• Bremsbockiger Flitzer und Urzeitgestein

    August 24 in Spain ⋅ ☁️ 30 °C

    Kurz vor elf Uhr schnappen wir uns den Fiat 500 und düsen los Richtung Porto Cristo. Bereits nach den ersten Kilometern dämmert mir allerdings eine unumstößliche Tatsache. Dieses Auto hätte in Deutschland nicht mal den Parkplatz der TÜV-Prüfstelle ohne Plaketten-Verweigerung verlassen dürfen.

    ​Ach, Pedro! Sag mal, mein Lieber, was hast du denn da mit den Bremsen angestellt? Dass wir nicht ungebremst in das Heck unseres rot lackierten Vordermanns geknallt sind, verdanken wir ausschließlich einer Fügung des Schicksals, meiner spitzenmäßigen Reaktionszeit und der freien rechten Spur. Als der Vordermann voll in die Eisen steigt, verdoppelt sich bei unserem Flitzer nämlich erst mal entspannt der Bremsweg. Mit beherztem Lenkmanöver komme ich erst auf Höhe seiner Beifahrertür zum Stehen. Meine Güte! Das Adrenalin ersetzt ab sofort das Morgen Redbull.

    ​Trotz zwei gigantischer Staus – man hatte das Gefühl, ganz Mallorca veranstaltet spontan eine Insel-Volkszählung – kommen wir überaus pünktlich an den Tropfsteinhöhlen an.

    ​Der Abstieg beginnt in einem urzeitlich wirkenden Krater, bei dem man sich glatt nach Mexiko versetzt fühlt. Von dort aus geht es ab in die wunderbare Kühle der Unterwelt. Nach einem kurzen Vortrag über die Entdeckung und Entstehung der Höhle – die historischen Einzelheiten erspare ich euch an dieser Stelle – schlendern wir auf eigene Faust durch die Gänge. Absolut beeindruckend! Stalagmiten und Stalaktiten, wohin das Auge reicht. Mehr muss man dazu eigentlich gar nicht wissen: einfach nur staunen.

    ​Nach anderthalb Stunden spuckt uns die Höhle wieder aus. Draußen empfängt uns Porto Cristo mit einem wolkenbruchartigen Regenguss. Macht aber gar nichts. Wir machen es uns in einer der felsigen Einbuchtungen gemütlich und schauen dem prasselnden Regen zu, wie er auf das Meer klatscht. Hat extrem was Beruhigendes – und die Insel freut sich schließlich auch über jeden Tropfen.

    ​Zum krönenden Abschluss geht es in mein absolutes Herzenslokal: das Quince. Und was soll ich sagen? Das Essen war mal wieder schlichtweg atemberaubend. Da fehlen einem die Worte – da sprechen die Bilder einfach für sich.
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