Dem Texaner sei Dank
May 20 in France ⋅ 🌙 14 °C
Gegen 17:00 erreichen wir Chartes. Die Kleinstadt, die etwa so gross wie Bern wirkt liegt rund 90 Kilometer südwestlich von Paris, hat etwa 38'000 Einwohner und sitzt mitten in der Beauce – Frankreichs Kornkammer. Die Kathedrale, UNESCO-Weltkulturerbe seit 1979, wurde grösstenteils zwischen im 12. Jahrhunder nach einem Brand neu aufgebaut und gilt als eine der am besten erhaltenen gotischen Kathedralen Europas. Weil die Beauce flach ist wie ein Brett, taucht ihre Doppelturm-Silhouette schon aus rund zwanzig Kilometern Entfernung über den Feldern auf. Für uns so imposant, dass wir noch vor der Stadt die Gelegenheit nutzen, mit Hundeli Pinkelpause zu machen und erste Versuche eines Porträts dieses monutmentalen Baus zu machen.
Danach gehts ins Grand Monarque - das Hotel welches der Best Western Gruppe gehört, aber ganz und gar nicht 0815 Best Western wirkt. Ein super Apero gefolgt von einem wunderbaren essen (jammi) endlich wieder Austern, diese noch aus der Normandie und mit roten Essig und Schalotten serviert, was will man mehr? Einfach - einmal zur Kathedrale und zurück laufen und sehen, was die Kleinstadt an einem profanen Mittwochabend zu bieten hat.
Nach einigem Navigieren durch kleine und grosse Gassen stehen wor plötzlich vor der Kathedrale und ich schaue hinauf zu den zwei ungleichen Türmen – einer schlank und gotisch, der andere breiter und älter. Dass sie überhaupt noch da oben stehen, verdanken die Franzosen einem Texaner.
Am Morgen des 16. August 1944 hatte die US-Artillerie nämlich den Befehl, Chartres' Kathedrale plattzumachen – man vermutete deutsche Scharfschützen in den Türmen. Colonel Welborn Griffith zweifelte, sprang in einen Jeep, fuhr durch die Front, durchsuchte die Kathedrale, kletterte hoch in den Glockenturm – und fand niemanden. Er läutete die Glocke, hängte eine US-Flagge raus, annullierte den Beschuss. Wenige Stunden später wurde er im Nachbarort Lèves im Gefecht getötet. Ein Held, wie sie es alle waren, welche in Europa Schlimmeres verhindert haben. Vielen Dank an Welborn, dass wir Chartres noch so ursprünglich erleben dürfen
Wir sind doch langsam müde und ruhen uns einen Moment aus, das Abenteuer ist ja noch jung 😀Read more












Traveler
Ein grossartiger Bau.
TravelerSo grossartig, dass ich ihn nur mit dem Weitwinkel einfangen konnte. Dies zu konstruieren dauerte mehrere Leben lang
TravelerWie so oft hat es auch hier den falschen Mann, viel zu früh getroffen
TravelerJa das ist so