• Rouen

    June 15 in France ⋅ ☁️ 28 °C

    Die Hafenstadt Rouen, die offiziell auch als „Französische Stadt der Kunst und der Geschichte“ bezeichnet wird, liegt an der Seine und ist die Hauptstadt der nordfranzösischen Region Normandie.

    Unter der römischen Herrschaft und im Mittelalter, hat Rouen eine bedeutende Rolle gespielt und so gibt es auch heute noch viele historische Fachwerkhäuser und andere Bauwerke, die nicht nur links und rechts der kopfsteingepflasterten Fußgängerzone zu sehen sind, sondern in der ganzen verwinkelten Altstadt.

    Tja, und so laufen wir jetzt, nach der langen Fahrt, durch genau diese Gassen und an manchen Stellen fühle ich mich tatsächlich in eine andere Zeit zurückversetzt.
    Durch die leider vorhandenen dunklen Regenwolken, wirkt vieles etwas düster, was aber ganz gut zu unserer Vorstellung vom Mittelalter passt 😉.

    Dominiert wird das Stadtbild übrigens von den Türmen der Kathedrale Notre-Dame, die schon von weitem zu sehen sind.
    In die Geschichte eingegangen hingegen ist Rouen vor allem, weil Jeanne d´Arc hier 1431 hingerichtet wurde.

    Dank der Bilderserie „Die Kathedrale von Rouen“ von Claude Monet, ist die mitten in der Stadt liegende gotische Cathedrale Notre-Dame de Rouen eine der weltweit bekanntesten überhaupt.
    Im 12. Jh. wurde mit dem Bau begonnen und das auf dem Fundament einer Basilika aus dem 4. Jh. und einem Ensemble aus dem 11. Jh..
    Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Bauwerk mehrfach zerstört oder stark beschädigt und von Handwerkern der jeweiligen Zeit immer wieder renoviert und so kamen neue architektonische Einflüsse dazu.
    Heute gilt die mit 64 Glocken bestückte Kathedrale als die „menschlichste aller Kathedralen“.

    Ebenfalls mitten in der Stadt steht das Wahrzeichen der Altstadt, der aus dem 14. Jh. stammende große Uhrenturm "Le Gros Horloge" (die Große Uhr) mit der Wochenuhr, bei der es sich um eine große astronomische Uhr ohne Minutenzeiger handelt.
    Über diese Uhr wurde die Schifffahrt über die Tiden informiert, die hier auch heute noch bis zu 5 Meter ausmacht.

    Nach so viel Geschichte schon am Tag der Ankunft, wollen wir gerne etwas früher zum Abendessen, zumal wir auch kein Mittagessen hatten.
    Tja, was uns aber gar nicht bewusst war ist, dass die Restaurants erst um frühestens 19 Uhr öffnen.

    Wir beschließen spontan, einfach etwas aus einer Boulangerie zu holen und so sitzen wir kurz darauf vor der architektonisch außergewöhnlichen Kirche der Heiligen Jeanne d’Arc (erbaut 1979), auf den Steinen einer kleinen Grünfläche am Place du Vieux-Marché (der Ort, an dem Jeanne d'Arc getötet wurde) und genießen unser Abendessen.

    Jeanne d'Arc, auch „Jungfrau von Orléans“ genannt, war eine französische Kämpferin im Hundertjährigen Krieg. Sie behauptete, göttliche Visionen zu haben, die sie dazu aufforderten, Frankreich gegen England zu unterstützen. Mit nur etwa 17 Jahren führte sie französische Truppen zu wichtigen Siegen, besonders bei der Befreiung von Orléans 1429.

    Später wurde sie gefangen genommen, wegen Ketzerei verurteilt und 1431 mit 19 Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Jahre danach wurde das Urteil aufgehoben, und 1920 sprach die katholische Kirche sie heilig. Heute gilt sie als Symbol für Mut, Glauben und Frankreichs Unabhängigkeit.
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