• Lisa on Bike
  • Lisa on Bike

Radeln in Rumänien

A 15-day adventure by Lisa on Bike Read more
  • Trip start
    May 28, 2026

    Hamburg Airport

    May 28 in Germany ⋅ ☀️ 21 °C

    Nach einem Arbeitstag, an dessen Ende tatsächlich (fast) alle offenen Enden zusammengeknotet waren, geht es los - Abflug um 20 Uhr. Wizz Air nach Bukarest - die Besetzung 90% Männer, eine Mischung aus Balkan, Junggesellenabschieden und…. ein paar unauffälligen Menschen wie mir. 😂Read more

  • Bukarest

    May 28 in Romania ⋅ ⛅ 24 °C

    Der Flieger ist eigentlich vor der geplanten Zeit da, muss aber beim Landeanflug nochmal durchstarten. Bei der Landung wird dafür geklatscht - das hatte ich schon lange nicht mehr!

    Taxi ins Hotel, das ist gleich um die Ecke vom Palast - morgen ist erstmal Zeit zum sightseeing und dann landet auch der Rest der Reisegruppe. Hier hat es geregnet und es ist kälter als im sommerlichen Hamburg, das ändert sich hoffentlich noch!Read more

  • Erstmal ankommen.

    May 29 in Romania ⋅ ☀️ 17 °C

    Die Nacht war ein bisschen zu kurz, der Tag beginnt hier schon eine Stunde früher. Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg, Bestandsaufnahme. Erstmal zum Parlament, am Fluss entlang (schön) und an stark befahrenen Strassen (so froh, dass ich hier nicht Autofahren muss!!). Das Gebäude wurde vom “Independent” als “hideous but also sort of impressive” beschrieben, das trifft es ganz gut. Von Ceauşescu beauftragt, 1984-1997 erbaut, gibt es hier auf insgesamt 365.000 Quadratmetern einige geschmackliche Entgleisungen zu sehen. Mir fällt Gigantomanie ein, warum bloß…. ? Als ich ankomme, startet 10 Minuten später eine Führung auf Englisch, perfekt. Man kommt nur mit Ausweis rein, nach 1 Stunde und knapp 2 Kilometern Fußmarsch durch die Gänge bin ich wieder draußen. Da haben wir uns nur einen ganz kleinen Teil angesehen.

    Weiter geht’s in die Altstadt. Erstmal ein Eis, das ist fast so gut wie in Italien. Das Wetter ist übrigens auch ganz wunderbar. Da ich seit ein paar Tagen gegen eine Erkältung ankämpfe, mache ich eine kurze Siesta im Hotel. Am Nachmittag treffe ich Bob, Jerry, Maura und Stan, wir bauen Pedale an die bikes und ich habe auch meinen Sattel von zuhause mitgebracht.

    Zum Eingewöhnen radeln wir ca. 18 Kilometer durch die Stadt, durch einen Park und kommen gegen 18:30 Uhr - als mein Hunger kaum noch erträglich ist! - wieder am Hotel an. Auf dem Weg: viele Eindrücke einer richtig schönen und grünen Stadt! Kurze Abstimmung mit unserem Guide für morgen, und dann ungeduscht in die Pizzeria. Danach ist alles wieder gut.

    Schmiddy, den ich aus London kenne und der inzwischen hier lebt, kommt dazu - wir trinken noch ein Bier zusammen und tauschen Tipps und Erinnerungen an alte Zeiten.

    Bis jetzt gefällts mir richtig gut hier.

    🚴🏻‍♀️ 18 km, 44 hm
    Read more

  • Durch die Wallachei nach Transilvanien

    May 30 in Romania ⋅ ☁️ 18 °C

    Um 10 Uhr startet unser Transfer von Bukarest Richtung Norden, durch die Region Wallachei - mit unserem Guide Ionut, den bikes auf und am Kleinbus und bei viel Sonne. Es ist Samstag und ein langes Wochenende hier in Rumänien, ein Großteil der Strecke besteht aus Staus 🙈. Dafür gibts ab morgen mehr Bewegung, auf der Fahrt haben wir Zeit zum Planen.
    Wir machen Pause in Sinaia - hier ist die Sommerresidenz der Königsfamilie. Sie wurde zwischen 1873-1883 und bis 1914 für König Carol I. (eigentlich ein Deutscher, offenbar gab es hier keine geeigneten Prinzen) erbaut und hatte damals schon Zentralheizung, eine Staubsaugeranlage und Aufzüge. Zu der Zeit waren die Deutschen noch führend im Ingenieurwesen 😉
    Namensgebend ist hier der Berg Sinai, so benannt von Mönchen, die hier erstmal ein Kloster errichteten. Später wurde daraus ein größerer Ort und noch später ein Skiresort. Hier kann man sehr teuer Urlaub machen.

    Unser Guide ist super, wir lernen einiges über die Geschichte des Landes und die Gebäude.

    Im Park der Residenz genießen wir die Sonne und die Bewegung, sparen aber die Zeit einer Besichtigung, denn es ist mittlerweile 16 Uhr und in unserem Ziel Brasov gibt es noch viel zu sehen. Auch das Dracula Schloss lassen wir weg, jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe, riet davon ab.

    Nach weiteren Staus erreichen wir Brasov gegen 18 Uhr, es bleibt nur wenig Zeit, die Stadt anzuschauen. Wir sind nun am Rande der Karpaten in Siebenbürgen bzw. Transsylvanien, es gibt immer wieder deutsche Einflüsse, Brasov hieß auch mal Kronstadt. Die Altstadt ist wirklich schön, voller Menschen, denn es finden zeitgleich ein Autorennen am Stadtrand, Zieleinlauf für einen 70km Trailrun und diverse Parties statt. Auf dem Rückweg zum Hotel: Bärenalarm! 🐻 Alle Handys klingen gleichzeitig, ich bin froh, dass wir einen tiefenentspannten Guide haben 😉
    Mal sehn, ob uns morgen ein paar Braunbären auf unserer Radtour zuwinken…..
    Read more

  • Kirchenburg, King Charles und Matsch

    May 31 in Romania ⋅ ⛅ 19 °C

    Nachts gab es noch ein paarmal Bärenalarm, ansonsten war alles ruhig. Um 9 Uhr ist unsere kleine Reisegruppe fast startklar - der Nachteil ist, dass es genau dann regnet. Also etwas später durchs nasse Brasov geradelt, durch die Straße, in der gestern Abend noch der Bär steppte - raus aufs Land und kleine Straßen mit wenig Verkehr. Nach 20 Kilometern der erste Platten - Stan hat ein Stück Draht mitgenommen. Er macht auch die besten Fotos, daher hat er die Flickarbeit gern anderen überlassen 🙈

    Da dies ja auch eine Bildungsreise ist, halten wir an der Kirchenburg Honigberg an. Erbaut im 13. Jahrhundert, außen ein Ring, der als Schutz und gleichzeitig zum Wohnen diente. Die Kirchenbänke sehen echt ungemütlich aus… Es gibt ein Museum und alles ist auf Deutsch. Weiter geht’s durch eine Region, die lange ungarisch war, dort steht u.a. ein von Orban gesponsertes Stadion, mitten im Nichts, außerdem gibt es noch eine Radweg-Überraschung. Und das, obwohl wir ja eigentlich zum Graveln hier sind.
    Da kommen wir ein wenig später auch richtig auf unsere Kosten. Es geht über Geröllpisten und querfeldein, Schlagloch-Pfützen Slalom, alles dabei. Wettermässig ebenfalls. Grad die Regenjacke ausgezogen, fallen wieder Tropfen, kurz danach brennt die Sonne. Picknick Lunch nehmen wir im Schatten, dann geht’s über Geröll bergauf und zwar so, dass sogar die anderen schieben. Bergauf bin ich nämlich immer die letzte (auch meine Erkältung hilft da nicht), dafür hole ich alle auf den Schotter- und Schlammpisten wieder ein, dank des hervorragenden Trainings mit Christian 🤩

    Gegen Ende machen wir eine Abstecher zum Ferienhaus von King Charles. Der ist hier im Land sehr aktiv, mehr dazu gibt’s morgen. Wir laufen tatsächlich auf dem Grundstück herum, fühlen uns wie Eindringlinge und es gibt niemanden, der unsere Ausweise sehen will. Bis zu einer befestigten Strasse sind es von hier ca. 7 Kilometer anspruchsvolle Gravelstrecke.

    Am Ende geht es nochmal bergauf, ich bin ziemlich kaputt und überglücklich, als wir das Hotel erreichen, ein richtig toll restauriertes Herrenhaus.

    90km / 108 km
    Wilde Hunde: 2, alles gut gegangen 😉
    Bären: 0
    Read more

  • Hardcore Gravel und Bärentatzen

    June 1 in Romania ⋅ ☁️ 19 °C

    Das Hotel ist großartig, ich schlafe wie ein Stein und auch meine Erkältung wird langsam besser. Radfahren ist vielleicht gar keine so schlechte Therapie 😉

    Heute ist es bedeckt, aber „almost dry“ und bei 15 Grad angenehm zu fahren. Erstmal durch den Ort, hier sind überall Storchennester, die Jungen anscheinend gerade geschlüpft. Wir sehen eine ganze Schar Störche auf dem Feld, bestimmt 20. Es geht über tolle Gravel Roads mit wunderschönen Ausblicken, erstmal immer am Fluss entlang, über eine Hängebrücke und Bahngleise. Mein Erfolgserlebnis heute: bergauf über Geröll an meinen schiebenden Kollegen vorbei zu fahren 🤩 Ich bin hier die Jüngste, und die anderen sind so viel fitter als ich!! Auf der Landstraße hängen sie mich bei einem Schnitt von 28 km/h (mit GRAVELbikes!!) ab und bergauf fahren sie total mühelos. In 10 Jahren will ich auch noch so fit sein!

    Wir werden ein paarmal von Hunden verfolgt, meistens in der Nähe von Schafherden. Es ist nicht so schlimm wie erwartet, die meisten wollen nur spielen. Im Wald findet unser Guide Bärenspuren.
    Wir fahren alles, was man sich vorstellen kann: „Champagne Gravel“ (festgefahren), Geröll, querfeldein über riesige Wiesen durch ein Gebiet mit uralten Eichen. Irgendwann habe ich einen Platten - nein, zwei. Gleich beide Reifen, das muss man erstmal hinkriegen. Aber effizient, so können wir beide Schläuche auf einmal wechseln und die Dornen aus den Mänteln ziehen.

    Wir schauen uns einen (inaktiven) Vulkan an und einen wunderschönen See.

    Gegen 17 Uhr erreichen wir Viscri (Deutsch-Weißkirch) und besuchen als erstes die Kirchenburg. Im 13./14. Jahrhundert erbaut und später als Festung mit zwei Ringen ausgebaut. So eindrucksvoll, heute liebevoll bepflanzt und ein Museum gibt es auch. Der Ort selbst ist seit 1999 UNESCO Weltkulturerbe und hat eine interessante Geschichte: von Siebenbürgener Sachsen erbaut als typisches Bauerndorf, sollte es unter Ceausescu zerstört werden, um auf den Flächen Landwirtschaft zu betreiben und die (nicht linientreuen?) Dorfbewohner in sozialistischen Siedlungen besser kontrollieren zu können. Die haben sich aber gewehrt, und da Ceausescu in 1989 - wie meine amerikanischen Kollegen sagen - „a bad day“ hatte, konnte das zum Glück verhindert werden. Mit Hilfe von Stiftungen - u.a. von King Charles, der mehrmals im Jahr vor Ort ist - wurden nach und nach die Gebäude restauriert und mittlerweile gibt es bei ca. 800 Einwohnern knapp 150 Ferienhäuser. Im Innenhof halten die Dorfbewohner ihre Tiere, wir sehen Hühner, Gänse…. und abends das Highlight, als die Kühe, viele mit Kuhglocken, von der Weide ins Dorf zurück kommen und jede ihn ihr Zuhause geht.

    Unsere Zimmer sind traditionell eingerichtet in unterschiedlichen Gebäuden, alle gehören Walter, der hier geboren ist, fließend Deutsch spricht (klingt ein bisschen wie schwizerdütsch) und so viel zu erzählen hat! Er und seine Frau sind hier sehr aktiv im Erhalt der traditionellen Bauweise. Bei ihm essen wir traditionelle Küche, superlecker und viel von allem, mit selbst gebrauten Bier, eigenem Wein und selbstgebranntem Obstler.

    Was für ein wunderbarer Tag - und riesiges Glück mit dem Wetter, es war warm und fing erst an zu regnen, als wir in den Häusern waren. Für morgen sieht es nicht ganz so gut aus, da brauchen wir noch ein wenig Glück.

    🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️ 68 km / 176 km
    Hunde: viele
    Bären: immer noch keine.
    Read more

  • Singletrails, Matsch und Dreck

    June 2 in Romania ⋅ 🌧 16 °C

    In der Nacht war’s totenstill - bis auf den Regen…. Als ich meine Sachen anziehe, ist alles klamm. Direkt vor der Tür ein riesiger Kuhfladen, die Dorfkühe sind schon wieder auf der Weide. Es gibt Frühstück bei Walter, mit Blick auf Hühner und natürlich bekommen wir frische Eier!

    Als wir starten, beginnt es zu regnen. Bei meiner Reiseplanung hatte ich diese Wettervariante nicht berücksichtigt, ich bin ja im Süden unterwegs. Immerhin eine Regenjacke ist im Gepäck und ein warmes Trikot. Jerry macht das einzig richtige und zieht eine Duschhaube über den Helm, die er im vorletzten Hotel eingesteckt hat. Wir fahren die Matschwege aus dem schönen Dorf raus (hier hätte ich gern etwas mehr Zeit gehabt!) und biegen bald auf eine Mischung aus Single Trail und no Trail ab. Es geht durch hohes Gras und Brennnesseln, einen Fluss und viel Matsch ein Dorf weiter nach Crit, wo die Freundin unseres Fahrers Sorin ein sehr süßes Café hat. Auch dieses Dorf hat hauptsächlich unbefestigte Straßen, man merkt aber, dass sich viel verändert und vor allem Wanderer und Radfahrer werden hier angesprochen.

    Weiter geht’s: über sehr anspruchsvolle Singletrails mitten durch den Wald. Zwar ist es mittlerweile von oben trocken, dafür ist es sehr matschig und die Wiesen, die wir durchqueren, haben nasses und langes Gras (und jede Menge Brennesseln, deren Wirkung bis zum Abend anhält). Wir werden durch eine wunderschöne Landschaft belohnt, es riecht nach Wald und sauberer Natur, wir sehen Rehe (gegen die Bären pfeift Ionut, unser Guide) und hören viele Vögel.
    Einmal setzt sich so viel Matsch auf unsere Reifen, dass wir die bikes nicht mehr bewegen können - und wir selbst sind am Ende auch ziemlich matschig und kaputt. Es war herrlich 🤩

    Unser Ziel Sighisoara (Schäßburg) erreichen wir in dem Moment, als ein Wolkenbruch runterkommt. Perfektes Timing! Nach 1 Stunde ist wieder bestes Wetter. Ionut gibt eine Stadtführung: zur evangelischen Kirche auf dem Berg, gleich neben der Schule, wo man nur über eine endlos lange Treppe hinkommt, über den Friedhof, auf dessen Grabsteinen fast nur deutsche Namen stehen und am Haus von Graf Dracula vorbei. Hier ranken sich diverse Sagen…. Graf Vlad III. aus dem 15. Jahrhundert, der wegen seines Drachen-Umhangs „Dracula“ genannt wurde, eine zwecks ewiger Jugend Blut trinkende Prinzessin (soll nicht geholfen haben) und weitere Geschichten. Alles, was dem Marketing dient, hilft.

    Auch ohne die Sagen ist es ein richtig schöner Ort. Morgen nach dem Frühstück nehmen wir uns noch ein wenig Zeit, uns weiter umzuschauen.

    🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️ 47 km / 223 km
    Read more

  • Schlickrutschen auf der Via Transilvanica

    June 3 in Romania ⋅ ⛅ 16 °C

    Der Frühsommer ist in Rumänien angekommen! Nach dem Frühstück schauen wir uns bei bestem Wetter in Sighisoara um: Rauf auf den Uhrturm mit Blick ins Uhrwerk, ein paar Kirchen und die schönen kleinen Gassen.

    Währenddessen haben unsere großartigen Guides die Fahrräder von der gestrigen Schlammkruste befreit und was für unser Lunch besorgt. Wir starten um 11, das erste Mal in kurz-kurz. Nach 2 Kilometern ist die Fahrt für Jerry zuende: seine Pedale hat sich gelöst und das Gewinde ist kaputt. Statt in den Wald geht es für ihn mit Sorin im Kleinbus nach Brasov, zur Reparatur.

    Wir biegen bald ab auf unsere heutige Gravelroute. Da es die letzten Tage viel Regen gab, ist die nicht wirklich gut befahrbar. Das, was dann ca. 39 Kilometer folgt, lässt sich in wenige Worte fassen.
    Tiefe Pfützen, bis zur Gabel: wenn’s geht, rumfahren, sonst einfach durch und hoffen, dass es gut geht. Matsch bergauf: wenn das Hinterrad durchdreht, aufs Gras oder absteigen. Matsch bergab: runterschlittern (irgendwie lustig, aber nicht mehr, wenn’s zu schnell wird) oder schieben. Kleine Flüsse: vorsichtig durchfahren oder im Teamwork die Räder rüberreichen.

    Wir sehen unendlich viele Bärenspuren (was hat mich eigentlich heute morgen geritten, als ich mein Zebra Trikot angezogen habe….?), Spuren von Wildschweinen und eine Eule. Die Via Transilvanica ist ein gut ausgeschilderter Wanderweg quer durchs Land, mit weit über 1.000 km. Es geht die ganze Zeit durch eine Art Urwald aus Eiche, wir treffen in den 6 Stunden nur 2 Wanderer. Bei Trockenheit wäre die heutige Tour großartig gewesen, heute gibt es Zeiten, in denen ich gar nicht glücklich bin. Den anderen geht es ähnlich und es ist eine recht schweigsame Runde. So kann man die Vögel gut hören. Und es riecht so toll!!

    Wir verlassen den Weg vorzeitig, da wir so langsam vorankommen. Das letzte Stück fahren wir Landstraße bis Stejarisu (Probstdorf) bei 25 Grad und Sonne, herrlich! Das Dorf ist klein, ca 250 Einwohner und hat eine Kirchenburg aus der Zeit der Siebenbürgener Sachsen. Die Kirche hat aber nur noch 3 Mitglieder, der Rest ist orthodox. Unser Hotel ist in einer alten Schule, wir schlafen in den Klassenzimmern. Unsere Gastgeber sind grossartig, kochen mega lecker und haben viel zu erzählen. Gut gesättigt und total fertig mit Waldbildern im Kopf gehe ich schlafen.

    🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️ 43 km / 266
    Read more

  • Stejarişu / Probstdorf

    June 4 in Romania ⋅ ⛅ 20 °C

    Ein kleines Dorf mitten in Rumänien- und für mich der schönste Ort bisher. Die Kirchenburg ist aus dem 14. Jahrhundert und direkt neben der alten Schule, unserer Unterkunft.
    Wir bekommen eine Führung von unserem Gastgeber Soran, und was er zu erzählen hat, ist so interessant!

    Mein Highlight: im Kirchenturm werden die geräucherten Speckseiten aufbewahrt. Auf mehreren Etagen, für die Älteren im 1. Stock, die anderen müssen höher klettern. Den Schlüssel hat der Küster und es darf immer nur sonntags vor dem Gottesdienst was abgeschnitten werden - alles unter der Kontrolle des Küsters, inklusive Brandzeichen an der Schnittstelle.

    Der Ort an sich ist unspektakulär, friedlich und meistens menschenleer, das Gästehaus war das Originellste bisher.

    Hier möchte ich nochmal hin!!
    Read more

  • Dörfer und Gegend

    June 4 in Romania ⋅ ☁️ 23 °C

    Nach der Kirchenbesichtigung starten wir etwas später und auf einer deutlich gemäßigteren Route. Kein Matsch, ruhige Nebenstraßen und „normaler“ Gravel.
    Wir fahren durch kleine Dörfer, einige sehen sehr ärmlich aus, in anderen stehen richtig hübsche Häuser. Pferdefuhrwerke auf der Straße (mit Nummernschild!) und Feldarbeit mit Pferden, teilweise scheint die Zeit stehengeblieben.

    Wunderschöne Natur, mein Stolz heute: über eine Hängebrücke zu fahren. Die war wirklich lang und wackelig 🙈
    Picknick auf dem Weg, das Ganze bei herrlichen Temperaturen und ohne Regen.

    Wir sind im Casa Huber untergebracht, werden mit traditioneller rumänischer Küche von Christian versorgt.
    Zwischendurch bleibt noch Zeit, im schönen Innenhof zu sitzen, die Katzen zu streicheln, einen Spaziergang im Ort zu machen und einfach mal zu relaxen.

    🚴🏽‍♂️🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️ 54 km / 320 km
    Read more

  • Finale mit dem Team

    June 5 in Romania ⋅ ⛅ 26 °C

    Ein letztes Mal um 7 Uhr aufstehen, Sachen packen und nach dem Frühstück um 9 losfahren. Heute geht es zuerst am Fluss Olt entlang - eine Kulisse aus wunderschöner Natur, im Hintergrund die Berge, akustische Untermalung durch unendlich viele Vögel, Enten und Frösche. Ab und an fliegt ein Fischreiher (?) durchs Bild, oder ein schwarzer Storch. Wir sehen Blumenwiesen, zwei junge Füchse…. Bären sind hier kein Thema mehr.

    Es geht fast nur auf Schotter und quer über Wiesen, kurz vor Sibiu (Herrmannstadt) dann die Überraschung: ein Radweg. Und was für einer! Inklusive riesigem Kreisverkehr, herrlich 🤩 Das Ganze bei bestem Wetter bzw. eigentlich ist es ein bisschen zu warm 🥵

    Wir machen einen Abstecher zur Kirche von Alexandru - ein sehr beeindruckender orthodoxer Priester, der sich in seinem Dorf vor allem für Kinder und benachteiligte Menschen engagiert, außerdem unterrichtet er noch an der Uni.

    Nach dem PicknickLunch geht es zum Endspurt in die Altstadt von Sibiu. Nach einer ersten Orientierungsrunde ab ins Hotel, die Pedalen und sonstiges von den Fahrrädern abmontieren und Zeit zum relaxen. Aber nicht zu lange, immerhin gibt es in Sibiu jede Menge zu entdecken! Ich habe dafür etwas mehr Zeit als meine Kollegen, die alle schon morgen weiter reisen. Ich trinke ein Bier mit Bob und Jerry auf dem Marktplatz und wir bekommen eine Stadtführung von Ionut. Das letzte gemeinsame Dinner mit allen, ein bisschen Abschieds-Blues, das war wirklich eine tolle, entspannte Gruppe und zwei großartige Guides!! (Just in case: https://www.bikeintime.com)
    Noch eine kleine Runde im Ort mit Bob &Jerry, und dann ist unser letzter bike Tag zuende.
    Schön war’s!

    🚴🏽‍♂️🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️ 54 km / 374 km
    Read more

  • Sibiu 😍

    June 6 in Romania ⋅ ⛅ 25 °C

    Das Frühstück findet heute in kleiner Runde statt, Jerry und Ionut starten zeitig nach Bukarest. Bob hat noch bis Mittags Zeit, dann ist für ihn Aufbruch zu seiner nächsten Station, ein Hilfsprojekt im Westen des Landes. Wir nutzen die Zeit für verschiedene Kirchenbesuche: die katholische, die orthodoxe, wo gerade eine Art Gottesdienst stattfindet, die evangelische inkl. Turm und noch eine kleine auf dem Weg. Dazwischen lassen wir die Stadt und die vielen kleinen Gassen auf uns wirken, es ist wirklich schön hier!!

    Mittags ziehe ich in eine kleine Ferienwohnung um, in einem sehr alten Gebäude, total schön renoviert! Ich freue mich, ein paar Tage an einem Ort sein zu können. Ein wenig Wäsche waschen, Besuch auf dem Zibinsmarkt, frisches Obst und Gemüse kaufen, und leckeren Käse aus der Region. Es ist schwül und viel zu warm, am Nachmittag kommt ein kräftiges Gewitter herunter.
    Danach mache ich eine kleine Fahrradtour nach Hammersburg, denn Priester Alexandru hat mich zur Vesper eingeladen. Da gibt es nichts zu essen, aber eine Andacht mit vielen Gesängen, eine ganz besondere Erfahrung für mich …. Auch wenn ich kein Wort verstehe.

    Zurück in Sibiu, noch eine Runde durch die Stadt geradelt, Langos auf die Hand, und im Apartment den Abend entspannt ausklingen lassen.

    🚴🏻‍♀️ 12 km / 386 km

    Einige der Fotos stammen übrigens von gestern Abend - und aufgrund der vielfachen Nachfrage habe ich auch noch einen Bären aufgetrieben 😂
    Read more

  • ASTRA und andere Flüssigkeiten

    June 7 in Romania ⋅ ⛅ 20 °C

    Der Tag beginnt sonnig und heute nicht ganz so früh wie die letzten…. auch wenn ich die Struktur und das Radeln mit der Gruppe ein bisschen vermisse, genieße ich es nun, alles in meinem Tempo zu machen.

    Ein kleiner Spaziergang durch die schon sehr warme Stadt, einen Moment den orthodoxen Gottesdienst und die Gesänge in der eindrucksvollen Kathedrale auf mich wirken lassen.

    Für die zweite Tageshälfte habe ich mir einen Besuch im ASTRA Museum vorgenommen. Als ich starten will, regnet es 🙈 Aber ich bin ja mit allem ausgestattet, und als es aufklart, bin ich schon auf der Straße. Es geht fast die ganze Zeit auf einem herrlichen Radweg durch den Wald. Das Museum liegt etwas außerhalb, es gibt hier kein Bier und auch mein St. Pauli Trikot bringt mir keine Vorteile. Dafür kann ich mir auf einer Strecke von ca. 10 Kilometern jede Menge restaurierter Häuser aus dem 18. und 19. Jh anschauen, man kann hier locker einen ganzen Tag verbringen. Das Freilichtmuseum hat eine Fläche von 96 Hektar und ist mit viel Liebe angelegt. Nach zwei fast sonnigen Stunden habe ich mich sattgesehen und -gegessen und setze mich wieder aufs bike. 5 Minuten später regnet es kräftig. Aber ich bin ja nicht aus Zucker. Naja, vielleicht doch, man weiß das ja nie so genau. Ich fahre noch ca. 15 Kilometer weiter durch schöne Landschaft, als mir die SEHR dunklen Wolken auffallen. Irgendwie passt das nicht zur Wettervorhersage von heute Morgen - und die aktuelle kündigt Gewitter und Starkregen an. Also schnell zurück geradelt, der Stausee, den ich gern gesehen hätte, muss warten.

    Zurück in Sibiu, ist bestes Wetter, perfekt für ein Eis. Nachdem das Fahrrad und ich von der Schmutzkruste befreit sind, genieße ich eine Pizza in der von Björn empfohlenen Pizzeria am Markt, mit Blick auf die beeindruckende Kirche. Das Wetter ist herrlich und die Aussicht für die nächsten Tage ebenso. Perfekt für noch ein paar Radrunden 😊

    🚴🏻‍♀️ 46 km / 432 km
    Read more

  • Störche, Esel und Gegend

    June 8 in Romania ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach einem entspannten Start in den Tag sitze ich gegen 10 Uhr auf dem bike, es ist schon richtig warm!

    Ich habe mir eine Strecke auf Komoot rausgesucht mit dem Ziel, mal etwas weiter zu fahren. Der erste Teil geht über eine Landstraße und ich habe einige Nahtoderfahrungen mit LKWs und SUVs. Danach wird es besser und ich werde mit schönen Ausblicken über die Hügel belohnt, ich fahre an einer großen Weide voller Esel und diversen Storchennestern vorbei.

    In Agnita beim Bäcker esse ich eine Pastete mit Schafskäse, der wird hier in der Region hergestellt und ist SO lecker!!

    Am Ende wird es mir dann ein bisschen lang: ich habe die grandiose Idee, parallel zur Landstraße auf einer Gravelstrecke zu fahren, das macht es anstrengender und auch länger. Dafür geht es am Ende auf dem großartigen Radweg am Fluss entlang, ich spare mir den Abstecher zum Eiscafé und nehme lieber ein frühes Dinner auf dem Platz am Stadtturm.

    🚴🏻‍♀️ 120 km / 552 km
    Read more

  • Ein letztes Mal auf dem bike

    June 9 in Romania ⋅ ☀️ 22 °C

    Der letzte Tag in Sibiu und mit dem bike…. Auf wundersame Weise bin ich schon um 9 Uhr auf dem Weg. Ich möchte nach Rau Sadului, dort soll es tolle Natur und Schafskäse Produktion geben.
    Als erstes verirre ich mich in einem Neubaugebiet, das kannte komoot noch nicht. Dann endlich ein Gravelroad. Ich fahre auf eine große Pfütze zu, und als ich näher komme, ist die Pfütze ein Fluss. Ohne Brücke. Also Schuhe aus und durch, das Wasser ist kalt und klar, und glücklicherweise nicht sehr tief.
    Der nächste Ort ist Cisnadie mit einer eindrucksvollen Kirchenburg, ein kleiner Blick in den Hof, weiter geht’s.

    Auf ruhigen Landstraßen geht es auf und ab bis Rau Sadului. Dort gibt es keinen Käse, dafür müsste man vermutlich einen der Wanderwege bewältigen und das möchte ich heute nicht. Auch so hat sich der Ausflug gelohnt, ich fahre durch ein Tal mit schattigen Straßen - bei 27 Grad perfekt! - mit tollem Ausblick auf die Berge, Kühen am Straßenrand und so gut wie keine Hunde.

    Auf dem Rückweg probiere ich noch ein paar Gravel-Abschnitte aus - nicht alle machen mich glücklich. Einmal befinde ich mich mitten im Wald, ohne Weg…. Das fühlt sich ohne Guide nicht richtig gut an, zum Glück kreuzen keine Bären meinen Weg und irgendwann kommt auch wieder ein befahrbarer Trail. Es sollte ja auch ein bisschen Abenteuer dabei sein (#serendipity)

    Zurück in Sibiu, gibt es erst Kuchen und dann Eis.
    Ich schraube Pedale und Sattel vom bike ab - die Matschtouren haben Spuren hinterlassen, am Ende machte die Kette Geräusche und ich hatte kein Vertrauen mehr in die Bremsen.

    Für den frühen Abend finde ich eine Ausstellung mit Vortrag im Teutsch Haus zum Thema Kirchenburgen. Trotz deutschsprachiger Ankündigung ist die allerdings auf Rumänisch, und so verstehe ich dank meiner Italienisch Kenntnisse und den Bildern ungefähr 20% - die sind allerdings richtig interessant! Es geht um Sanierung und Nachnutzung der teils verfallenen Gebäude, sehr kreativ, was da entwickelt wurde.
    Zum Beispiel hier:

    https://www.bedandbreakfast.eu/de/a/PoTAywEb4EL…

    Anschließend gibt es tollen lokalen Wein und mittelmäßiges Essen (Soße mit Fleisch 😳🍷), eine kleine Runde durch die immer noch sehr warme Stadt - schön war es hier!!

    🚴🏻‍♀️ 80 km / 632 km
    Read more

  • Abstecher nach Braşov

    June 10 in Romania ⋅ ☀️ 25 °C

    Wizz Air hat mir einen zusätzlichen Urlaubstag beschert: mein Flug, der eigentlich heute Nachmittag ab Sibiu gehen sollte, wurde erst nach Bukarest und dann auf morgen verlegt. Eigentlich gefällt mir das jetzt ganz gut, so kann ich mir Zeit für Braşov nehmen, das kam am Start der Reise zu kurz.

    Mein Tag beginnt schon um 5 Uhr, um 6:30 Uhr fährt der FlixBus ab. 10 Minuten früher als geplant, vor 9 Uhr, bin ich schon in Braşov. Das Gepäck ins Hotel und die Stadt erkundet: die schwarze Basilika, ein sehr eindrucksvolles Gebäude, 1989 haben hier Regimegegner Zuflucht gesucht und man sieht noch Einschusslöcher. Die Seilbahn auf den Berg mit wunderschönem Ausblick über die Stadt und eine Wanderung durch den Wald zurück - trotz diverser Warnungen kein Bär zu sehen.
    Spaziergang durch die Stadt, hier stehen aufwendig renovierte Häuser neben welchen, die noch viel Potenzial haben.

    Nach einer kurzen Pause im Hotelzimmer kommt nun wirklich der allerletzte Abend…. Ich blicke zurück auf 2 Wochen voller Eindrücke, viele Radkilometer auf Schotter, Matsch, geschredderten Dachziegeln und Strasse in wunderschöner Natur. Mit sehr netten und inspirierenden Menschen, in hübschen Städten und einfachen Dörfern mit Kirchenburgen, Deutsch und viel Geschichte. Ganz sicher war ich nicht das letzte Mal in diesem wunderbaren Land!
    Nochmal Danke an Björn und Jens fürs Neugierigmachen und all eure Tipps!
    Read more

  • Braşov - Hamburg

    June 11 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C

    Nach dem Frühstück habe ich noch etwas Zeit, bis ich mit Taxi und Zug nach Bukarest starte. Eine Runde durch die Stadt, ein Kaffee in der Sonne auf dem Marktplatz bei fast 25 Grad. Wunderbar 🤩

    Die Zugfahrt nach Bukarest Nord dauert 2 1/2 Stunden für 170 Kilometer, der Zug sieht aus, als wäre er schon aus kommunistischen Zeiten. Zwischendurch gehen überall die Handy Alarme an - weil es heute Nachmittag Gewitter geben soll. Was haben wir bloß früher gemacht, als wir uns noch auf den Wetterbericht oder den Blick in den Himmel verlassen haben….? 🫣

    In Bukarest treffe ich Schmiddy nochmal - er nimmt sich extra die Zeit auf einen Kaffee und bringt mich zum Airport. Darüber freue ich mich riesig, so haben wir noch etwas Zeit miteinander und der Transfer zum Airport wäre mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr umständlich gewesen. Von dort fliegen offenbar nur Wizz und Ryanair, es gibt genau 4 Schalter und sonst nix. Auch kein duty free.
    Draußen sind 30 Grad, ich finde einen Schattenplatz und schreibe meine Memoiren 😉

    Zurück in Hamburg nach Plan, hier sind nur noch halb soviel Grad und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit …. Welcome back. Ich freue mich, wieder zuhause zu sein!
    Read more

    Trip end
    June 11, 2026