• Simon Rossier
  • Fabienne Minder
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Panamerica Süd

Petualangan 714-sehari oleh Simon & Fabienne Baca selengkapnya
  • Jesuiten Ruine

    5 April 2025, Paraguay ⋅ ☁️ 25 °C

    Hohenau ist bekannt für gute Mechaniker, inflationäre deutsche Zuwanderung im Jahr 2020 und Jesuitenruinen. Als Nächstes entscheiden wir uns, Letztere zu besuchen. Die Jesuiten haben ihre Ruinen hier vor ein paar Hundert Jahren errichtet. Damals waren es allerdings noch keine Ruinen. Sondern einfach nur Gebäude.

    Im Gegensatz zu manch anderen Religionen haben die Jesuiten hier, subjektiv betrachtet, auch Gutes vollbracht. Zum Beispiel versuchten sie, die einheimischen Guaraní vor der Sklaverei zu schützen und förderten dabei deren gleichnamige Sprache. Die von den Jesuiten besser ausgebildeten Guaraní wurden dadurch allerdings zu begehrteren Sklaven, weshalb die Jesuiten-Reduktionen häufig überfallen wurden.

    Das stimmt so alles. Zumindest, wenn man Wikipedia Glauben schenken will. Wir sind aber skeptisch und fragen ChatGPT. ChatGPT bekräftigt diese Darstellung, also muss es wohl stimmen.

    Doch schon lange wohnen hier weder Guaraní noch Jesuiten. Das Sagen haben jetzt die Eulen. Wir fragen uns, was sie wohl sagen würden, wenn sie etwas sagen würden.
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  • Wasserkraftwerk Itaipu

    7 April 2025, Paraguay ⋅ ☁️ 28 °C

    Itaipú ist gemäss den Plakaten, die man dort an den Wänden befestigt hat, der grösste Stromerzeuger der Erde. Jährlich werden hier 95 Milliarden kWh Strom erzeugt. Eine Zahl, die so hoch ist, dass wir uns genau gar nichts darunter vorstellen können. Also haben wir nachgerechnet: Wenn man, um ein Handy zu laden, 10 Wh braucht, dann kann das Kraftwerk pro Jahr 9'500'000'000'000 Handys laden*. Das führt uns unausweichlich zur Frage, wo all die Handys herkommen? Wenn wir davon ausgehen, dass 8.2 Milliarden Menschen auf der Welt leben und jeder ein Handy hat (auch die Babies und ganz ganz alten Leute), dann könnte Itaipu jedes Jahr das Handy von jedem Menschen 1158 Mal laden. Das sind mehr als drei Mal pro Tag! Unser Handykonsum gerät aus den Fugen.

    Wir stecken es fuer ein paar Sekunden wieder in die Hosen und widmen uns der kolossalen Grösse des Wasserkraftwerks. Brasilien und Paraguay haben es zusammen gebaut. Während dem Bau starben auch viele Leute, aber die Frau, die uns durch das Kraftwerk führt, meint, dass sie instruiert wurde, nicht darüber zu sprechen. Wir haben aber auch nicht danach gefragt.

    Nach der Tour ist mein Handy nicht mehr in der Hosentasche und wir suchen panisch danach. Als wir eine halbe Stunde später alle Phasen der Trauer durchlebt und mit dem weiteren Verlust abgeschlossen haben, kriegen wir es zurück von einem Wärter, der es vor seiner Mittagspause gefunden und erst danach zurückgebracht hat.

    Dem Unternehmen Itaipú gehört hier sehr viel Land. Ein grosser Teil davon wird geschützt. In einem der Parks darf man übernachten, wenn man vorher die Genehmigung einholt. Das machen wir und verbringen mit Lena und Pascal drei Tage in der Idylle.

    *ohne Gewähr
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  • Typisch Paraguay 🇵🇾

    8 April 2025, Paraguay ⋅ ☁️ 24 °C

    - Jesuiten Missionen und Ruinen
    - Guarani (Ureinwohner) aber mehr oder weniger ausgestorben
    - Deutsche Auswanderer aus 2020
    - Günstig
    - Gute Mechaniker und Werkstätten
    - Kaum Touristenattraktionen
    - im Sommer brutal heiss
    - Itaipú Staudamm
    - Brasilianer kommen hier einkaufen (insb. in Ciudad del Este)
    - Rote Erde
    - Gertränke: Yerba Mate, Tereré
    - Gerichte: Chipa, Asado
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  • Kristalle

    9 April 2025, Argentina ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute machen wir drei Grenzübergänge innerhalb eines Tages: zuerst von Paraguay nach Brasilien, von dort kurze Zeit später nach Argentinien und dann am Abend spät wieder zurück nach Brasilien.

    Grund für die inflationäre Migration ist eine Kristallmine, die sich in Argentinien befindet. Wir fahren da hin und schauen sie uns an. Ein Typ, der hier den Leuten was von Kristallen und Höhlen erzählen will, nimmt und mit in eine Höhle und erzählt uns was von Kristallen. Manche sind weiss, andere rot, einige nennt man Amethysten und wieder andere sind gar keine Kristalle. Wir hören gespannt zu und schauen uns am Ende der Tour im Souvenirladen viele Kristalle an. Bei den meisten ist kein Preis angeschrieben. Für uns ein klares Indiz dafür, dass wir sie uns nicht leisten können.
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  • Typisch Argentinien 🇦🇷

    9 April 2025, Argentina ⋅ ☀️ 22 °C

    - Kondore
    - Mate, sowie Matespendergeräte an öffentlichen Orten
    - Dirt Roads
    - Pinguine
    - Rechtsvortritt
    - Nationalparks
    - Kriminalität (Einbrüche 😓)
    - gesellschaftliche Komplexe wegen Falkland: 'Las Malvinas son Argentinas'
    - maximal überrissene Eintrittspreise für Touristen (insb. Nationalparks)
    - kaum jemand kann Englisch. Nicht einmal im Touristensektor
    - Hassliebe Milei
    - Messi 10 und Weltmeister
    - es wird einfach alles teurer
    - Inflation
    - Blue Dollar
    - lustiges Spanisch
    - Combi, Camperland
    - berühmte Strassen (Routa 3, Routa 40 etc.)
    - Gauchos mit Hüten
    - Hot Dogs heissen nicht mehr Completos sondern Panchos
    - oft regelbewusste Autofahrer
    - Papst
    - Gerichte: Empanadas aus dem Ofen, Asado, Rindsfleisch, Alfajores
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  • Iguazú Fälle #1

    10 April 2025, Brazil ⋅ ☁️ 13 °C

    Wir besuchen die Mutter aller Wasserfälle. Wir haben auf dieser Reise ja so manchen Wasserfall gesehen und viele sind sich ziemlich ähnlich. Dieser hier nicht. Der ähnelt sich so gar nicht. Überall sieht er wieder ein bisschen anders aus. Und er ist riesig. Doch bevor wir ihn überhaupt sehen, sehen wir ihn nicht. Grund dafür ist, dass es noch zu dunkel ist. Denn wir sind mit dem ersten Bus des Tages hier her gekommen. Als die Sonne dann auch langsam eintrifft sehen wir nur ein bisschen vom Wasserfall, weil jetzt hat es Nebel. Erst so nach ein bis zwei Stunden lichtet sich der Nebel und enthüllt einen Anblick der uns in eine Fantasywelt katapultiert. Als wäre das nicht schon genug bilden trilliarden von Russsegler immer grössere Schwärme und fliegen rhythmisch praktisch durch die Wasserwälle hindurch. Wir unterbrechen den psychedelischen Trip, um uns durchs Frühstücksbuffet zu maulen. Dann laufen wir noch etwas am Fluss entlang und finden ein paar Koatis, die sich wie besessen fürs Essen der Touristen interessieren und ersteres auch kompromisslos und äusserst konfliktbereit für sich selbst beanspruchen. Kurz vor Mittag nimmt der Besucherandrang dann ein Mass an, das uns nicht mehr gefällt und so verlassen wir nach über 6h diesen wunderbaren Ort.Baca selengkapnya

  • Cueva do Diabo

    12 April 2025, Brazil ⋅ ☁️ 24 °C

    Innerhalb von zwei Tagen durchqueren wir Brasilien und erreichen unweit von der Atlantikküste die Cueva do Diabo, eine Höhle in der man ohne künstliche Beleuchtung kaum etwas sehen würde. Wir schreiben uns ein für eine Führung. Zur verabredeten Zeit sind wir noch immer die einzigen, die sich eingeschrieben haben und so gehen wir alleine mit unserem Guide los. Die Höle ist sehr sehr gross und wird von einem Fluss durchflossen. Wir finden es ziemlich schön da drin.Baca selengkapnya

  • Iguape

    13 April 2025, Brazil ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir fahren nach Iguape. Iguape ist bekannt dafür, dass dort Felipe's Eltern wohnen. Wir möchten sie unbedingt besuchen. Keine fünf Minuten nach unserer Ankunft sitzen wir bereits an ihrem Tisch und essen handgemachte Pasta und Bolognese 😍 Wir werden herzlichst empfangen und gleich darauf durch die Region geführt. Iguape fühlt sich schon ziemlich bald wie ein zweites Zuhause an.Baca selengkapnya

  • São Paulo #1

    17 April 2025, Brazil ⋅ ☁️ 25 °C

    In São Paulo treffen wir uns mit der Familie Garcia, die uns empfängt als wären wir Könige auf Staatsbesuch. Für ein paar Tage dürfen wir bei ihnen zu Hause übernachten und werden in vollstem Masse in die unfassbar herzliche Kultur und umwerfende Gastronomie Brasiliens eingeführt. Wir verlieben uns in beiderlei.

    Während unserer Zeit hier besuchen wir das Butantan Institut, wo Impfstoffe und Schlangengiftserum hergestellt werden, den Stadtmarkt mit seinen berühmten Mortadella Sandwiches, das Museum der portugiesischen Sprache, den ikonischen Farol sowie unsere erste und bisher beste Churrascaria.
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  • Regenwaldvögel

    24 April 2025, Brazil ⋅ 🌧 21 °C

    Wir warten wieder einmal auf ein Paket. Gopferdami. Unsere Bremsen sind bald durch und auch die Koppelstangen oder irgend so etwas müssen ersetzt werden. Weil wir ab und zu aus Fehlern lernen, bestellen wir das Zeug dieses Mal mit DHL Express nach Brasilien. Zwei Wochen bevor wir hier eintreffen. Mit DHL Express müsste das Paket innert vier Tagen ankommen. Nach zwei Wochen ist es dann irgendwo in São Paulo, wird aber nicht weiterverarbeitet, weil der Zoll streikt. Uns wird eine Verzögerung von weiteren zehn Tagen prognostiziert. Dann, nach ein paar Tagen, durchläuft es tatsächlich den Zoll – wird aber nicht ausgeliefert, weil wir zuerst die Zollgebühren bezahlen müssen. Weil wir 100 Franken zusätzlich für den Expressversand bezahlt haben, werden auch diese Kosten zum Zollwert addiert (was wir hätten wissen können). Am Ende kosten uns die Ersatzteile das Vierfache ihres eigentlichen Werts. Und das Bezahlen der Zollgebühren klappt auch nicht. Die DHL-Webseite erkennt unsere Rechnungsnummer wiederholt nicht. Grund sei ein Systemfehler. Am Ende fahren wir persönlich in die Filiale und holen das Paket dort ab.

    In der Nähe von Iguape gibt es eine Vogelbeobachtungsstelle. Dort fahren wir hin und beobachten Vögel. Das Blatt wendet sich aber, sobald wir eine Banane in der Hand halten. Sofort werden wir zu den Beobachteten. Und wenig später von den Sittichen belagert. Nachdem die Bananen alle weggeschmatzt sind, verfolgen die grünen Vögel Fabienne wohin sie auch geht. Unser Highlight sind aber die wunderschönen Goldtukane, die hier passend 'Araçari-Banana' genannt werden.
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  • Trinidad

    29 April 2025, Brazil ⋅ ☁️ 22 °C

    In Trinidad gibt es schöne Strände. Wir besuchen einen. Es ist bewölkt. Trotzdem ist es schön hier.

    Auch besucht haben wir den Schluckstein (Pedra que engole), der uns mitten im Fluss schluckt.

  • Nukular

    1 Mei 2025, Brazil ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir fahren der Küste entlang und sehen plötzlich ein Kernkraftwerk direkt am Meer. Für uns ein Grund anzuhalten, um zu sehen ob man es besichtigen kann. Aber wir werden am Eingang abgewiesen, weil die Besucherzeit bereits verstrichen ist. Also fahren wir weiter. Nach ein paar Minuten fällt Fabienne ein, dass man hier in warmem Wasser baden könne. Ich mache eine Vollbremsung und drehe um. Wenig später stehen wir am Meerufer. Vor uns glitzert das türkisgrüne Wasser einladend. Wir gehen rein und stellen fest, dass das Wasser tatsächlich sehr warm ist. Fast wie in einer heissen Quelle. Hier irgendwo mündet das Kühlwasser aus dem AKW ins Meer und erhöht die Wassertemperatur drastisch. Es heisst das Wasser sei nicht kontaminiert. Weil es hier so schön ist übernachten wir spontan gleich nebenan. Am nächsten Morgen besuchen wir einen anderen Strand, dreihundert Meter vom letzten entfernt. Auch hier ist das Wasser warm. Aber nicht ganz so warm wie gestern. Das Wasser kitzelt schön unter der Haut. Und Fabienne schwimmt ein bisschen mit Donatello - der Schilkröte.Baca selengkapnya

  • Rio #1

    2 Mei 2025, Brazil ⋅ ☀️ 25 °C

    Mit jedem Meter, den wir uns Rio nähern werden die Strassen chaotischer. Wir befinden uns seit wenigen Wochen in einem Land wo gefühlt alle 200m ein Blitzer steht. Gleichzeitig scheint hier die Autorität roter Ampeln zusehends zu sinken.

    Wenn wir Brasilianern bisher erzählt haben, dass wir nach Rio möchten, blickten sie uns in der Regel schockiert und fassungslos in die Augen, um uns dann zu erklären, dass wir dort im Prinzip garantiert sterben würden. Wenn wir eines auf dieser Reise gelernt haben, dann dass sich jeder von seinem Nachbarn fürchtet: in den USA hielt man uns für geisteskrank, weil wir nach Mexiko reisen wollten. In Mexiko wurden wir gewarnt, dass die echte Gefahr erst in Mittelamerika lauern würde, wo uns dann wiederum vor Kolumbien abgeraten wurde. In Kolumbien dann waren die Leute erstaunt, dass wir es lebendig durch Mexiko geschafft hätten. Und so weiter und so fort.

    Wir gehen also nach Rio, stellen unser Auto ausserhalb auf einen Campingplatz und besuchen per Metro, Bus und Uber einige der Sehenswürdigkeiten. Eine davon ist die Christusstatue. Die Plattform auf der sie steht bietet angenehm Platz für vielleicht 50 Menschen. Eingetroffen sind wohl über 1000. Fotografen haben Teile der Plattform mit Bändern abgesperrt, um ihren Kunden die Möglichkeit zu geben eines der beliebten Fotos mit ausgebreiteten Armen vor der Statue zu schiessen ohne dass jemand anderes davor steht. Aber alle sind gut drauf und die Aussicht ist bombastisch. Ein Standbesitzer verkauft lauthals "biscoitos da Lady Gaga!" (Lady Gaga Kekse) und wir schmunzeln.

    Tatsächlich kommt Lady Gaga morgen für ein Gratiskonzert an die Copacabana und wie es der Zufall so will sind wir zeitgleich hier. Die Tage davor läuft überall ihre Musik und die gesamte LGBTQ Bevölkerung der Welt hat sich bereits hier eingefunden, um für gute Stimmung zu sorgen. Am Abend des Auftritts mischen wir uns unter die 2.5 Millionen Konzertbesucher (es waren wirklich so viele) und erleben das Spektakel etwa einen Kilometer von der Bühne entfernt hauptsächlich über die zig Bildschirme, während wir versuchen uns vom um 2 Sekunden verzögerten Ton nicht allzu fest irritieren zu lassen.

    Am Ende überleben wir, um ein paar Caipirinhas reicher, auch dieses russische Roulette und resümieren, dass Rio de Janeiro voller toller Menschen steckt und optisch die für uns bisher schönste Stadt dieser Reise war.
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  • Der Mähnenwolf

    7 Mei 2025, Brazil ⋅ ☀️ 20 °C

    Vor Jahren einmal habe ich in irgend einer BBC Dokumentation ein Tier gesehen, das ich damals zum ersten Mal sah. Das kommt selten vor. Noch dazu sah es aus als käme es aus einer anderen Welt. Es erinnerte mich ein bisschen an ein Pokémon. Ich habe daraufhin recherchiert und herausgefunden, wo man gute Chancen hat es zu Gesicht zu bekommen.

    Und jetzt, Jahre später sind wir hier, irgendwo weit weg von allem, wo nur eine Kirche steht und drum herum in alle Richtungen Wald. Die untergehende Sonne taucht die ohnehin schon märchenhafte Szenerie zusätzlich in ein magisches Dämmerlicht. Die Stimmen der Besucher verstummen langsam und alle warten ruhig auf den Protagonisten.

    Nach dem Abendessen nehmen wir alle vor der Kirche platz, schweigen und warten. Jemand bringt eine Schale mit Papaya und anderen Früchten und legt sie vor uns in die Mitte. Nach einiger Zeit wagt sich etwas die Treppe zu uns hoch und nähert sich vorsichtig der Fruchtschale. Es ist ein Fuchs. Wir sind aber nicht wegen ihm hier. Der Fuchs vergräbt sein Gesicht eilig in der Fruchtschale und verzieht sich danach wieder und wir warten weiter. Es vergeht eine Stunde. Manche Besucher geben auf und verziehen sich in ihre Zimmer. Wir bleiben sitzen. Dann wird es plötzlich unruhig, jemand will etwas in der Dunkelheit gesehen haben. Wir frieren unsere Bewegungen ein und starren über die Treppe vor uns in die Nacht. Dann innerhalb von wenigen Sekunden steht er plötzlich majestätisch vor uns und blickt uns allen erhaben entgegen: der Mähnenwolf. Wir können kaum fassen wie gross er ist.
    Das Tier beugt sich wie eine Giraffe am Wasserloch vorüber, verschlingt ein paar Papaya und zieht dann wieder hinaus in die Nacht.
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  • Ouro Preto

    8 Mei 2025, Brazil

    Nach Rio beginnt für uns ein gewaltiger Schlenker durch die südliche Hälfte Brasiliens. Was auf der Karte aufgrund zweidimensionaler Verzerrungen nach einer überschaubaren Strecke aussieht, entpuppt sich bald als kleine Weltreise. Die nächsten Wochen tauchen wir ein in das Leben eines Truckers: Wir verbringen täglich bis zu acht Stunden auf diversen Strassenszenerien und sind uns nicht immer sicher, in welcher Zeitzone wir uns gerade befinden. Abends übernachten wir an Tankstellen. Und erstaunlicherweise werden wir trotz all der Bewegung dicker. Aus Frust laden wir unsere Teller beim täglichen All-you-can-eat-Buffet noch ein bisschen voller.

    Den ersten Stopp legen wir in Ouro Preto ein. Eine Stadt, von der viele Brasilianer schwärmen. Auch wir sind begeistert. Wir besichtigen ein restauriertes Herrenhaus, in dem früher Sklaven untergebracht wurden. Ein Relikt aus einer Zeit, in der hier tonnenweise Gold aus den Minen geholt, in Holzkisten mit Dreifachschlössern verpackt, an die Küste gebracht und von dort nach Portugal verschifft wurde. Damals waren Überfälle auf solche Goldtransporte zu Land wie zu Wasser keine Seltenheit. Ein faszinierender Einblick in ein düsteres Kapitel der brasilianisch-portugiesischen Geschichte.
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  • Wo ist der Mähnenwolf?

    10 Mei 2025, Brazil ⋅ ☀️ 25 °C

    Vor ein paar Tagen standen wir Auge in Auge mit einem der faszinierendsten Tiere, dem wir je begegnet sind. Seither kriegen wir den Mähnenwolf nicht mehr aus unseren Köpfen und wünschten uns ihn noch einmal in natürlicher Kulisse und bei Tag zu sehen. Wenn man die Leute hier fragt ob sie schon einmal einen Mähnenwolf gesehen hätten, erwidern sie dass sie unsere Sprache nicht sprechen. Wir lassen uns nicht beirren und fahren einen ziemlichen Umweg zu einem Park in dem er offenbar manchmal gesichtet werden soll. Der Lobo Guará, oder einfach nur Lobo, wie er hier genannt wird, ist ein scheues Wesen. Er ist hauptsächlich in der Nacht aktiv und verrichtet sein Geschäft nur auf vegetationsfreiem Untergrund - z.B. minim verächtlich auf Termitenhügeln.

    Wir befinden uns irgendwo mitten in Brasilien fernab von jeglicher Zivilisation. Es ist 5:00 Uhr Morgens. Unser Wecker klingelt. In 1.5 Stunden geht die Sonne auf. Wenig später sitzen wir in einem Jeep und lassen uns von einem Guide in den Park bringen. Weil ohne Guide darf man hier vor 8.00 Uhr nicht rein. Die Scheinwerfer erhellen das rote, sandige Gelände vor uns und unsere müden Augen halten Ausschau nach Wolfskot. Weil hier überall Gräser und Büsche wachsen, befindet sich der Kot häufig direkt auf der Strasse. Die Minuten vergehen und unser Teil der Erde dreht sich langsam der Sonne zu. Immer wieder finden wir Kothaufen, die unser Guide als frisch identifiziert und ab und zu durchfährt unsere Nasen ein starker Cannabisgeruch. So riecht der Urin des Mähnenwolfs. Ich schwöre. Doch der Protagonist bleibt unauffindbar. Es vergehen Stunden und gegen 8:00 Uhr sinken die Chancen noch einen Lobo zu finden gen Null. Unsere Blicke scannen weiterhin, die an uns vorbeiziehende Umgebung. Plötzlich entdecken wir dreihundert Meter von uns entfernt einen Schatten der sich langsam, wolfig durchs hohe Gras bewegt. Und es ist tatsächlich ein Mähnenwolf. Das Tier streift erhaben durch die Steppe. Seine langen Beine erheben ihn aus dem kniehohen Gras. Wir schauen dem Wolf wenige Minuten gebannt aus grosser Distanz zu, bevor er wieder im Gebüsch verschwindet.

    Am Abend fahren wir für die Dämmerung erneut in den Park. Jetzt aber alleine. Vom Mähnenwolf aber keine Spur.

    Also geht es am nächsten Morgen noch einmal mit dem Guide rein. Und auch dieses Mal entdecken wir einen Mähnenwolf, der direkt vor uns auf der Strasse steht. Als er uns entdeckt dreht er sofort ab und rennt im Gegenlicht hinaus in die Steppe. Aber auch dieses Mal reicht es leider für kein gutes Bild. Dabei bleibt es dann aber auch. Die Touren werden uns leider etwas zu teuer und wie der Wolf läuft uns auch die Zeit davon. Also beschliessen wir weiterzuziehen und nehmen die Faszination für dieses wunderbare Tier mit.
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  • Brasília

    13 Mei 2025, Brazil ⋅ ☀️ 24 °C

    Brasília wurde in den 1960er Jahren als neue Hauptstadt Brasiliens aus dem Boden gestampft und ist geprägt von zahlreichen architektonischen Meisterwerken. Oscar Niemeyer, einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts, durfte sich hier einige Denkmale errichten. Und seine Werke sind ohne Zweifel beeindruckend. Doch der Stadt fehlt es spürbar an Charme. Alles wirkt riesig, grau und leblos. Wir verlassen die flugzeugförmige Planstadt über eine der mehrspurigen Strassen auf dem Nordflügel zur Hauptverkehrszeit. Dennoch gibt es kaum Stau. So richtig warm werden wir mit dem Ort nicht. Fairerweise sei aber erwähnt, dass wir der Metropole gerade einmal einen Nachmittag gewidmet haben.Baca selengkapnya

  • Guides

    15 Mei 2025, Brazil ⋅ ☀️ 25 °C

    Wenige Stunden nördlich von Brasília liegt eine Region, die unzählige märchenhafte Flüsse und Wasserfälle beherbergt. Bei den meisten braucht man einen Guide, um sie zu besuchen. Von der Art Tourismus sind wir kaum zu begeistern. Also steuern wir eine Region an wo man einfach Eintritt bezahlt und dafür die Flüsse, wie erwachsene, emanzipierte Menschen ohne Guide erkunden darf. Dort angekommen werden wir als erstes gefragt wo unser Guide sei.

    12h Später führt uns Juinho dem Fluss entlang zu verschiedenen Schwimmplätzen. Und obwohl wir die Gegend lieber alleine erkundet hätten, ist er super drauf und steckt uns an. Die Orte, an die er uns bringt sind trotz Guide unfassbar schön. Wir verbringen den Tag damit zu baden, bis wir nicht mehr baden möchten und dann an den nächsten Ort zu ziehen, um erneut zu baden.
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