Wir bekommen die Höhe zu spüren...
April 2 in Nepal ⋅ ⛅ 3 °C
Thametang (3889m) - Maralung (4120m)
In der Höhe von 3.900 hm ruhig und erholsam zu schlafen und ohne Kopfschmerzen aufzuwachen ist eine Gabe, die bei uns dreien heute morgen leider ungleich verteilt war.
Für Fabian ging es in Rücksprache mit unserem Guide dann mit einer Ibu an den Start. Im Gegensatz zu gestern, wo wir Ambar eher einen Schritt voraus waren, war es heute dann andersherum und wir fühlten uns mindestens in etwa so, als wäre der imaginäre Helm zwei Rasten zu eng eingestellt und etwas Kopfschmerzen da.
Unser Ziel für Lunch auf 4.200 Metern haben wir dennoch in gewohnter Manier deutlich früher als vorhergesagt erreicht.
Da Fabian das Bingo der Symptome von leichter Höhenkrankheit mit Retournierung des Frühstück als erstes voll hatte, haben wir dann mit Ambar die Optionen durchgesprochen und entschieden, für heute nicht weitere 250hm aufzusteigen sondern in der "Riverside Lodge" zu bleiben.
Schlafräume sind in der Region grundsätzlich ungeheizt, heute sind wir erstmals auf der Höhe angekommen, wo auf Grund regelmäßigen Frosts die Wasserleitungen so früh im Jahr noch außer Betrieb sind und stattdessen neben jedem Klo und Waschbecken ein großer Eimer zum abspülen steht.
Also war für den Rest des Tages Ruhe und viel Trinken angesagt: Tapfer sind wir pro Person auf rund 5 Liter gekommen, die hier in der Höhe auch plötzlicher zu Harndrang führen, als man es von daheim gewohnt ist. Nach unseren noch recht holprigen Skat-Versuchen vorgestern kam heute tatsächlich Spielfluss auf...
Als einzige Gäste auf der Lodge war auch Zeit für das ein oder andere Gespräch mit unserem Gastgeber, der früher als Guide gearbeitet hat und schon 10 Mal auf dem Mount Everest stand.
Eingebettet in wundervolles Bergpanorama haben wir so nochmal vieles über die Region und die Landwirtschaft hier erfahren. Einiges mit Parallelen zu Deutschland vor der Erfindung des Treckers: so werden die Felder hier selbstverständlich mit dem Yak-Gespann gepflügt und der Mist körbeweise aufs Feld gekippt, bevor er dann verteilt wird.
Wir haben ein kleines Thermometer dabei, aus Interesse, welche Temperaturen uns hier tatsächlich begegnen. Als wir dieses im Gastraum stehen hatten, hat es für völlige Faszination bei unserem Guide und dem Gastwirt gesorgt. Es wurde gerätselt, ob es ein Oxymeter ist, das man an den Finger steckt, oder ob man die Körpertemperatur damit misst. Dass die Umgebungstemperatur damit gemessen wird und dann auch noch im positiven Bereich, war eine komplett beeindruckende Erkenntnis.
Heute Abend gab es für uns alle das nepalisische Nationalgericht Dal Bhat (wörtlich Linsen mit Reis, praktisch eine Art Linsensuppe als Soße für den Reis und meist noch gemischtes gekochtes Gemüse (=Curry) dazu).
Wir konnten Ambar überzeugen mit uns zusammen zu essen und hatten viel Freude mit Chilischoten, von den ein winziges bisschen sofort Brillengläser beschlagen lässt.
Spannenderweise ist Dal Bhat hier in der Everest-Region erst seit rund 15 Jahren verbreitet, da sowohl Reis als auch Linsen aus flacheren Regionen importiert werden müssen. Wachsen tun in der Höhe hier eigentlich nur Kartoffeln und Yaks.
Danach saßen wir noch um den obligatorischen, mit Yak-Scheiße betriebenen Ofen zusammen und hatten gute Gespräche bis es ins Bett geht in der Hoffnung auf erholsamen Schlaf und einen morgigen Tag ohne Höhenkrankheit.Read more


















TravelerErholt euch gut und nutzt weiterhin die Stärkung für eure Körper: 24 hours dhal bath power...😘 Und macht weiterhin so schöne Bilder 😊