• Der frühe Vogel

    August 24 in Spain ⋅ ☁️ 25 °C

    ​Es ist kurz vor sechs Uhr morgens. Der Rest der Welt schläft noch tief und fest, aber ich sitze bereits an der Strandpromenade und erwarte den spektakulären Sonnenaufgang.
    Laut Onkel Google sollte der Himmel glasklar sein. Nun ja – Spoiler: Google hat gelogen. Es ist bewölkt.

    ​Das macht aber überhaupt nichts. Ich genieße meine exklusive Me-Time und beobachte voller Faszination das behutsame Erwachen von Peguera. Die Strandreinigung zieht ihre akkuraten Bahnen, der Müll des Vortags wird lautlos beseitigt, und die ersten unentwegten Frührentner treffen sich am Ufer zu ihrer morgendlichen Gymnastikrunde. Ansonsten herrscht eine tiefenentspannte, herrliche Stille.

    ​Sobald die Dämmerung weit genug fortgeschritten ist, dass ich die Hand vor Augen erkennen kann, klettere ich an den Felsen entlang. Abseits des Trubels mache ich es mir gemütlich: Buch aufgeschlagen – aktuell versinke ich im dritten Band von „Das Reich der Sieben Höfe“ – und abwechselnd geschmökert und aufs Meer geblickt. Der Tag entfaltet sich ganz langsam vor meinen Augen.

    ​Später am Tag soll es zwar gewittern, aber das lässt uns heute völlig kalt. Die Wetterfeen können veranstalten, was sie wollen, denn wir sind vorbereitet: Für uns geht es nach Porto Cristo zur Tour durch die berühmten Tropfsteinhöhlen – trockener geht’s kaum! Und der krönende Abschluss steht auch schon fest: Ein Tisch im „Quince“, meinem absoluten Lieblingslokal auf der ganzen Insel, ist bereits reserviert.

    ​Ich bleibe jetzt noch ein Weilchen hier sitzen, atme die kühle Morgenluft ein und genieße diese kostbare Ruhe, bevor es zurück ins Hostal geht, um die Reisebegleitung sanft aus den Federn zu schütteln.
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