Gipfeltag - oder so ähnlich
April 12 in Nepal ⋅ 🌙 -4 °C
Heute sollte es für uns zum eigentlichen Ziel des Mardi-Himal-Treks gehen. Wir wollten zum Sonnenaufgang um 5:50 Uhr am Aussichtspunkt auf 4000 m Höhe sein. Also haben wir die Wecker auf 3:15 gestellt und sind um 3:45 losgelaufen. Klingt nach einer kurzen Nacht. Aber wenn man schon um 21:00 ins Bett geht, kommt man doch auf eine vernünftige Schlafdauer. Es sei denn, man kann wie Maxi seit Mitternacht wegen der Erkältung nicht mehr schlafen und muss sich mit drei Stunden Schlaf auf den Weg machen.
Nach dem Zähneputzen machen wir uns also ohne Frühstück mit Stirnlampen auf den Weg. Die Grödel haben wir, nachdem wir im Khumbu auf 4750 m keinen Schnee gefunden haben, ausgepackt und im Tal gelassen. Doof ist nur, dass es hier in den letzten Tagen bis 3000 m heruntergeschneit hat und im Moment bis zu unserer Unterkunft auf 3500 m friert. Also gehen wir ohne Grödel über den gefrorenen Schnee los. Am Anfang etwas rutschig, aber wir gewöhnen uns schnell an die Bedingungen und finden im Schnee den besten Griff. Die Guides haben für ihre Kunden natürlich Grödel dabei. Trotzdem überholen wir einige Wanderer mit mehr oder weniger fragwürdiger Ausrüstung/Schuhwerk und Fähigkeiten. Wir treffen auch auf den ein oder anderen ohne Grödel, und als uns die Nepalesen in Crocs überholen, um am Viewpoint Tee zu kochen, sind wir uns sicher, dass wir auch ohne Grödel gut zurechtkommen werden.
So gehen wir Meter für Meter den Berg hinauf. Es ist kalt. Aber unsere Kleidung (lange Unterwäsche und Daunenjacke mit Regenjacke) hält uns ausreichend warm, ohne bei der Anstrengung zu stark zu schwitzen. Mit der ersten Dämmerung sehen wir auch, dass die Berge nur von wenigen Wolkenschleiern behangen sind und sich die Sicht lohnen dürfte. Maxi merkt im Aufstieg seine Erkrankung, den wenigen Schlaf und die dünne Luft. Aber mit letzten Kräften und den ersten Sonnenstrahlen auf den höchsten Gipfeln erreichen wir den Bergrücken. Hier gibt es ein paar Sitzbänke aus Steinplatten. Und kleine einfachen Hütten, in denen Tee verkauft wird. Nach etwas Ausruhen geht es Maxi dann auch wieder besser und wir können die Aussicht genießen und Bilder machen.
Zudem wärmen wir uns in einer, mit Holzofen beheizten, Hütte mit einem Tee. Jeder Holzscheit muss vom Betreiber zwei Stunden lang hier hoch getragen werden. Dafür ist der Tee auch mit 1,80 € auch 50 % teurer als weiter unten. Wir bezahlen den Aufpreis gerne.
Einige gehen noch weiter zum Basecamp auf 4500 m, von dem aus man den Annapurna Hauptgipfel sehen kann. Da es Maxi aber mit letzter Kraft bis hierher geschafft hat, kehren wir um und steigen in einer Stunde zurück zum High Camp ab. Hier legt sich Maxi sofort ins Bett, während das Frühstück zubereitet wird. Gegen neun Uhr, nach einer Stunde Ausruhen, können wir uns mit dem reichhaltigen Frühstück stärken und sind bereit für den bevorstehenden weiteren Abstieg ins Low Camp.
Im Low Camp haben wir Fabian wiedergetroffen. In der ersten Unterkunft haben wir kein Zimmer mehr bekommen. Der nette Besitzer hat aber bei seinen Nachbarn rumgefragt und in der zweiten Unterkunft das letzte freie Zimmer für uns vermittelt. Als Dank dafür durfte er direkt auch noch unser Nachbarzimmer gegen eindringendes Wasser abdichten. Den Nachmittag haben wir dann entspannt im Zimmer verbracht.Read more
















