• Die dritte Adventwoche

    December 14, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 12 °C

    Nein, so schlimm sah es nicht die ganze Woche aus! Eigentlich viel Sonne, angenehme Temperaturen, aber das war der Adventsonntag - sozusagen der Schlussakkord einer überwiegend von Spaziergängen, Radtouren, Aquagymnastik, Sauna, Tanz und vielen Gesprächen mit Freuden geprägten schönen Zeit.
    Am Donnerstag spielten wir wieder mal luftbereifte und akkubetriebene Eisenbahn auf der stillgelegten Gleistrasse nach Benicassim, bummelten über den Markt, verweilten bei Cappuccino und Kuchen und dann wählten wir für den Heimweg die Route entlang Benicassims Strand. Ein schöner breiter, fast menschenleerer Sandstrand, an dem sich glücklicherweise zwischen den modernen Vielgeschossern noch eine gute Zahl altehrwürdiger Villen behaupten konnte.
    Den nächsten Tag entschieden wir uns für einen Fußmarsch nach Oropesa. Die bereits erwähnten Urlauberhochburgen bilden einerseits eine lange Zeile parallel zum Strand (wer möchte denn nicht den schönen Meerblick?), zum Glück trennt sie noch ein breiter Grünstreifen vom kiesigen Gestade. Dahinter reihen sich sozusagen in zweiter Reihe die nächsten Urlauberintensivhaltungen, aber (!): in großzügig gehaltenem Abstand, auf dem man einen wunderschönen Park mit unzähligen Mosaikformationen angelegt hat. Wir empfanden den kilometerlangen Weg als kurzweilig, abwechslungsreich, angenehm - also: gar nicht lang! Dass wir auf dem ganzen Areal nur sehr wenigen Menschen begegneten, störte keineswegs, für uns war das eher ein Genuss!
    Samstag ohne Sonne, aber auch noch ohne angesagten Regen war der Tag für eine Radtour in die Berge. Ziel: das auf ca. 300 m Höhe liegende Örtchen Cabanes mit der barocken Kirche San Juan Bautista, hübschen verwinkelten Gassen, urigen Häusern und dicht geschmückten Straßen und Fassaden. Beim näheren Hinschauen bemerken wir, dass diese dekorativen Blumen mit Schere und Farbe aus Plastikflaschen gebastelt wurden - Ideen muss man haben! 3 km vor den Toren der Stadt steht ihre wichtigste Sehenswürdigkeit, der römische Bogen aus dem 2. Jhd. bzw. das, was davon noch übrig ist. Gesims und Pilaster blieben vom Raubbau (man konnte die Blöcke gut als Baumaterial verwenden) verschont und mit dem rekonstruierten Bogen kann sich das Ganze doch sehen lassen. Eine Zeichnung gibt Aufschluss über das ursprüngliche Aussehen und wenn man bedenkt, dass hier einst die Via Augusta verlief, sieht man augenblicklich die historische Bedeutung dieses Relikts ein. Auf dem Rückweg führte uns das Navi über uralte Wege, inzwischen mit mannshohem Gras überwuchert, so dass wir einen halben Kilometer von der Radtour abziehen müssen - wir sind schiebend gelaufen und waren noch froh, dass wir nicht wegen einer Sackgasse hätten umkehren müssen.
    Etwas Regen begleitete uns schon auf der Abfahrt Richtung Meer, aber das war nur der Vorgeschmack auf den adventlichen Dauerregen, der wohl die nächsten Tage auch noch anhalten soll. Wie sagte das Franzerl: "schaumorma"
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