• L2AG....

    February 22 in Spain ⋅ ☀️ 6 °C

    ....auf einem kleinen weißen Zettel, sollte noch viel bedeuten...

    Nachdem wir den Karneval, an den Klippen in der Sonne Reifen breitstehen, Strandwanderungen, feines Gequassel und Besuchen von einem Wohnmobil zum Anderen, bei bestem Wetter, mit tollen Leuten genossen hatten, beschlossen wir, mit einem etwas feuchten Auge, das nette Trüppchen zu verlassen. Danke für die schönen Tage!

    Ziel ist es, in den kommenden Tagen einige Dörfer im valencianischem Hinterland zu erkunden. Mit einem Stopp nochmals in Cabo de Palos....und ewig grüßt das Murmeltier...
    die Fahrstrecken findet unser Hennes schon von alleine....

    Der Versorgungsalltag ging voraus, dann ein nettes Plätzchen am Strand am Abend und noch später einen Plausch mit Peter, verhieß einen entspannten Start.

    Am nächsten Morgen machte sich leider ein Zwicken im "intestino grueso" bei Andy sehr stark bemerkbar und mutig fuhren wir ins Centro Salud nach La Manga...

    Mit unseren Vorerfahrungen wg der Ohrengeschichte, waren wir dokumententechnisch bestens vorbereitet, jedoch nicht auf die Antwort der Ärztin: "mit diesen Beschwerden müssen sie leider nach Cartagena ins Universitäts hospital zur Notfallambulanz."

    ...13.45 Uhr Check in ,Hospital Santa Lucia, mit weißem Patientenband für Andy und einem weiteren Zettelchen mit der Nummer L2AG

    Dann: consulta 0 bei der ersten Ärztin, kleiner Warteraum, kurze Wartezeit: Ärztin entscheidet, nach Durchlesen des Arztberichtes und nebenbei Blutdruckmessung, etc:
    Bitte in den nächsten Warteraum! ahhhhjaaaa...
    und DORT warten, bis unsere Nummer L2AG aufgerufen wird!

    Wir laufen um die Ecke und stehen gefühlt im Abflugbereich des Kölner Flughafens.

    Sicherheitspersonal überall, Schilder mit " keine Gewalt gegen fas Gesundheitspersonal" erklären dies. Außerdem wird gerade das Krankenhaus seit 1 Tag nicht! mehr bestreikt.

    Der Lautstärkepegel ist ähnlich einem Flughafen, da auch das DinA4 laminierte und ikonografisch untermalte Schild "Ruhe bitte" , den Spanier in seinem Drang, sich lautstark über die letzten 200 Jahre Familiengeschichte zu unterhalten, nicht bremsen kann.

    1 Patient wird im Durchschnitt von mind. 2 Familienmitgliedern begleitet, man sieht überall Handys, die in Steckdosen geladen werden.
    Noch wundert uns das (nicht)...
    Ein illustrer Querschnitt der Gesellschaft jedenfalls!

    Platzsuche erfolgreich, und wir starren auf das kleine Tableau, auf dem mit einem leisen Plong die Nummern angezeigt werden, incl. der Behandlungsraumnummern -

    consulta nr. 1-10 mit 1 Familienmitglied,
    consulta 21- 24 nur der Patient, erklären weitere Schilder, die wir in der nächsten Stunde Wartezeit so abscannen.

    Es geht zu wie im Taubenschlag, als stille Beobachter wissen wir auch schon sehr genau ,wohin wir müssen und verwechseln die Toiletten nicht mit Behandlungsräumen.

    Endlich wieder ein Plong und unsere Nummer L2AG: strike!!! Abflug!
    Ich darf mit Andy zum Arzt, der befragt nach Befinden, Schmerzen, sehr gewissenhaft, erklärt/ diagnostiziert wahrscheinlich eine Divertikulitis...
    ..., dem Andy nichts Unbekanntes,

    Bluttest als nächster Zwischenstopp.
    Wieder im Warteraum, 1,5 Stunden weiter plong, plong, plong...

    consulta 24, ich darf nicht mit, Blutabnahme...

    Wieder Warteraum, wieder Kopfheben bei jedem Plong...

    Wieder zum Arzt ,der sagt: Entzündungswerte hoch,wieder Warteraum, plong
    Ultaschall ....Warteraum
    Artzgespräch.... Warteraum
    Gespräch Chirurg ...Warteraum
    CT Scan...Warteraum etc.pp.

    Inzwischen sind wir nach 9 Stunden Warterei soweit, dass wir unsere Allerwertesten auch gerne mal einem ärztlichen Check unterziehen lassen würden. Unser Köpfe heben sich plonggsteuert kaum noch, die L2AG kommt schon lange nicht mehr... (Flug gestrichen?)

    Nach 11 Stunden endlich finales Aztgespräch: keine OP , nur Antibiotika und Schmerzmittel... Danke,alle sehr nett und gewissenhaft!!!!

    .... puh schnell in unseren Hennes kriechen, den wir vorsorglich vorm Krankenhaus auf geradem Asphalt geparkt hatten....

    FAZIT: Wir sind Warteweltmeister, die L2AG Nummer werden wir wohl nie vergessen, plong ist nicht mehr ein wohlklingendes Geräusch, wir werden immer ein Ladekabel mitnehmen, Sitzkissen ebenfalls, auch einen Pichnickkorb voller Essen,... kein Krankenhaus ,wenn Streik. R2 D2 hatte im All weniger Stress, als wir L2AGler im Krankenhaus. Nicht alles was lustig klingt , ist es auch. Wir sind nun um eine spanische Gesundheitssystemerfahrung und mehrere spanische Vokabeln reicher ....espera,espera
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