• Die Natur dem Künstler voraus

    24. maj, Guernsey ⋅ ☀️ 16 °C

    Im September 1883 reiste ein gewisser Pierre-Auguste Renoir nach Guernsey und blieb dort gut einen Monat – lange genug, um sich Hals über Kopf in die Moulin Huet Bay zu verlieben und ihr gleich fünfzehn Bilder zu widmen. Sein bekanntestes Werk ziert die Titelseite dieses Posts. Was den Impressionisten fesselte, war das Spiel von Licht zwischen den Granitfelsen, dem türkisen Wasser und den Badenden in den versteckten kleinen Buchten – Motive, die er später in seinem Pariser Atelier vollendete.

    Ich verstehe nicht sehr viel von Kunst, aber ich kann euch sagen, dass Skye, Sonja und ich genau diese Bay als Ziel hatten und vom Jerbourg Hotel aus über die Cliff Paths dorthin aufbrachen. Jeder Blick ein Blickfang, jeder neue Winkel setzt die Landschaft dank dem wundervollen Wetter bestens in Szene, so dass wir Bilder schiessen, die auch Renoir beeindruckt hätten – mit dem kleinen Unterschied, dass ich diese einfach mit einem Klick auf meiner Z8 auslösen kann. Nach etlichen Schlaufen und Treppen, hoch und runter, erreichen wir das pittoreske Café an der Bay, so wie es wohl auch Renoir damals vor sich hatte. Ganz sicher hat er dort aber kein kühles Cola getrunken und sich auf der schönen Rasenfläche unterhalb des Cafés unter einem Sonnenschirm etwas Schatten gesucht – wir schon.

    Zurück gehts dann durch die Quartiere, in denen ein Anwesen prachtvoller ist als das andere. Für mich und Sonja ist klar: Hier könnten wir leben. Es ist einfach wunderschön, so vieles passt so gut zusammen. Schön auch, dass unser tierischer Begleiter das ganz genauso sieht. Auch wenn Renoir ein fantasitischer Maler war, auch er konnte nicht einfangen, wie die Bay und die Gegend wirklich ist - die muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben.

    LG
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