit Hilfe von Stiftungen - u.a. von King Charles, der mehrmals im Jahr vor Ort ist - wurden nach und nach die Gebäude restauriert und mittlerweile gibt es bei ca. 800 Einwohnern knapp 150 Ferienhäuser. Im Innenhof halten die Dorfbewohner ihre Tiere, wir sehen Hühner, Gänse…. und abends das Highlight, als die Kühe, viele mit Kuhglocken, von der Weide ins Dorf zurück kommen und jede ihn ihr Zuhause geht.
Unsere Zimmer sind traditionell eingerichtet in unterschiedlichen Gebäuden, alle gehören Walter, der hier geboren ist, fließend Deutsch spricht (klingt ein bisschen wie schwizerdütsch) und so viel zu erzählen hat! Er und seine Frau sind hier sehr aktiv im Erhalt der traditionellen Bauweise. Bei ihm essen wir traditionelle Küche, superlecker und viel von allem, mit selbst gebrauten Bier, eigenem Wein und selbstgebranntem Obstler.
Was für ein wunderbarer Tag - und riesiges Glück mit dem Wetter, es war warm und fing erst an zu regnen, als wir in den Häusern waren. Für morgen sieht es nicht ganz so gut aus, da brauchen wir noch ein wenig Glück.
🚴🏻♀️🚴🏽♂️🚴🏻♀️🚴🏽♂️🚴🏽♂️🚴🏽♂️ 68 km / 176 km
Hunde: viele
Bären: immer noch keine.Læs mere

























