Wetterdienste
August 28, 2025 in France ⋅ ☁️ 19 °C
Die Maden haben wir überlebt, das Gruseln und die Klaustrophobie. In einer Schachtel in einer Bruchbude zu pennen ist definitiv eine Erfahrung der Kategorie "Kann man machen, muss man aber nicht". Am Morgen schafft es ein wenig Licht ins Geschachtel und wir schaffen den Limbo aus dem Zelt. Es regnet noch, gewittert aber nicht mehr, also weiter. Meinen letzten Handyakkurest habe ich fürs Checken der Wettervorhersage geopfert - Meteo France kündigt für den Abend weitere Gewitter an und Dauerregen für den Tag. Der norwegische Wetterdienst yr.no hat ebenfalls Regen für den ganzen Tag im Programm, Meteoblue hingegen bietet nur leichtes Geniesel. Wir entscheiden uns für Meteoblue und laufen weiter, hinein in den Nebel, raus aus dem Teufelsloch - dem man dennoch zugute halten muss, dass es uns vor dem Unwetter geschützt hat, doch wegen der fetten Made bin ich etwas nachtragend. Irgendwer hat in der ganzen Gegend sämtliche Schilder zerschossen, zusammen mit dem Grau der Umgebung und dem Grauen des Vortages gibt das eine stimmige Atmosphäre ab. Zum ersten Mal auf der Tour kommen wir an einer Bushaltestelle vorbei und ich ertappe Lian, wie er tatsächlich die Abfahrtszeiten checkt. Unglaublich! Er wollte doch nicht etwa... Der letzte Bus des Tages ist vor einer Viertelstunde gefahren, so ein Pech aber auch. Bleibt noch der Waldweg und eine Mittagspause mit Aussicht vom Neuntelstein. Wir fragen nicht danach, was mit den anderen neun Neunteln des Felsens geschehen ist, wir wollen es heute noch bis Barr schaffen. Da purzeln wir wieder einmal über eine Burgruine. Geht das schon wieder los! Jede einzelne übt noch immer eine starke Anziehungskraft auf Miron und Lian aus und muss durchklettert und erkundet werden. Ich übe mich in Geduld und scharre möglichst unauffällig mit den Hufen. Bisher sind wir gut mit der Entscheidung für Meteoblue gefahren, aber am Himmel verabreden sich schon wieder Wolkentürme zum Grillabend. Auch an der nächsten Burgruine bleiben wir hängen und kriechen in jede Ecke, erst danach entdecken wir das Schild, das den Zugang strikt untersagt, ups. Aber wir entdecken auch den perfekten Zeltplatz, genau in der Mitte der Ruinen. Erneut werfen wir unsere Tagesplanung über den Haufen und bauen das Zelt keine Sekunde zu früh auf - sobald alles verstaut ist, setzt sich Meteo France durch und besteht noch auf das angekündigte Gewitter. Ergeben lassen wir die Schauer auf uns niederprasseln, hauen vorsichtshalber ein paar Heringe mehr in den Boden und spannen auch die Sturmleinen, dann hat der Wind was zum Knabbern. Für uns selbst köcheln wir im Vorzelt ein Süppchen, das auch mehr oder weniger vollständig seinen Weg in unsere Mägen findet. Wir schimpfen lautstark auf Meteo France, das daraufhin Erbarmen mit uns hat und das Unwetter abzieht. Zur Entschädigung lässt sich der Wetterdienst nicht lumpen und malt den Horizont verheißungsvoll in Rottönen an - ein tolles Omen für morgen!Read more




















