• Guangzhou

    April 22 in China ⋅ ☁️ 29 °C

    Der Kontrast zwischen Shenzhen und Guangzhou war recht groß. Beides Städte mit ca. 18 Mio Einwohnern, aber in Shenzhen alles neu und shiny und supersauber (zumindest in den Vierteln, wo ich war), in Guangzhou fahre ich vom Bahnhof mit der Metro in die Nähe meines Hotels, erwische aber die falsche Linie und muss 2 km zu Fuß zum Hotel gehen, teilweise durch schmale schmutzige Gassen und auch eine Ratte rennt mir untertags über den Weg. Theoretisch könnte ich in der Alipay app eine Miniapp für Didi Taxi (Uber-Äquivalent) nutzen, aber für die Registrierung benötige ich eine Telefonnummer, und das habe ich inzwischen aufgegeben. Meine Hofer HoT Nummer hat hier keinen Empfang und bei China Mobile meinten sie, ich müsse mal 25 Euro aufbuchen auf die SIM, das ist es mir nicht wert, dafür dass ich ein paar SMS empfangen will. Internet hingegen funktioniert super mit einer eSIM, die ich mir noch in Österreich gekauft hatte. Asia/Oceaniapaket, funktioniert also sofort auf jedem Flughafen, auf dem ich lande, egal welches Land hier in der Gegend. Wesentlich einfacher als in jedem Land eine Registrierung durchzuführen und eine eigene SIM zu installieren.
    Guangzhou habe ich mir am ersten vollen Tag die Innenstadt angesehen, inklusive dem Canton Tower (nur von unten) und die Lichtershow am Abend. Für den nächsten Tag wären dann eine Wanderung auf einen kleinen Berg mitten in der Stadt geplant gewesen, nur 1 km von meinem Hotel weg, plus ein paar Parks und der botanische Garten. Leider hat es an diesem Tag wie aus Kübeln geschüttet und so ist nichts draus geworden. Das Hotel war dafür toll, bei den Zimmern durfte sich offensichtlich ein Innendesigner austoben. Die Entfernungen in der Stadt sind enorm, von meinem Hotel in die Innenstadt sind es mit der Metro 15 km, und ich bin jetzt nicht gerade am Stadtrand sondern eh "relativ" zentral. Dass es 19 Metrolinien mit jeweils 15-25 Stationen gibt, macht die Sache auch nicht einfacher. Von meinem Hotel fahre ich eine Station, muss dann die Linie wechseln und gehe unterirdisch innerhalb der selben U-Bahnstation über 1000 Schritte, um zur anderen Linie zu kommen. Noch dazu sind die Waggons immer sehr gut gefüllt. In Shenzhen hatte man immer mehr als genug Platz und die Wagen waren selten mehr als halb voll.
    Mit Englisch ist es hier generell schwierig, selbst der Rezeptionist im Fünfsternhotel konnte nur gebrochenes Englisch und im Hotel in Guangzhou hat die Rezeptionistin überhaupt mit einer Übersetzungsapp kommuniziert. Man kann den Leuten hier auch keinen Vorwurf machen. Grade hier in dieser Gegend ist eher Kantonesisch vorrangig, die offizielle Amtssprache ist aber auch hier Mandarin. Das bedeutet, dass die Menschen hier ohnehin schon zwei Sprachen lernen müssen, also warum sollte jemand hoch motiviert sein, auch noch Englisch zu lernen.
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