Hotel California
21 de agosto de 2025, Francia ⋅ ☁️ 23 °C
Der Pförtner von gestern taucht nicht wieder auf, aber zum mageren Frühstück gibt es eine Überraschung - es sind noch zwei andere Gäste da! Melissa aus den Niederlanden läuft auch den Hexatrek, allerdings in umgekehrter Richtung und sie macht sich nach dem Frühstück gleich wieder auf den Weg. Bleibt noch ein schweigsamer Franzose vier Tische weiter, doch auch diesen sehen wir nicht wieder sobald er den Frühstücksraum verlassen hat. Die Gänge sind nach wie vor dunkel und still, ein menschlicher Schatten huscht ab und zu durch, er scheint irgendwie zum Hostel zu gehören. Der Blick aus dem Fenster ist prächtig, nur auf unserer Seite des Fensters ist es irgendwie unheimlich. Wo sind all die anderen Gäste? Uns beschleicht eine ungute Ahnung als wir im Treppenhaus sehen, dass hinter einer Gittertür im Keller noch das Zimmer Nr. 10 ist. Ob hier all die verschwundenen Gäste landen? Und steht uns dasselbe Schicksal bevor? Miron und Lian geht es etwas besser, um die Ecke soll es einen Waschautomaten und einen Supermarkt geben. Gibt es auch. Jede Ablenkung ist willkommen. Die Wäsche ist schnell erledigt, Einkaufen hingegen geht irgendwie nicht. Jetzt bin ich an der Reihe - mir ist übel und schwindelig, all die Leckereien in den Regalen, für die ich vorgestern noch kilometerweit gerannt wäre, stoßen mich ab. Also schleichen wir zurück ins Kämmerchen. Dort falle ich in einen tiefen Schlaf, zum Glück sind Miron und Lian noch da, als ich Stunden später aufwache. Sie haben die Zeit für Beobachtungen genutzt und eine Theorie aufgestellt. Der Schatten huscht wieder durch die Gänge, er verschwindet immer sobald das Licht angeht. Ein Vampir, der nachts die Schicht im Hostel übernimmt? Gesprochen hat er bisher kein Wort. Um den Turm gegenüber kreischt seit den frühen Abendstunden ein Krähenschwarm, hinter dem Schloss spielt eine Band "Imagine" von John Lennon. Irgendwie unpassend. Mir geht stattdessen das Lied "Hotel California" durch den Kopf - "You can check out any time you like, but you can never leave". Es ist klar, dass wir morgen nicht weiter können, wir müssen noch eine weitere Nacht bleiben. Für alle Fälle lassen wir auch diese Nacht das Fenster weit offen. "Mama, wach auf, da ist eine Fledermaus im Zimmer!!!" Tatsächlich - sie kreist gemütlich ihre Runden unter der Zimmerdecke. Dreht hier der Nachtwächter seine Kontrollrunde? Also doch.Leer más














