• Die weißen Dörfer Andalusiens

    12 Şubat, Ispanya ⋅ ☀️ 18 °C

    Wieder freuen wir uns über Sonne, doch ihr treuer Begleiter, der mitunter stürmische Wind lässt nicht locker. Das hält uns aber nicht davon ab, unser lange erklärtes Ziel aufzusuchen.
    Ursprünglich hatte die weiße Farbe einen rein praktischen Grund, sie sollte die Sonnenstrahlen reflektieren und das Dorf vor Überhitzung schützen. Das funktioniert natürlich immer noch, aber nebenher haben sich diese Orte zu reinen Schmuckkästchen entwickelt, die den Tourismus magnetisch anziehen. Offiziell gehören 30 Ortschaften dazu, aber in einem kleinen Büchlein zählte ich weit über 50 Namen.
    Wir entscheiden uns für zwei der bekanntesten und ein nur von Insidern bevorzugtes Dörfchen in den Bergen. Am Mittwoch ging's nach Comares auf den Gipfel eines 750 m hohen Bergmassivs. Vorbei an sich zaghaft entfaltender Mandelblüte quälte sich der Panda bis vor das eindrucksvolle Stadttor. Da war Schluss, weiter ging es nur noch zu Fuß. Aber das war gut, nur so kann man die kleinen und großen Überraschungen entdecken. Bemerkenswert, welch ein groß angelegter Friedhof hier auf der einer Festung gleichenden Stadt noch Berücksichtigung fand.
    Nächster Ort ist heute Frigiliana, das Flagschiff der weißen Dörfer. Hier geht es laut und quirlig zu mit vielen Reisebussen, einer Bimmelbahn für die Lauffaulen und gefühlt hunderten Restaurantes, Galerien und Souveniershops. Aber zum Glück entdecken wir zu Beginn die Touristeninformation, erbetteln einen Stadtplan und folgen dann der traumhaft schönen Route, die uns der freundliche Beamte empfohlen hat. Wir sind fasziniert, es gibt kein ungepflegtes Eckchen und die vielen Grünpflanzen spenden Ruhe und Behaglichkeit. Die Skulptur "Tre Kulturas" verstehen wir gut, nachdem wir auf dem Citymap ihren Namen gelesen haben.
    Nun verlassen wir diesen lebhaften Ort und quälen den Panda und uns über 5 km Schotter- und Buckelpiste zum völlig abgelegenen Dorf (the lost Village) El Acebuchal auf 500 m Höhe. Im 17. Jhd. wurde es als Raststation für Maultiertreiber gegründet und 1948 von den Franco-Truppen auf Grund von Verbindungen und Unterstützung der Guerillakämpfer während des Spanischen Bürgerkrieges zwangsgeräumt. 50 Jahre lang verfiel es zur Geisterstadt, bis 1998 einige ehemalige Bewohner mit dem Wiederaufbau (ohne Strom und Maschinen!) begannen, um zurückzukehren und den Ort wieder zu beleben.
    Heute sehen wir ein idyllisches, vollständig restauriertes Dorf mitten im Naturpark. Es beherbergt schmucke Unterkünfte für Urlauber, die wirklichen Abstand zum Alltagssttess suchen und täglich auf einem der unzähligen Wanderwege anzutreffen sind. Sie wissen, die gute Küche im einzigen Restaurant am Ort (und Umgebung) garantiert kulinarische Feinheiten, wovon wir uns gleich mal überzeugen lassen.
    Etwas abgelegen entdecken wir noch ein verfallenes Gebäude, bei dessen Anblick wir den Zusand des Ortes vor nunmehr 30 Jahren wohl nur annähernd erahnen können - Hut ab!
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