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  • Day79

    Abschluss Thailand

    March 27, 2019 in Thailand ⋅ ⛅ 26 °C

    Nach dem gemütlichen entspannen auf Ko Tao über fast zwei Wochen ging dann plötzlich alles wieder schneller. Ferienmodus adée, Reisemodus aktiviert. Da wir nun schon einiges länger als ursprünglich geplant in Thailand verweilten, beschlossen wir den Rest dieses überraschend grossen und vielfältigen Landes in knapp 10 Tagen zu meistern. Um uns ein wenig unter Druck zu setzen, buchten wir einen Flug von Phuket nach Indonesien, Bali. Ko Tao ist über 250 Kilometer Luftlinie von Phuket entfernt und dazwischen liegen entdeckenswerte Inseln, viel Wasser und schlechte Strassen. Dementsprechend überschlugen sich die Ereignisse in dieser Zeit. Wie wir, meistert aber auch dieser Footprint diese Aufgabe. Los gehts.

    Zuerst gings mit der Fähre nach Ko Samui um unsere Visa auf dem Immigration Office zu verlängern. Das hat dann auch problemlos geklappt. Eine Übernachtung, eine Thaimassage, Mani- und Pedicure lag auch noch drin bevors nach Ko Pangan ging. Da sollte nämlich am Abend die berühmt-berüchtigte Fullmoon Party stattfinden. "Das muss man mal erlebt haben" haben sie gesagt. "Neonfarben einschmieren und bis zum Sonnenaufgang am Strand tanzen" haben sie gesagt. Haben wir auch gemacht. Kann man auch machen. Muss man aber nicht. Zu kommerziell für unseren Geschmack. Es verhält sich ähnlich wie wenn man Silvester im angesagtesten Club der Stadt verbringt. Übermotivierte Leute, hohe Erwartungen und noch höhere Preise. Der einzige Unterschied ist wohl, dass Flurina an Silvester noch nie ihre Flip Flops abhanden gekommen sind und dass es um einiges grösser ist. 20'000 Leute aus aller Welt, die nur für diesen Event anreisen und am nächsten Tag wieder verschwinden. Hat zur Folge, dass viele Bars und Hotels nur dann geöffnet sind und den Rest vom Mondzyklus leerstehen. Dem wollten wir trotz knappem Zeitplan ein wenig entgegenwirken und haben unseren Aufenthalt um zwei Tage verlängert. Besonders im Norden der Insel finden sich schöne Strände und mit ein wenig Glück trifft man da auch noch einige Einheimische, welche sich vermehrt auf diese Seite der Insel zurückziehen. Wir hätten auch noch mehr Zeit da verbringen können aber nach ein wenig Scooter fahren, Sandburgen bauen, einem neuen persönlichen Rekord im Beachball und ein bisschen Minigolf hiess es wieder Rucksäcke packen und ab nach Ko Phi Phi.
    Los ging es morgens um halb6. Taxi, Fähre, Bus und nochmals Fähre. Dazwischen langes ungewisses warten und plötzliche Hektik um den Anschluss nicht zu verpassen. Sind wir uns ja mittlerweile gewohnt und somit auch ohne grössere Probleme am späten Nachmittag auf Ko Phi Phi angekommen. Diese Insel hat durch den Film "The Beach" seine Berühmtheit erlangt und ist mittlerweile als Partyinsel bekannt. Dies war aber keineswegs der Grund für uns diesen Ort aufzusuchen. Vielmehr lag er auf dem Weg nach Phuket und es sollte angeblich möglich sein mit Haifischen zu schwimmen. Zudem entdeckte Flurina auf Instagram einen als Affenstrand bekannten Ort. Selbstredend hat es dort einige Affen. Schlussendlich haben wir jedoch von einem Besuch an ebendiesem abgesehen, da die Affen angeblich mittlerweile hinter dem Bier der Touristen her sind...
    Bei der Ankunft zunächst das etablierte Standardprogram: Restaurant mit Wlan suchen und verschiedene Apps nach passenden Übernachtungsmöglichkeiten durchforsten. Da alle Hostels auf der Insel relativ teuer waren haben wir uns für ein verhältnismässig günstiges, kleines Zimmer in einer Seitenstrasse entschieden. Klein aber fein und angenehm kühl dank Klimaanlage. Als wir am späten Abend jedoch wieder ins Zimmer kamen war die Schlüsselkarte kaputt, welche die Stromzufuhr im Zimmer regulierte. Kein Licht. Halb so schlimm. Hatten ja Taschenlampen dabei und Schattenspiele können auch unterhaltsam sein. Das Problem war die oben erwähnte Klimaanlage, welche auch nicht funktionierte - es wurde heiss. Sehr heiss. Unerträglich heiss. Am morgen waren wir beide vollkommen erschlagen. Als wir dies der Eigentümerin berichteten, welche am Vorabend nichtmehr da war, ging sie kurz ins Zimmer zum nachschauen. Sie gab ein ächtzendes Geräusch von sich und stand innert eines Bruchteils einer Sekunde wieder draussen. Mit einem fragenden Blick schaute sie uns an wie wir das blos überstehen konnten. In unseren erschöpften Gesichtern fand sie aber auch sogleich die Antwort. Dafür gab es ein kostenloses Zimmerupgrade. Das Zimmer sei jedoch erst in 2 Stunden verfügbar. Auf der Suche nach Abkühlung schlenderten wir erfolglos durch die Strassen und Gassen. Anscheinend hat kein Restaurant eine Klimaanlage auf dieser Insel. Ein Ventilator war das höchste der Gefühle, vermochte aber nicht uns wieder runterzukühlen. Als wir dann gegen Mittag ins neue Zimmer konnten, sind wir auch sogleich in einen tiefen Schlaf gefallen. Um nicht einen kompletten Tag zu verlieren gingen wir dann am Abend trotzdem nochmal raus. Ein Thaiboxkampf fand in der Nähe statt. Ich habe ja schon einen in Chiang Mai gesehen und Flurina wollte sich dieses Spektakel auch nicht entgehen lassen. Wie es halt so ist auf einer Partyinsel, ist da jedoch alles ein wenig anders. Anstatt professionellen Kämpfern konnten sich Touristen freiwillig melden, um mit Ausrüstung im Ring gegeneinander anzutreten. Belohnung: Ein kleiner Eimer voll Alkohol. Spektakel: Garantiert. Selber haben wir auf eine Teilnahme verzichtet aber es war schön zu beobachten wie sich die "Kampfkunst" der Teilnehmer veränderte je später es wurde. Lange machten wir jedoch nicht, da wir am nächsten Tag schnorcheln gehen wollten - Ein weiteres Highlight wie sich herausstellte.
    Mit einem kleinen Fischerboot gings zu viert nach Ko Phi Phi Leh. Der Kapitän, sein Sohn und wir. Eine Garantie, dass dort Babyhaifische anzutreffen sind gabs natürlich keine. Aber da es am Vorabend geregnet hatte, standen die Chancen angeblich gut (wieso auch immer😅). Beim ersten Stopp sprangen wir beide mit Schnorchel und Kamera ausgerüstet ins Wasser. Haifische: Fehlanzeige. Dafür viele kleine bunte Fische, welche sich ums Boot versammelt hatten. Beim zweiten Schnorchelgang hatten wir dann mehr Glück. Flötenfische, eine Seeschlange uuund ein paar kleine schwarzspitzen Riffhaie😍 Ein Erlebnis, diese ungefährlichen (!) Tiere zu beobachten. Der dritte Schnorchelgang war dann wieder nicht so spektakulär und dann gings auch schon wieder zurück nach Phi Phi. Bei der Ankunft war dann auf einmal ein Flip Flop von Flurina verschwunden. Das ganze kleine Holzboot durchsucht, auseinandergenommen, wieder zusammengebaut aber keine Spur weit und breit. Nach Koh Pangan war dies das zweite Paar innert 5 Tagen und somit hatte sich Flurinas Flip Flop Vorrat erschöpft und wir gingen kurzerhand neue kaufen. Naja, wir wissen schon warum wir dafür nie viel Geld ausgeben.
    Am Abend untersuchten wir dann nochmals genauer was das Nachtleben so zu bieten hat. Als wir dabei an einer Mülltonne vorbeikamen sah ich einen kleinen Schatten im Augenwinkel vorbeihuschen. Hmm. Zu klein für eine Katze. Zu langsam für eine Ratte. Trotz Vorahnung was es sein könnte und dass uns dies viel Zeit kosten würde informierte ich Flurina, dass sich da möglicherweise Katzenbabys dahinter verstecken. War dann auch so. Zwei kleine, süsse Katzenbabys, viele Fotos und eine knappe Stunde (!) später gings dann wieder weiter😅
    Am nächten Morgen mussten wir wieder halb erholt aufstehen. Diesmal konnten wir die Müdigkeit jedoch nicht auf die Klimaanlage schieben, welche einwandfrei funktionierte. Um 11 Uhr fuhr unsere Fähre nach Phuket. Unserer letzten Station in Thailand. Aber nicht für lange. Einmal Schlafen und am nächsten Morgen früh mit dem Flugzeug nach Bali. Nur eines war noch zu erledigen: Flurinas Handy war schon zu Beginn der Reise nichtmehr in bestem Zustand und durchs Reisen hat sich dieser auch nicht wirklich verbessert. Immer mehr Kratzer und Sprünge fanden sich im Display. Ab Koh Samui funktionierte dann nur noch die Hälfte des Displays und kurz vor Ankunft in Phuket war es dann ganz vorbei. Daher begaben wir uns noch auf Safari im Einkausfzentrum vom Phuket. Zu dritt auf einem Taxiroller fahrend erreichten wir die grosse Mall. Als erprobte Reisende dachten wir das wird ein Klaks. Naja, fast schlimmer als im Tschungel haben wir uns verlaufen und erst nach einer halben Stunde umherirren den richtigen Laden gefunden. Dann gings aber schnell und wir hatten wieder beide einen funktionierenden kleinen Helfer in der Tasche für die Weiterreise nach Bali.
    Flurinas Führerausweis war zwar noch immer nicht in Ko Tao angekommen, wir entschlossen uns jedoch uns nicht davon aufzuhalten weiter zu ziehen. Doch dazu mehr im nächsten Footprint.
    Das wars also jetzt definitiv mit unserem Aufenthalt in Thailand. Ab nach Indonesien für gut 2 Wochen, bevor wir dann nach Australien weiterziehen und das Kapitel Asien (zumindest für diese Reise) abschliessen.
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