• Gipfeltag auf Mount Korab und neue Pläne

    1.–2. jun. 2025, Albanien ⋅ ⛅ 19 °C

    Wie es sich für einen Gipfeltag gehört ging der Wecker früh: um 5:30 Uhr war dann die erste Erkenntnis, dass die Wiese und unser Zelt mit Raureif überfroren waren. Da macht das Aufstehen direkt noch mehr Spaß, zumal sich die Gaskartusche mit solchen Temperaturen schwer tut und bis zum warmen Tee deutlich mehr Geduld gefragt ist...

    Um sieben Uhr sind wir in unsere Wanderung gestartet und wurden direkt mit der Wucht der Balkan-Sonne konfrontiert: von unserer gefrorenen Wiese bis zum Umrüsten auf T-Shirt und Sonnencreme lag weniger als eine Stunde.

    Nachdem wir in den vorangegangenen Tagen oft schon ab 2000 Metern mit Schneefeldern konfrontiert wurden war die Frage, die heute mitschwang, klar: passt die Einschätzung des Gasthaus-Betreibers im Zielort, dass die Überschreitung des Mount Korab schon gut möglich ist?
    Durch schöne Süd-Ausrichtung konnten wir die ersten 800 hm Aufstieg von unserem Startplatz auf rund 1450 Meter Höhe schneefrei ansteigen. Nach einigen kleineren Schneefeldern zeigte sich dann, wie die letzten 400 hm bestritten werden wollten. Nämlich fast komplett auf Schnee.

    Also: Schneeketten anlegen und dann ansteigen.
    Das ging dann aber besser als gedacht und die Steigung wurde nicht zu steil. Dass auf dem Gipfel erkennbar Leute waren, die von der anderen Seite erfolgreich aufgestiegen sind, räumte weitere Zweifel aus.
    Kräftezehrend war der Anstieg auf jeden Fall, aber das Gipfelglück auf 2.764 Metern (auf Grund der Grenzlage zugleich höchster Gipfel Nordmazedoniens und Albaniens) hat auf jeden Fall reichlich entschädigt und die Aussicht bei klarem Wetter war sensationell.
    Schnell stellte sich heraus, dass der Anstieg von Albanien aus mit Rückkehr über den gleichen Weg weitaus weniger anspruchsvoll ist und so waren heute an einem Sonntag rund 100 Personen im Tagesverlauf am Gipfel. Da einige Albaner mit ihrem Equipment scheinbar nicht noch einige Tage wandern wollen war die Affinität dazu, die Schneefelder im Abstieg einfach auf dem Hintern zu rodeln deutlich höher als bei uns.

    Wir ließen den Abstieg gemütlich angehen und freuten uns, um 15 Uhr 1500 Höhenmeter unter dem Gipfel an unserem Hotel für heute mit Bier, Limo und Eis auf den Gipfelerfolg anzustoßen. Beim Abendessen entschuldigte sich unser Gastgeber, dass sein Chefkoch frei hat und seine Mutter das Kochen übernommen hat. Vollkommen zu unrecht: es gab beste Balkan-Spezialitäten und vegetarisch für alle 😍

    Zugleich sollten wir nicht verschweigen, dass der gestrige lange Tag mit 35 km und direkt hinterher der heutige Tag mit 1300 Metern Anstieg und 1500 Metern Abstieg gerade bei Björn ihren Tribut forderten. Maleste an Fuß, Knie und Sonnenbrand beeinträchtigen das Wohlempfinden.
    Deswegen haben wir uns in unserem komfortablen Hotelzimmer nochmal die Optionen durch den Kopf gehen lassen und die weiteren Pläne etwas angepasst - lasst euch überraschen 😉
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