• Karin Zumstein
  • Karin Zumstein

Lausanne - London VF

En 58-dags äventyr från Karin Läs mer
  • Langres

    4 maj, Frankrike ⋅ ☁️ 15 °C

    Nur mit einem Espresso im Appartement sind wir in den Tag gestartet. Die vermeintliche Bäckerei im Dorf war keine, also sind wir ohne Morgenessen los. 
    Der Himmel ist bedeckt und vereinzelte Regentropfen begleiten uns. Am späten Morgen regnet es noch einmal kurz und schwach, so dass wir erstmals auf unser Regensachen zurückgreifen. Die Temperatur ist merklich gesunken aber für die Wanderung ideal.
    Sobald wir das Dorf verlassen haben geht es hoch in einen Waldhügel mit einem schönen Forstweg der uns bis zu einer Hauptstrasse führt. Anschliessen geht es über eine offene Landschaft zu einem kleinen Dorf und weiter zu einem alten Fort das einstmal zur Verteidigung von Langres errichtet wurde. Über Landwirtschaftswege treffen wir bald auf den grossen Stausee Lac de la Liez. Den See sehen wir aber durch den starken Bewuchs des Ufers lange nicht. Viele Bäume und Sträucher stehen im Wasser und erzeugen dadurch eine schöne Auenlandschaft. Der Seeweg ist einige km lang und windet sich dem Seeufer entlang. Es ist ein kurzweiliges wandern. Gegen Ende des Sees verschwindet die Auenlandschaft und wir sehen die langgezogene Staumauer. Die Badestrände nehmen nun das Ufer in Beschlag. Unsere Hoffnung auf ein offenes Restaurant am See wird nicht erfüllt. Der mitgetragene Proteinriegel muss genügen. Zum Glück ist es zur Zielstadt Langres nicht mehr weit. Vorerst geht es noch entlang des Kanals, den wir über eine alte Stahlbrücke überqueren, um dann steil zur Stadt aufzusteigen, die weit oben auf dem Hügel thront.
    Wir nehmen Einkehr im ersten Restaurant das wir finden und essen ein spätes Mittagessen. Unser Appartement ist bald gefunden und es ist super, dreistöckig mit allem was man sich wünscht.
    Wir haben es mit unseren langen Etappen wohl etwas übertrieben. Da mir das Knie wehtut und Guido seit Tagen ein geschwollenes Bein hat, das Wetter in den nächsten beiden Tagen sehr schlecht ist, haben wir uns kurzfristig entschieden für zwei Tage eine Rast einzulegen. In der Kleinstadt Langres mit der super Wohnung ist das der ideale Zeitpunkt, da für die nächsten Etappen nur Kleindörfer gegeben sind.
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  • Langres (Ruhetag)

    5 maj, Frankrike ⋅ ☁️ 13 °C

    Trotzdem uns der innere Wecker wie üblich um 6.45 Uhr aufwachen lässt, schlafen wir einfach weiter. Wir haben uns nichts spezielles vorgenommen für den Tag.
    Wir frühstücken ausgiebig und machen uns anschliessend zu einem kleinen Stadtrundgang auf. Die Kathedrale St. Mammès aus dem 12. Jahrhundert ist sehr eindrücklich und imposant. Das Tourismusbüro für den Stempel finden wir auch auf dem Weg.
    Um die Stadt gibt es noch eine nahezu intakte, geschlossene und hohe Ringmauer. Die Stadt selbst liegt nicht hinter der Mauer, sondern auf Höhe der Mauerkrone, sie thront darauf wie ein auf einem Präsentierteller. Es gibt verschiedene Stadttore und an strategisch wichtigen Stellen sind Türme in der Ringmauer. 
    Nach dem Rundgang geht's in eine Bäckerei zum Kaffeetrinken und zur Sandwichverpflegung. 
    Ein einfaches Nachtessen kaufen wir im nahegelegenen Carrefour ein. 
    Für Guido's Bein ist es gut, dieses so lange wie möglich hochzulagern und öfters zu kühlen. Ein Fernsehabend nach dem Essen ist auch okay, auch im Hinblick darauf, dass hier Arte deutschsprachig gesendet wird.
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  • Villiers-sur-Suize

    7 maj, Frankrike ⋅ 🌙 10 °C

    Heute verlassen wir Langres und hoffen dass Guido's Bein die Wanderung ohne erneute Schwellung übersteht. Die Landschaft ist unverändert. Es geht über Hügel runter zu Bächen und wieder hoch auf kleine Plateaus, über Felder und Landstrassen und durch kleine Siedlungen.
    Eine Zeitlang gehts dem Stausee resp. dem Réservoir de la Mouche entlang. Anschliessend finden wir in Saint-Ciergues sogar einmal ein Restaurant das offen hat. Endlich wieder mal ein Kaffeehalt. Der Weg führt uns weiter Richtung Autobahnkreuz, über viele grössere und kleinere Nebenstrassen. Bald biegen wir in ein wildes Bachtal ein. Zu Beginn sehen wir den Bach noch, dann verschwindet er wohin auch immer. Die Flanken des schmalen Tales sind mit niederstämmigen Bäumen und Büschen bewachsenen. Es ist sehr feucht und daher alles mit Moos belegt.
    Die weissfelligen Rinder in der schmalen Talsohle rennen wie verrückt davon als sie uns sehen. Wir denken sie wollen uns weiter unten begrüssen. Weit gefehlt, sie verkriechen sich auf der gegenüberliegenden Seite des schmalen Tals im Gebüsch und beäugen uns argwöhnisch. Sie sind vermutlich bereits etwas verwildert. An anderer Stelle rennen uns die braunen Rinder entgegen und drängeln sich aus lauter Neugier bei einer Heckenöffnung zusammen.
    Da wir in Leffonds keine Unterkunft bekommen haben wandern wir zum Schluss der heutigen Etappe auf Abwegen. Es geht nach Villiers-sur-Suize.
    Am Zielort angekommen staunen wir nicht schlecht. Die Rezeption in der Auberge ist erst ab 17.30 Uhr offen. Das heisst 2.5 h draussen an der Kälte zu warten. Guido schreibt ein Mail, dass wir am Dorfbrunnen warten und es klappt, wir können das Zimmer 1.5 h früher beziehen. Das Nachtessen haben wir in der Auberge vorreseriert, denn weit und breit ist kein anderes Restaurant offen. Es gibt einen sehr guten Dreigänger, mit Gemüse.
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  • Châteauvillain

    8 maj, Frankrike ⋅ 🌙 15 °C

    Am Morgen haben wir einen gutes Frühstück bekommen. Die Wirtin hat uns zusätzlich für den Weg zwei Sandwiche, dick mit Käse und Schinken belegt, und Wasser mitgegeben. Eine Bezahlung für diesen Zusatz wurde von ihr abgelehnt. Sie meinte, wir finden nichts auf dem Weg, und genauso wars.
    Am Morgen ist es noch sehr kühl und dunstig. Aber schon bald erscheint die Sonne und es gibt schöne Schäfchenwolken. Es geht zuerst über eine flache Hügellandschaft und Felder wo wir auf drei Pilger treffen, die gegen Süden ziehen. Ein kurzer Austausch erfolgt über das wohin, wer man ist und woher man kommt. Anschliessend zieht jeder wieder seines Weges. Wir zwei scheinen die einzigen zu sein die nach Norden ziehen.
    Schon bald erwartet uns der Wald. Es gibt verschiedene Arten von Bewuchs. Dünne und niederstämmige Birken mit einem Laubdach das fast kein Licht durchlässt.  Dann sehr offener Wald mit wunderbarem Lichteinfall und Bodenvewuchs, hochstämmige Laubbäume mit sattgrünem Waldboden. Aber auch wieder Wald der aus dickichtartigem Gebüsch mit viel Todholz und Moodbewuchs besteht. Man findet jedoch keine Nadelbäume. 
    Wir wandern heute sicher zweidrittel der Wegstrecke, ca. 23 km durch den Wald. Es sind sehr schöne Wege, aber irgendwann auch eintönig. Auf den wilden Pfaden befinden sich oft von Wildschweinen angelegte Suhltümpel.
    Zwischen den beiden Waldabschnitten kommen wir über Feldwege zum Dorf Richebourg um wieder in den nächsten Wald einzutauchen. Vor unserem Zielort Châteauxvillain lassen wir den Wald hinter uns um dann einer ellenlange Kiesstrasse entlang zu gehen. Man hofft nach jedem Richtungswechsel das Dorf zu sehen. Endlich ist es soweit, das Dorf erscheint und wir laufen direkt auf unsere Unterkunft zu.
    Nach einer erholsamen Dusche gehen wir auf eine Erkundungstour. Um das Kleinststädtchen führt ein Weg. Im Städtchen ist es sehr ruhig, nur Kinder auf Fahrrädern sind hier aktiv. 
    Zum Nachtessen gehen wir in das einzige Restaurant. Es schmeckt ausgezeichnet, eine schwarze Köchin ist am Werk. Sie macht uns auch den Wegproviant für Morgen bereit. Das Frühstück decken wir mit dem Restbrot vom Essen und einem Proteineiegel ab. Alles will organisiert sein
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  • Clairvaux

    9 maj, Frankrike ⋅ ☁️ 22 °C

    Heute morgen ist der Himmel mit dicken Regenwolken verhangen, aber wir wissen, dass es sonnig wird. 
    Im BnB haben wir kein Frühstück. Leider konnten wir gestern Abend nichts mehr einkaufen. Also essen wir zum Frühstück drei Parisettschreiben vom gestrigen Nachtessen und ein Proteinriegel, und los gehts.
    Bis auf Orges gehen wir auf der Talsohle. Danach geht's hoch auf einen kleinen Pass und dem Hügelkamm entlang bis kurz vor Aizanville, um wieder zur Talsohle abzusteigen um auf der anderen Seite wieder hochzusteigen. Zum Glück erwartet uns ein Waldsbschnitt, denn es ist recht warm. Hier essen wir den mitgebrachten Snack. Nach dem Mittag treffen wir in Clairvaux beim Hotel ein, das auch ein Restaurant hat. Einen Kaffee und ein Cola vor dem Zimmerbezug ist wohltuend. Nach dem auspacken und duschen gehts wieder los. Die spezielle Abbaye de Clairvaux aus dem 1115, gegründet von Bernhard von Clairvaux, welche dann 1806 von Bonaparte in ein Gefängnis umgebaut wurde und bis 2023 als Gefängnis geführt wurde, wollen wir unbedingt besichtigen. Also buchen wir uns die Führung. Sie ist sehr spannend für das Auge (unser Französisch ist zu wenig gut um der Führung wirklich zu folgen) und die Anlage ist sehr widersprüchlich. Auf der einen Seite sind die Wachtürme und Stacheldrähte, auf der anderen Seite Teile der ursprünglichen Gebäude des alten Zisterzienser Klosters.
    Heute Abend können wir im Hotelrestaurant essen. Das Essen schmeckt sehr gut, es gibt Fisch mit Gemüse und Pommes.
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  • Dolancourt

    10 maj, Frankrike ⋅ 🌧 15 °C

    Das was die Wirte nicht so gerne haben machen wir beim Frühstück, wir streichen uns zwei Sandwiche zum mitnehmen. Entlang der Abbaye verlassen wir das Dörfchen um über Wald- und Feldwege, im auf und ab der Hügel nach Baroville zu gelangen. Hier sind wir nun auf unserer Tour-du-France definitiv in der Champagne angelangt. Die Weizenfelder werden von den Rebbergen verdrängt. Das Winzerdorf macht auch einen wohlhabenderen Eindruck als die Bauerndörfer zuvor. In Bar-sur-Aube machen wir einen Zwischenhalt um das Städtchen und die Kirchen zu besichtigen. Die Kirche einer alten Abbaye hat einen schönen Holzdachvorbau und die Treppenstufen im Inneren sind vermutlich aus alten behauenen Grabplatten. Das Städtchen hat viele verwinkelte Gässchen und einige schöne Riegelbauten. Es gibt sogar offene Restaurants für einen Kaffehalt. Es lohnt sich einen Umweg über das Stätchen mit französischen Flair zu machen.
    Vor uns liegt noch die Hälfte der Strecke also verweilen wir nicht all zu lange. Ein weiteres auf und ab über Hügel erwartet uns. Wir haben Heute gefühlte 10 Hügel überwandert.
    Bei einem Hof mit Schild "attention du chien" ist uns ein riesiger schwarzer Hund bellend nachgerennt, das war sehr beängstigend, da er von hinten kam und wir nicht wussten was wir zu erwarten haben. Zum Glück hat er bald von uns abgelassen. 
    Auf den letzten 7 km müssen wir wegen einem leichten Regen unsere Regenjacken anziehen. Trotzdem uns den ganzen Tag eine Regenfront begleitet ist uns das Wetter gut gesinnt, denn es bleibt bei dem leichten Regen.
    Wir nächtigen in einem Hotel in der Nähe eines Freizeitparks. Das Geschrei hören wir schon im Wäldchen davor. Doch kaum im  Dorf angekommen verstummt dieses. Den Grund kennen wir nicht, vielleicht ist es der nahende Sonntagabend oder der leichte Regen. 
    Im Hotel werden wir freundlich mit einem Kaffe empfangen. Bei einem vorzüglichen Nachtessen lassen wir es uns gutgehen.
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