• Ein Hobbit auf Wanderschaft

    August 22 in Spain ⋅ ⛅ 31 °C

    Da unser Mietwagen erst ab morgen auf dem Plan steht, heißt es heute: Beine in die Hand nehmen und marschieren! An den mäßig begeisterten Blicken meiner Reisebegleitung kann ich jedoch schon jetzt ablesen, dass hier sehnlichst das Eintreffen der vierrädrigen Motorisierung herbeigesehnt wird. Aber gut – als geborenes Mitglied des bodenständigen Fußvolks schlupfe ich nach einem äußerst stabilen Frühstück im Hostal unverdrossen die meine Sandalen. Erste Etappe: knapp vier Kilometer nach Camp de Mar.

    Die Naturromantik lässt allerdings kurz auf sich warten. Statt verträumter Wanderpfade durch schattige Kiefernwälder finden wir trotz wilder Spekulationen und eifriger Google-Maps-Recherche... genau nichts. Der einzige Pfad, der halbwegs nach Abenteuer aussah, endete abrupt am Ortsausgang von Peguera. Also: Ab auf den Bürgersteig!

    Immerhin beschert uns der Kreisverkehr kurz vor dem Ortseingang ein optisches Highlight: Hier eröffnet sich quasi das Tor zum gewaltigen Tramuntana-Gebirge. Ein majestätischer Anblick, der enorm Lust darauf macht, diese Serpentinen in den nächsten Tagen mit dem Auto zu erobern.

    Camp de Mar selbst wurde uns ja fälschlicherweise als romantisches „Fischerörtchen“ angepriesen. Vor Ort entpuppt es sich allerdings blitzschnell als durchgestylte Hochburg für das gehobene Golf-Publikum. Nun ja – gut für die Fische, die haben hier definitiv ihre Ruhe.

    Spektakulär ist allerdings das Restaurant, das mitten im Meer auf einer kleinen Felseninsel liegt und nur über einen hölzernen Steg erreichbar ist. Wir waren zwar nicht essen, aber der Anblick ist schlichtweg atemberaubend!

    Nachdem ich mich am Strand mit einer nagelneuen Taucherbrille ausgerüstet habe, verfalle ich in die Rolle der Überzeugungstäterin. Mit sanftem Druck und Engelszungen überrede ich meine Begleitung für die nächsten drei Kilometer weiter zur Cala Blanca.

    Ein bisschen Schwund ist schließlich immer!
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