Kitakyushu, Japan
May 15 in Japan ⋅ ☀️ 28 °C
Nach Beppu mit seinen heißen Quellen galt es noch drei Nächte in Japan zu verbringen, bevor es heute, am Montag, von Fukuoka aus zurück nach Taipeh ging. Zuerst hatte ich überlegt, einfach direkt nach Fukuoka zu fahren, obwohl ich dort das meiste schon gesehen hatte. Nachdem ich die exorbitanten Zimmerpreise fürs Wochenende gesehen hatte, hab ich mich doch nach Alternativen umgesehen. Das Zimmer, das ich vor eineinhalb Wochen bei meiner Ankunft in Japan bezogen hatte, hat damals um die 60 Euro gekostet, das war ein 08/15 Dreisternhotel ohne Frühstück. Jetzt am vergangenen Wochenende hätte es über 150 Euro die Nacht gekostet, und das ist für das Gebotene wirklich lächerlich. Die anderen Hotels, sofern überhaupt was frei war, waren in ähnlichen Preisregionen.
Ich habe noch kein Land erlebt, wo Angebot und Nachfrage so extrem die Preise bestimmen. Man bekommt zwar grundsätzlich für wenig Geld ein "OK" Zimmer, aber die Zimmer sind wirklich klein hier. Für 40-50 Euro (unter der Woche) kann man je nach Lage ein Dreisternhotel mit 13-16 qm bekommen (die Preise sind wohlgemerkt wie meistens in Asien Zimmerpreise und nicht pro Person, was für mich als Alleinreisender aber keinen Unterschied macht).
Möchte man ein Zimmer mit über 20 qm haben, muss man entweder im Zentrum deutlich mehr zahlen (das Doppelte bis Vierfache) oder man nimmt ein Zimmer, das keine so gute Lage hat. Von der Ausstattung her sind die Hotels alle recht ähnlich in Japan: kleines Badezimmer mit kleiner Badewanne mit Brause, eine japanische Toilette (die hatte ich übrigens in jedem Hotel, auch in Taiwan, Hongkong und China) und ein Waschbecken, und das normalerweise auf 3-4 qm. Dann drei oder vier Kleiderhaken im Eingangsbereich, aber keinen Kleiderkasten. Es endet dann meistens damit, dass man seine Klamotten auf den 3-5 qm Fußboden verteilt, sodass man im Zimmer kaum noch gehen kann. Bett mit Fernseher, Klimaanlage, meistens ein kleiner Schreibtisch. Ein Fenster, das oft keine schöne Aussicht bietet. Selbst bei den wenigen Viersternhotels war das nicht viel anders, dort war meist ein gutes Frühstück dabei und ein paar Kleinigkeiten waren eine Spur luxuriöser, aber in Wirklichkeit war es den Aufpreis oft nicht wert.
Zurück zum eigentlichen Thema: anstatt nach Fukushima zu fahren, habe ich einen zweitägigen Zwischenstopp in Kitakyushu eingelegt. Das ist eher kein typisches Touristenziel und von daher waren genug Hotelzimmer frei und preislich im Rahmen. Nachdem ich keine hohen Erwartungen hatte, wurde ich dann sehr positiv überrascht. Neben dem üblichen Schloss mit Garten hatte die Stadt zwei Dinge zu bieten: erstens eine sehr schöne Wanderung quasi am Stadtrand, schön mit dem Bus in kurzer Zeit zu erreichen. Zuerst ging es eine halbe Stunde supersteil und sehr intensiv über hunderte Stufen durch japanischen Mischwald auf einen Aussichtsplatz, wo man wunderschön sowohl auf die Stadt runtersehen konnte als auch auf die Meerenge, die jene Insel, auf der ich die letzten zwölf Tage verbracht habe, vom Hauptteil Japans trennt, wo Tokio, Kyoto, Osaka usw. liegen. Von dort ging es noch eine Stunde weiter bergauf bergab, auf der anderen Seite eine halbe Stunde wieder runter in die Stadt und mit dem Bus retour ins Hotel. Das war jetzt die sechste Wanderung in acht Tagen. Während ich meinerseits einige Wanderer auf dieser scheinbar sehr beliebten Strecke überholt habe, wurde ich selbst von einem ca. 75jährigen überholt, der hier vermutlich jeden Tag raufläuft. Er hatte nicht mal eine Wasserflasche mit dabei :-)
Und das war das zweite Highlight: am Sonntag bin ich in aller Früh in den Zug gestiegen, die 15 Minuten nach Mojiko gefahren, das liegt nordöstlich von Kitakyushu, und dort mit der Fähre in fünf Minuten auf die andere Seite gefahren, also quasi "aufs Festland". Dort gibt es am Wochenende einen Fischmarkt, wo fangfrischer Fisch als Sushi oder Sashimi verkauft wird. Dachte ich werde dort recht alleine sein, wenn der Fischmarkt um 8 Uhr aufsperrt, aber die Halle war schon recht gut besucht. Das Maskottchen und Logo des Fischmarkts ist der Kugelfisch, also musste ich natürlich ein handgroßes paniertes Stück Kugelfisch probieren, dazu noch drei Stücke Thunfisch, zwei Stücke Lachs mit Reis und zwei Stücke japanisches Omelette. Geschätzt 150-200 Leute sind draußen vor der Halle in der Sonne gesessen und haben ihre erworbenen Köstlichkeiten verspeist, es war ein ständiges Kommen und gehen.
Als ich um 10 Uhr mit der Fähre wieder zurückgefahren bin, stand drüben schon eine lange Schlange, die alle mit der Fähre zum Fischmarkt wollten. Gut, dass ich so früh losgefahren war. Um 11 war dann Checkout aus dem Hotel und dann ging es mit dem Schnellzug weiter nach Fukuoka. Nach 15 Minuten war die Reise schon zu Ende, so lange hatte der Shinkansen für die ca. 70 km gebraucht, ohne Zwischenstopp direkt nach Fukuoka. Kein Vergleich mit den Bussen, die gefühlt alle 500 Meter stehenbleiben.
Am Nachmittag war ich dann noch im Zentrum von Fukuoka, etwas abseits von der auch sehr gut besuchten Gegend um den Bahnhof. Scheinbar waren am Sonntagnachmittag alle unterwegs, um zu shoppen, die Straßen waren gut gefüllt.
Heute ging es dann um 8 zum Flughafen. Im Flugzeug hatte ich dankenswerterweise einen Sitz beim Notausgang bekommen.
In Taipeh ist es heiß und schwül wie schon vor fünf Wochen bei meiner Ankunft. Kaum vorstellbar, wie es hier im Sommer ist. Wer lebt hier freiwillig?Read more






















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Das ist die Meerenge zwischen dem "Hauptteil" Japans mit Städten wie Tokio, Kyoto, Hiroshima und dem Teil/der "Insel", wo ich mich die letzten 12 Tage aufgehalten habe.
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Nochmal die Meerenge von der Fähre aus, Sonntag Früh
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Fischmarkt, einer von geschätzt 40 Ständen. Je nach Stand konnte man aussuchen oder es gab vorab verpackte Kombinationen.