• Huayna Potosí #2

    24 октября 2024 г., Боливия ⋅ ☁️ 0 °C

    Um 2330 Uhr stehen wir wieder auf und trinken Coca Tee während wir uns für den Aufstieg bereit machen. Zwei Paar Socken, ein Paar Plastikschuhe, drei Schichten Hosen, drei Schichten Jacken, eine Kappe, einen Helm und eine Stirnlampe schwerer stehen wir um 0030 Uhr vor der Hütte und satteln unsere Rucksäcke mit Trinkwasser, Eispickel und Steigeisen.

    Dann laufen wir los in die Dunkelheit. Schritt für Schritt dem Gipfel entgegen. Über uns glitzern die Sterne und unter uns das Eis des Gletschers. Fabienne, ich und unser Guide Edwin sind per Seil im Zweimeterabstand miteinander verbunden. Wir laufen und laufen und laufen. Ab und zu springen wir über bis zu einem Meter breite Gletscherspalten, deren Ende unsere Stirnlampen nicht erreichen. Die einzigen Geräusche die wir hören sind das gelegentliche Knacken des Gletschers, unsere Fussstapfen im Schnee und Eis sowie das alles übertönende Nilpferdschnaufen meinerselbst. Stunde um Stunde vergeht und etwa jede halbe Stunde sind wir wieder 100m höher als zuvor. Um 0530 erreichen wir das Tor zum Weltall und setzen uns auf dem Gipfel des Huayna Potosí erstmal hin. Links und rechts von uns fällt der Berg ins Bodenlose. Vor uns senkt sich der Horizont der Erde langsam in Richtung Sonne. Wir haben das Gefühl, die Erdkrümmung zu erkennen. Vielleicht halluzinieren wir auch. Wo wir auch hinblicken eröffnen sich uns wunderschöne Anblicke. Uns bleibt der Atem weg.

    Der Abstieg ist scheisse, weil wir keine Kraft mehr haben.
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  • Death Road Biking

    28 октября 2024 г., Боливия ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Todesstrasse heisst so weil es tatsächlich eine Strasse ist. Zudem sind hier viele Leute gestorben, weil sie nicht auf letzterer geblieben sind. Wir meinen, dass das doch nicht so schwer sein kann und buchen einen Ausflug mit dem Bike dorthin. Die Strasse beginnt ganz oben irgendwo zwischen 4000 - 5000 M.ü.M. und führt über drei Stunden lang durch beinahe alle Klimazonen, die Bolivien zu bieten hat und endet auf etwa 1500 M.ü.M. in den Ausläufen des Amazonasbeckens. Die Landschaften sind schön, das biken macht Spass, die Klippen sind steil und die Strasse ist eng. Alles in allem ein gelungenes Nahtoderlebnis.Читать далее

  • Pampas #1

    29 октября 2024 г., Боливия ⋅ ☁️ 29 °C

    Wir fahren mit dem Bike die Todesstrasse runter Richtung Amazonas, um dort Anacondas zu fangen und riesige Kaimane zu streicheln. Und das gefährlichste daran ist wohl die Busfahrt. Am Ende der Todesstrasse warten wir abends auf den Bus. Er kommt lange nicht. Also googeln wir das Busunternehmen, um zu sehen wie er aussieht. Auf vielen Bildern fehlen Teile vom Bus oder es sind Ecken eingedrückt. Meistens liegt er auch neben der Strasse zwischen umgeknickten Bäumen. Dann kommt der Bus und wir steigen ein. Es geht los und wir brettern wie der Doppelstöckerbus in Harry Potter durch die Dunkelheit. Nur der Schrumpfkopf am Rückspiegel fehlt. Man hätte auch in den Urwald fliegen können, aber das wäre teurer gewesen und wir sagen immer "lieber günstig als sicher".

    20h später befinden wir uns umgeben von Wald, Mücken und Kaimanen in der schwülheissen Pampa Boliviens. Die nächsten drei Tage erleben wir allerhand. Einmal streifen wir durchs Dickicht auf der Suche nach Anacondas als unser Guide plötzlich hektisch in einen Busch greift, zwei riesige Schlangen heraus zieht und uns energisch bittet sie ihm abzunehmen, weil da noch mehr im Busch sind. Ein anderes Mal halten wir mit unserem Boot und werden vom Guide zu Pepe geführt und aufgefordert ihm den Kopf zu streicheln. Pepe ist ein 350kg schwerer und über 4m langer Kaiman. Die Leute hier kennen ihn seit mehr als 30 Jahren und sie sind Freunde. Dann gehen wir einmal Piranhas fischen und essen sie Abends. Und zu guter Letzt fahren wir mit dem Boot an einen Ort wo sich zwei pinke Flussdelfine im braunen Wasser tummeln. Unser Guide sagt, dass es hier sicher zum schwimmen sei, weil sich die Kaimane und Piranhas aus Angst vor den Delfinen fernhalten. Nach zehn Minuten im Wasser badend, taucht wenige Meter vor uns der Kopf eines Monsterkaimans auf, der grösser als Pepe ist. Ende.
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  • Amazonas

    1 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ☁️ 32 °C

    Nach der Pampa begeben wir uns in den nahegelegenen Dschungel von Rurrenabaque. Das Buch "lost in the Jungle", das mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle vor ein paar Jahren verfilmt wurde, handelt von einem Israeli, einem Ami, einem Schweizer und einem Österreicher, die vor bald vierzig Jahren in diesem Dschungel auf der Suche nach einem Abenteuer letzteres fanden und dabei tragisch verloren gingen. Jeder hier im Dorf kennt die Geschichte und der Gründer unserer Agentur fuhr das Boot, das den Amerikaner und Israeli zurück aus dem Dschungel brachte.

    Wir sind an einem Ort der geprägt ist von Geschichten, Mythen und Legenden. Im Dschungel erklären uns die sehr gute Köchin und der sehr kleine Guide Juancito, das wir unsere nassen Kleider nicht über Nacht draussen lassen sollen, weil sonst der Nachtschmetterling kommt und seine Eier rein legt, dessen Larven dann in unsere Haut gehen. Been there done that, meint Fabienne. Zudem erklärt Juancito, dass man Epilepsie heilen könne, indem man das Blut einer Fledermaus trinke. Die Köchin erwidert jedoch, man könne die Krankheit auch heilen, wenn man die Person während eines epileptischen Anfalls mit einem Kübel kalten Wassers überschüttet. Vor ein paar Jahren sei zudem ein junger Chilene im Dschungel verschollen. Ein Schamane habe ihn dann gegen Bezahlung aufgespürt und als er dann doch nicht bezahlt wurde, habe er alle Wildschweine verschwinden lassen. Wir hören ultra gespannt zu.

    Später führt uns Juancito durch den Dschungel. Alles ist verwachsen weshalb Juancito eine Machete mitgebracht hat. Er bahnt sich einen 150cm hohen Koridor durchs Dickicht und wir folgen ihm in Glöcknerstatur.
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  • Sucre

    9 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ⛅ 22 °C

    Alle sagen uns wir müssen nach Sucre - weil die Gebäude dort so schön weiss sind. In einem Land aber wo wir jeden Tropfen Diesel zweimal ausdrücken müssen, bleibt auch jeder Umweg zweimal überlegt. Wir überlegen zweimal und gehen hin. Ausschlaggebendes Argument dafür war die Tatsache, dass vor etwa 70 Millionen Jahren offenbar auch schon Dinosaurier dort hin migriert sind. Wir folgen ihren Spuren während Teile ihrer Überreste unserem Motor die nötige Energie dafür liefern.

    Sucre dünkt uns ok. Die Dinospuren überzeugen aber einiges mehr. Offensichtlich gingen die Reptilien hier vor Jahren vertikal die Wände hoch. Man erklärt uns, dass die Spurenwand vor uns den längsten Dinospaziergang der Welt dokumentiert. Auch die Titanosauriere, die grössten ihrer Ära, gingen hier wiederholt und in Gruppen senkrecht spazieren. Einzig der T-Rex fehlt, dessen Überreste bisher nur in Nordamerika gefunden wurden. Mit seinen kleinen Händen und dem grossen Mund eigentlich ein klassischer Ami. Wir sind begeistert von den Sauropoden, Ornithopoden, Theropoden und Ankylosauriern und nun offensichtlich auch fachkundige Spezialisten auf dem Gebiet der Paläontologie.
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  • Potosí

    11 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ⛅ 14 °C

    Fabienne zuckt es im Schulterblatt: sie fühlt den Drang ihre Wurmkräfte wieder unter Beweis zu stellen. Also begeben wir uns in Potosí tief in einen Berg hinein wo wir eine aktive Mine besichtigen. Während wir uns in Wurmmanier immer tiefer in die Dunkelheit tasten, rasen an uns Minenarbeiter mit ihren kleinen Zugwägelchen vorbei. Jedes an die zwei Tonnen schwer. Mit jedem Schritt wird es dunkler und wahrscheinlich gefährlicher. Unsere Plastikhelme schützen uns aber vor der latenten Gefahr eines Mineneinsturzes. Gestern war hier in Potosí ein Feiertag. Die meisten Minenarbeiter stehen oder liegen noch auf den Strassen der Stadt rum. Für uns bedeutet das, dass wir umso tiefer rein müssen, um ein paar Leute zu finden, die tatsächlich ihrer Arbeit nachgehen. Sehr tief im Berg (Cerro Rico) drin werden wir fündig. Im aufgewirbelten Staub und Dreck stehen ein paar Männer und konzentrieren sich darauf Schutt in einen Wagen zu fördern, ohne dass ihnen die mundvoll Kokablätter aus dem Mund fallen. Inmitten eines Berges erhaschen wir für ein paar Minuten einen seltsam aussergewöhnlichen Einblick in den Alltag dieser Menschen. Danach statten wir dem Gott des Berges noch einen Besuch ab, hinterlassen dort ein paar Opfergaben, trinken einen Schluck 96%igen Alkohol und begeben uns wieder ans Tageslicht, wo wir schliesslich erblinden.Читать далее

  • Uyuni Eisenbahnfriedhof

    14 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ☀️ 21 °C

    Vor ein paar Jahren war Bolivien noch viel grösser als heute und reichte unter anderem bis zur Pazifikküste. Das Land verlor jedoch einen Krieg nach dem anderen und schliesslich auch sein Küstenterritorium an Chile. Chile versprach danach eine Eisenbahnlinie, die La Paz mit Arica verband, zu errichten und Bolivien so einen Meerzugang zu ermöglichen. Die Eisenbahnlinie wurde gebaut, Uyuni wurde ein wichtiger Knotenpunkt für Mienenexporte, Jahre vergingen, die lokale Industrie in Uyuni brach zusammen und eine Vielzahl der Lokomotiven und Zugwagen wurden obsolet. Seither stehen sie hier in der Wüste und können gratis besichtigt werden. Zum Beispiel von uns.Читать далее

  • Salar de Uyuni #1

    15 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ⛅ 21 °C

    Unser blaues Wüstenschiff sticht in eine längst ausgetrocknete See. Zurück geblieben ist ein schier endloser weisser Planet bestehend aus vereinzelten Kakteeninseln, scharfkantigen Korallenskeletten und Polygonen aus Salz bis über den Horizont hinaus. Wir brettern kilometerweit über die Salzkruste dieser surrealen Welt und versuchen dabei nicht mit unserem Camper einzubrechen. Aufgrund steigender Temperaturen, ist erstere nämlich stellenweise nicht mehr ganz so dick und stabil und es brechen immer wieder Fahrzeuge ein. Wir halten uns vorsichtshalber vor allem von den Ufern der Inseln fern. Dieser lebensfeindliche Ort hält uns mit seinen endlosen Weiten, seiner beruhigenden Stille und kontrastreichen Landschaften in Bann. Wir bleiben drei Tage und sehen in der Zeit knapp drei Autos in weiter Entfernung an uns vorbei ziehen.Читать далее

  • Salar de Uyuni #2

    16 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ☀️ 19 °C

    Sobald sich der Tag seinem Ende neigt und die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, können wir unsere Sonnenbrillen, die seit Sonnenaufgang auf unseren Nasen sitzen, ablegen. Kurz darauf führt die veränderte Thermik zum allabendlichen Ministurm, der aus dem Westen kommend an unserem Bus rüttelt. Nach knapp zwei Stunden verzieht sich der Wind und es wird so ruhig wie an wohl wenigen anderen Orten auf dieser Welt.Читать далее

  • Lavakammer

    17 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ⛅ 19 °C

    Wir besichtigen einen Ort, den wir zuvor noch nicht auf Bildern bereits gesehen haben. Eine Seltenheit. Irgendwo am Rande der Uyuni Salzwüste soll es eine Höhle geben, die wir nur aus uns überlieferten Texten und Gesprächen kennen. Leute haben uns empfohlen, dort hin zu gehen, um uns die sich darin befindenden, versteinerten Seegräser anzuschauen. Vorort entpuppen sich die Fossilien aber um einen Mythos, denn bei den versteinerten Seegräsern handelt es sich in Wahrheit um erstarrte Lava. Viele Monde sind vergangen seit hier einst flüssige Lava aufhörte flüssig zu sein und dabei irgendwie eine Höhle bildete. Die Höhle wurde über die Zeit mit Sand und Erde gefüllt, um dann vor ein paar Jahren von Menschen entdeckt, wieder freigeschaufelt, und schliesslich von uns betreten zu werden. Wir sind beeindruckt und widerstehen nur knapp dem unzähmbaren Verlangen die äusserst zerbrechlichen Formation zu berühren.Читать далее

  • Lagunenroute #1

    19 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ☀️ 4 °C

    Hierfür hat unser Büssli die letzten 60'000 km trainiert. Wir fahren die berüchtigte ominöse Lagunenroute. Viel Bodenfreiheit wäre gut, doch das haben wir nicht. Also fahren wir schnell, um die Zeit auf den Offroadpisten zu minimieren. Bis Fabienne sagt, dass wir nicht mehr schnell fahren dürfen. Danach fahren wir langsam. Und als wir einmal besonders langsam fahren, fahren wir plötzlich gar nicht mehr. Ha! Wie eine Schildkröte auf einem Miniskateboard liegen wir brach auf einer kleinen Sandkuppel. Ich freue mich, weil wir endlich einmal an unsere Grenzen gehen. Fabienne freut sich innerlich. Sowie zeitlich versetzt ein paar Tage später. Über ein gutes Schoggigipfeli. Wir steigen aus, demontieren unsere Sandbleche (zum ersten Mal, um uns selber zu befreien!) und greifen zur Schaufel. Nach einer halben Stunde und zwei Anläufen sind wir wieder frei und setzen das Abenteuer fort.

    Unser Weg führt uns durch herrliche Landschaften und waghalsige Pisten und wir begegnen dabei unzähligen Flamingos und Vicuñas. Nach fünf Tagen erreichen wir mit der Grenze zu Chile auch das Ende der Lagunenroute. Wir sind ein bisschen Stolz, dass wir die Route geschafft haben und freuen uns auf weniger windige Gefilde vor uns. Und damit befinden wir uns mit unserem Camper wohl auch zum letzten Mal auf über 4500 Metern Höhe. Denn ab Chile gehts bergab.
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  • Typisch Bolivien 🇧🇴

    22 ноября 2024 г., Боливия ⋅ ☀️ 11 °C

    - Benzinmangel
    - Strassenblockaden
    - Bei rot über Ampel normal
    - gutes internationales Essen
    - sehr gute Wechselkurse für Fremdwährungen (insb. Dollar) auf Schwarzmarkt
    - Ab jetzt heisst Avocado "Palta" ( nicht mehr Aguacate)
    - Weniger Früchte
    - Vielfältiges Land
    - Röckli der Indigenen sind sehr breit
    - Kinder in Tücher am Rücken
    - massiv sauberer als Peru
    - Erzfeind: Chile
    - sehr liebevolle und freundliche Menschen
    - Bodenschätze
    - günstige Touren
    - Drama mit der Regierung
    - Teleferico
    - Patagonia Fälschungen
    - Gerichte: Chuflay (mit Singani), Jawitas (La Paz - wie Empanadas), erschwingliches Gourmet, Kaiman, Chicha (Maisbier)
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  • San Pedro de Atacama

    24 ноября 2024 г., Чили ⋅ ☀️ 29 °C

    Mit der einen Hand begrüssen wir Chile und mit der anderen verabschieden wir uns von unserem Portemonnaieinhalt. Auf den Preisanstieg, den wir gerade erfahren, waren wir nicht vorbereitet. Offenbar gehören Restaurantbesuche nun wieder der Vergangenheit an. Über unsere Wangen kullern Tränen. Ein Polizist schreit mich an, weil ich an einem Ort anhalte wo ich nicht parkieren darf. Seit Mexiko war das aber mit Warnblinkern immer ok. Zwanzig Minuten später haut uns eine alte Frau mit ihrem Stock auf den Bus weil wir ihr offenbar im Weg standen.

    Atacama war für uns bisher hauptsächlich als Ort bekannt, wo man Observatorien zur Erforschung des Weltalls errichtet hat. Aus diesem Grund buchen wir eine sündhaft teure Nachthimmeltour. Dabei werden uns diverse Himmelsobjekte erklärt und wie man sie vom Mond und der Sonne unterscheidet. Schliesslich werfen wir noch einen Blick durch das Teleskop. Wir erblicken dabei Saturn, Jupiter und vier seiner grössten Monde, Venus, Sirius (der hellste Stern am Nachthimmel), die Plejaden, den Orionnebel und einen schönen Sternhaufen.
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