• Pottwale und leere Akkus

    August 24, 2025 in Norway ⋅ 🌬 12 °C

    Heute stand für mich (Nina) Whalewatching auf dem Plan. 🐳🐋

    Melina entschied sich klugerweise, zusammen mit Quincy an Land zu bleiben. Der Wellengang war einfach zu heftig. Damit lag sie gar nicht so falsch – fast allen Mitfahrern im Boot wurde im Laufe der Fahrt sehr übel, und einer konnte sein Essen nicht mehr bei sich halten und hat dann "die Fische gefüttert". 🤢

    Ich hingegen stieg ins Speedboot, das die Nordsee alles andere als sanft behandelte. Drei Meter hohe Wellen ließen uns mehr hüpfen als fahren. 🌊 Vor dem Start hatte ich Trockenanzug und Schwimmweste bekommen – Sicherheit geht schließlich vor. Doch „trocken“ blieb nur ein Versprechen: nach kurzer Zeit war ich bis auf die Knochen nass. Für mich fühlte sich die Ausfahrt eher an wie ein Actionfilm in Echtzeit. Whalewatching ist eben kein Zuckerschlecken – man sollte sich vorher genau überlegen, was einen erwartet. Dazu gehört auch, sich beim Anbieter zu informieren, wie nah man den Tieren wirklich kommt und ob der Veranstalter seriös arbeitet. Nur so bleibt das Erlebnis für Mensch und Tier unvergesslich und respektvoll zugleich.

    Unsere Guide – eine Meeresbiologin aus Spanien – ließ unterwegs ein Hydrofon ins Wasser und lauschte konzentriert. 👂🏽Sie konnte das Klicken der Pottwale verfolgen, dieses Echolot, mit dem sie die Tiefsee abtasten. Ihr Lächeln verriet: irgendwo in der Nähe warteten die Giganten.

    Und tatsächlich, kurz darauf tauchten sie auf. Zwei Pottwale, langsam, majestätisch, wie aus einer anderen Welt. Ich war überwältigt – ein Moment, in dem man ganz genau spürt, wie klein man selbst im Vergleich zur Weite des Ozeans ist.

    Auf dem Rückweg bekam ich dann noch eine Zugabe: Papageientaucher, die quirlig über die Wellen schossen, und gleich zwei Weißschwanz-Seeadler, die mit stoischer Ruhe ihre Kreise über uns zogen. Es fühlte sich an, als würde Nordnorwegen immer noch eine Schippe Magie obendrauflegen.

    Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Auf dem Weg nach Sortland ging es auf die Jagd nach der sagenumwobenen Moltebeere. Moor, Mücken, matschige Schuhe – und dann tatsächlich der Fund einer goldgelben Beere zwischen Heidekraut und Flechten. Natürlich machten wir einen Tastetest, und das Ergebnis war ernüchternd: sie sieht edel aus, schmeckt aber unverarbeitet eher… na ja, sagen wir mal „speziell“. 😂

    Und Bilder vom Whalewatching? Fehlanzeige. Genau in dem Moment verabschiedete sich der Akku meiner Actioncam. Diese Erinnerung habe ich mit dem Herzen fotografiert. ♥️
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