• Plötzlich Bidart, plötzlich Frankreich

    June 9 in France ⋅ ☀️ 18 °C

    First thing that goes is the plan !
    Nach Salamanca hatten wir irgendwie keine Lust mehr uns noch weitere historische Altstädte im Inland anzuschauen, sondern beschlossen unsere Siebenmeilenstiefel anzuziehen und zurück ans Meer zu fahren. San Sebastian war das Ziel, Burgos und Pamplona bleiben auf der Strecke; aufgeschoben, aber bestimmt nicht aufgehoben. Dann haben wir den Camping Igara de San Sebastián kontaktiert, der liegt zwar etwas außerhalb, wir waren jedoch schon einmal da und nicht unzufrieden. Die Antwort auf unsere E-Mail kam prompt, gerne, macht € 90 für zwei Nächte. Vor zwei Jahren hatten wir Ende März noch € 50 bezahlt, insofern kurze Rückfrage, jedoch kein Entgegenkommen. Also fanden wir im Netz einen alternativen, sogar etwas größeren Campingplatz. Den sind wir -völlig naiv- direkt angefahren, um zu erfahren, dass er tatsächlich an einem Dienstag Nachmittag Anfang Juni bereits ausgebucht ist. Dumm gelaufen. ACSI online macht es möglich, Barbara findet eine Lösung in unmittelbarer Nachbarschaft. Somit sitzen wir nach einem letzten Tankstopp in Spanien (€ 1,52/L) eine Dreiviertelstunde später direkt hinter der französischen Grenze auf einem wunderschönen Campingplatz in Bidart (€ 21 pro Tag).
    Nachdem wir uns kurz eingerichtet haben, wollen wir uns noch die Beine vertreten, also geht es auf zur nicht allzu weit entfernten Steilküste. Am Belvédère de Bidart finden wir wunderbare Ausblicke. Auch der kleine baskische Ort hat Flair, man möchte sich am Place Pietonne sofort an einen der vielen Tische der unterschiedlichen Restaurants setzen. Wir gehen hingegen hinunter zur Strandbar und genießen bei einem Panaché die untergehende Sonne.

    PS: Die Kirche, vermutlich 1610 fertiggestellt, ist eine Wehrkirche, die traditionell nach Osten ausgerichtet ist. Ihr massives Erscheinungsbild wird durch den Glockenturm verstärkt, der den Westwinden trotzt. Die Vorhalle ist typisch für baskische Kirchen: Sie diente dem Schutz vor dem Wind und als Treffpunkt für die Familienoberhäupter. Vor dem Betreten des Gebäudes fällt auf, dass der Boden der Vorhalle mit Grabsteinen gepflastert ist. Einer davon trägt die Gravur der Harpune des letzten Walfängers von Bidart. Auf dem Friedhof, südlich der Kirche gelegen, befindet sich der Grabstein von Richard Lloyd, einem englischen Offizier, der in Wellingtons Armee diente und von dem angenommen wird, dass er im Stehen beigesetzt wurde.
    Read more