• Über Potes nach Covadonga

    May 28 in Spain ⋅ ⛅ 29 °C

    Für die Rückfahrt von Fonte De haben wir vorgesehen uns noch das Bergdorf Potes anzuschauen. Nachdem wir im Supermarkt unsere Vorräte aufgestockt und auf der gegenüberliegenden Straßenseite bei „Nisio y Edith“ den obligatorischen Café von Leche getrunken hatten, erkunden wir die Altstadt. Wir hätten es nicht besser antreffen können, Arkaden mit vielen Geschäften, quirliges Leben in den engen Gassen, ein mittelalterlicher Dorfkern mit einem markanten, quadratischen Festungsturm, viele Brücken, die den Rio Deva überspannen (deshalb der Name: Villa de las Puentes) und eine Vielfalt an Gastronomie. Potes hat unsere Erwartungen übertroffen.

    Anschließend steuern wir eines der meistbesuchten Ziele Asturiens an den „Real Sitio de Covadonga“, den königlichen Ort von Covadonga.

    Obwohl das Dorf gerade mal 55 Einwohner zählt und eigentlich nur aus einer Basilika und einer Grotte mit Kapelle besteht, ist der Andrang groß. Das liegt an der historischen Bedeutung des Ortes. In der legendären Schlacht von Covadonga drängten genau hier die christlichen Truppen im Jahr 722 unter dem Kommando des westgotischen Anführers Pelayo die vorrückenden Mauren zurück. Mit diesem strategisch wichtigen Sieg begann die sich südlich fortsetzende christliche Befreiung der seit 711 von maurischen Truppen besetzten Gebiete in Spanien und Portugal.
    Der siegreiche Pelayo versteckte sich und seine 30 Kameraden in einer Felsenhöhle und konnte so die zahlenmäßig überlegenen Gegner überrumpeln. Himmlische Unterstützung soll er von der Jungfrau Maria „La Santina“ erhalten haben, die laut Legende die Pfeile der Feinde abfing. Pelayo gilt als Gründer und erster König des Königreichs Asturien.

    Wir tauchen heute ein in die Atmosphäre der Wallfahrt. In dieser einsamen Bergwelt auf eine derart große Basilika zu stoßen, ringt auch uns Anerkennung ab. Der Symbolik der Grotte können wir uns ebensowenig entziehen. Wenn jährlich mehr als 1,5 Millionen Menschen diesen legendären Wallfahrtsort besuchen, hinterlässt das Spuren. Den Fuente de los 7 Caños braucht Barbara hingegen nicht mehr, sie hat schließlich ihr Herzblatt bereits vor über 30 Jahren gefunden.

    Auch wenn wir für den Moment ergriffen sind, brauchen wir schnell wieder Bodenhaftung, denn für uns soll es noch 37 km weiter gehen. Wir freuen uns nämlich im Hier und Jetzt über ganz irdische Dinge, wie z.B. eine ordentliche Dusche auf dem Camping Ribadesella Asturias.
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