• Schlickrutschen auf der Via Transilvanica

    3. juni, Rumænien ⋅ ⛅ 16 °C

    Der Frühsommer ist in Rumänien angekommen! Nach dem Frühstück schauen wir uns bei bestem Wetter in Sighisoara um: Rauf auf den Uhrturm mit Blick ins Uhrwerk, ein paar Kirchen und die schönen kleinen Gassen.

    Währenddessen haben unsere großartigen Guides die Fahrräder von der gestrigen Schlammkruste befreit und was für unser Lunch besorgt. Wir starten um 11, das erste Mal in kurz-kurz. Nach 2 Kilometern ist die Fahrt für Jerry zuende: seine Pedale hat sich gelöst und das Gewinde ist kaputt. Statt in den Wald geht es für ihn mit Sorin im Kleinbus nach Brasov, zur Reparatur.

    Wir biegen bald ab auf unsere heutige Gravelroute. Da es die letzten Tage viel Regen gab, ist die nicht wirklich gut befahrbar. Das, was dann ca. 39 Kilometer folgt, lässt sich in wenige Worte fassen.
    Tiefe Pfützen, bis zur Gabel: wenn’s geht, rumfahren, sonst einfach durch und hoffen, dass es gut geht. Matsch bergauf: wenn das Hinterrad durchdreht, aufs Gras oder absteigen. Matsch bergab: runterschlittern (irgendwie lustig, aber nicht mehr, wenn’s zu schnell wird) oder schieben. Kleine Flüsse: vorsichtig durchfahren oder im Teamwork die Räder rüberreichen.

    Wir sehen unendlich viele Bärenspuren (was hat mich eigentlich heute morgen geritten, als ich mein Zebra Trikot angezogen habe….?), Spuren von Wildschweinen und eine Eule. Die Via Transilvanica ist ein gut ausgeschilderter Wanderweg quer durchs Land, mit weit über 1.000 km. Es geht die ganze Zeit durch eine Art Urwald aus Eiche, wir treffen in den 6 Stunden nur 2 Wanderer. Bei Trockenheit wäre die heutige Tour großartig gewesen, heute gibt es Zeiten, in denen ich gar nicht glücklich bin. Den anderen geht es ähnlich und es ist eine recht schweigsame Runde. So kann man die Vögel gut hören. Und es riecht so toll!!

    Wir verlassen den Weg vorzeitig, da wir so langsam vorankommen. Das letzte Stück fahren wir Landstraße bis Stejarisu (Probstdorf) bei 25 Grad und Sonne, herrlich! Das Dorf ist klein, ca 250 Einwohner und hat eine Kirchenburg aus der Zeit der Siebenbürgener Sachsen. Die Kirche hat aber nur noch 3 Mitglieder, der Rest ist orthodox. Unser Hotel ist in einer alten Schule, wir schlafen in den Klassenzimmern. Unsere Gastgeber sind grossartig, kochen mega lecker und haben viel zu erzählen. Gut gesättigt und total fertig mit Waldbildern im Kopf gehe ich schlafen.

    🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏻‍♀️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️🚴🏽‍♂️ 43 km / 266
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