• Himalayapanorama und Sherpakultur

    March 31 in Nepal ⋅ ☁️ 8 °C

    Der heutige Tag diente vor allem der Akklimatisierung. Wir schlafen die nächste Nacht am selben Ort wie letzte Nacht und konnten deshalb heute Morgen mit nur einem gemeinsamen Rucksack für das Nötigste aufbrechen. Unser Weg führte uns hoch zum Everest-View-Hotel auf 3889m, dem höchstgelegenen Luxushotel der Welt (sagt zumindest das Guinnessbuch der Rekorde von 2004). Die rund 450 Höhenmeter legten wir in ca. 2 Stunden zurück. Wir brachen bei klarem, sonnigen Wetter auf, doch heute zogen schnell viele Wolken ins Gebirge, sodass wir uns innerlich schon fast von unserer Hoffnung auf den ersten richtig guten Blick auf den Mount Everest und die umliegenden Riesen verabschiedeten. Umso größer war unsere Freude über jedes kleine Loch in den Wolken, das ein wenig Sicht freigab. Wir sollten Glück haben, denn als wir es uns auf der Terasse des Hotels mit einem landestypischen Milk Tea gemütlich gemacht hatten, zogen die Wolken immer weiter und wir konnten tatsächlich die Gipfel des Everest, seines 8000er Nachbarn Lhotse und weiteren markanten Bergen sehen. Das war wirklich beeindruckend, vor allem als wir uns bewusst gemacht haben, wie weit die Berge eigentlich noch entfernt sind.

    Auf dem Abstieg zurück nach Namche machten wir Halt an einer Art Museum. Uns sind von Anfang an im Gebirge große Müllsammelstellen überall am Weg aufgefallen und die Gegend ist überraschend sauber. Seit den 90ern ist der Tourismus im Everest-Gebiet stark gewachsen. Der dadurch entstehenden Müllproblematik begegnen die Menschen vor Ort sehr verantwortungsbewusst. Es wurden besagte Sammelstellen eingerichtet, Müllsammler sind mit großen Körben auf den Wegen unterwegs und die gesammelten Plastikflaschen werden gereinigt, geschreddert und zu kleinen Souvenirs weiterverarbeitet. Der Müll wird zu 1kg Beuteln gepackt und jeder Tourist wird darum gebeten, einen dieser Beutel auf dem Rückweg mit nach Lukla zu nehmen, von wo aus dieser gut abtransportiert werden kann.
    Das Konzept scheint zu funktionieren und viele Guides gehen mit ihren Gruppen an dem Museum vorbei, sodass jeder darauf hingewiesen wird.
    Im Museum gab es außerdem VR-Brillen, mit denen wir durch echte Videos und Fotos die verschiedenen Stadien einer Everest Besteigung erleben konnten. Sehr faszinierend!

    Zurück in Namche besuchten wir das Sherpa Museum. Dort haben wir viel über die Geschichte, den Ursprung und die Entwicklung der Sherpa und ihrer Kultur mit dem Tourismus gelernt. Das war sehr interessant und wir freuen uns, hier auch viel lernen zu dürfen.

    Wir waren unserem Guide heute sehr dankbar für den frühen Aufbruch, denn diese Runde scheint die typische Akklimatisierungs-Tour zu sein. Nach uns kamen erst am Hotel und dann in den Museen Massen an Touristen an, denen wir zum Glück ausreichend voraus waren.

    Zum Mittagessen waren wir zurück in unserer Unterkunft und verbrachten den Nachmittag und Abend mit Ausruhen, vielen guten Gesprächen und dem erfolgreichen Versuch, uns an die Skat-Regeln zu erinnern.
    Der Akklimatisierungstag hat uns sehr gut getan, wir fühlen uns fit und rundherum wohl. Morgen geht’s also weiter in die Höhe, die 4000er Marke erreichen wir jedoch noch nicht ganz.
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