• Isemarkt, Elphi und der grüne Bunker am Dom

    July 24 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C

    Leider hat sich Jörns Erkältung über Nacht verschlechtert, insofern ziehen wir heute nur mit Silke los. Wir starten mit einem Marktbesuch. Unter dem Hochbahnviadukt der U-Bahnlinie 3 erstreckt sich zwischen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum der Isemarkt. Es ist die Lage unter dem Viadukt, die dem Markt seine besondere Atmosphäre verleiht. Er gehört nicht nur zu den bekanntesten und größten Wochenmärkten Hamburgs, sondern zählt mit einer Länge von knapp 600 Metern und rund 200 Ständen auch zu den längsten Wochenmärkten Europas. Wir lieben dieses Potpourri aus Farben und Düften, hier kann man nicht nur Lebensmittel und Blumen zu Apothekenpreisen erwerben, auch heißt es hier sehen und gesehen werden. Wir schwimmen mit dem Strom, befriedigend rechts und links unsere Neugier und lassen das pralle Leben an uns vorüberziehen, herrlich.
    Während die Mädels anschließend in Eppendorf Shoppen gehen, unternehme ich einen ausgiebigen Spaziergang durch die benachbarten Stadtviertel. Danach haben wir uns den äußerst leckeren Blechkuchen im gemütlichen Petit Café mit Wohnzimmeratmosphäre wahrlich verdient.
    Unser Tagesticket soll sich lohnen, also geht es auf zur Elbphilharmonie in der Speicherstadt. Die Tickets für die Besichtigung sind derzeit immer noch umsonst, also lassen wir uns von den Rolltreppen zur Plaza hinaufbringen und genießen -mit einem Kaltgetränk in der Hand- die kongenialen Ausblicke auf den Hafen und die Landungsbrücken.
    Silke hat noch ein weiteres Highlight im Ärmel, es geht zum Heiligengeistfeld auf St. Pauli, allerdings schauen wir uns den dort beheimateten DOM lediglich aus luftiger Höhe vom Dachgarten des Bunkers an.
    Der heute grüne Bunker wurde im Zweiten Weltkrieg als Flakbunker errichtet. Während des Luftkriegs diente das massive Betonbauwerk nicht nur der Luftabwehr – auf seinen vier Turmvorsprüngen standen Flugabwehrkanonen – sondern bot auch Menschen aus dem Stadtteil Schutz.
    2017 wurde die Entwicklung des Bunkers genehmigt: Eine fünfstöckige Aufstockung schafft Raum für Hotel, Gastronomie, Fitness und Events. Ein besonderes Highlight: Die begrünte Fassade und das Dach verwandeln das historische Bauwerk in eine urbane Oase. Seitdem wandern unzählige Menschen über den begrünten Bergpfad zum Dachgarten, der nicht nur eine Auszeit inmitten der Stadt, sondern auch einen atemberaubenden Ausblick bietet.
    Auch diese Attraktion ist gratis und obwohl der Betonklotz von unten gar nicht so hoch aussieht, vermittelt er uns das typisch Bergwanderfeeling: man denkt permanent gleich müsste man eigentlich oben sein, doch nach der nächsten Kurve finden sich immer wieder neue Treppenstufen. Die Ausblicke entlohnen jedoch für jede Mühe und gerade mit der quirligen Traditionskirmes zu unseren Füßen ergeben sich bleibende Eindrücke. Hat man endlich den „Gipfel“ erreicht, wird im Dachgarten für Abhilfe hinsichtlich unseres Dursts gesorgt. Der Hunger leitet nach kurzer Zeit allerdings schon den Almabtrieb ein.
    Abschließend gönnen wir uns noch einen Kurzurlaub in der Bretagne mitten in Hamburg.
    Das Ti Breizh an der Deichstrasse ist ein charmantes Restaurant mit herzhaften Buchweizen-Galetten und süßen Crêpes nach bretonischer Art. Während wir uns hier verwöhnen lassen verbleibt uns nur, Jörn weiterhin gute Besserung zu wünschen.
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