Endstation Heimatcouch
August 26 in Spain ⋅ ☁️ 28 °C
Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen vom Zimmer. Unser reizender Gastgeber nimmt uns punkt zehn Uhr die Koffer ab, verstaut sie sicher und scheucht uns mit Nachdruck noch einmal raus auf den Boulevard. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen! Nur mit dem am Leib, was wir tragen, flanieren wir mit herrlicher Leichtigkeit durch Peguera.
Wir machen es uns auf der anderen Seite der Bucht gemütlich. Ich lese die allerletzten Seiten meines Buches zu Ende, während wir aufs Meer schauen: Schiffe beobachten, Leute gucken. Ein bunter Mix aus frisch eingetroffenen, krebsroten Neulingen und tiefenentspannten Langzeit-Urlaubern zieht an uns vorbei.
Zum feierlichen Abschluss schlendern wir noch einmal runter zur Promenade für das ultimative Abschiedsmenü: Ein eiskalter Schokochino, saftige Melone mit edlem Serrano-Schinken und ein erfrischender Ipanema für mich.
Pünktlich wie ein Maikäfer rollt um 15:35 Uhr der Schauinsland-Bus an. Nach einer kleinen Einsammel-Runde über die Insel spuckt er uns am Flughafen Palma aus.
Gut, die Gepäckaufgabe hier hat wenig mit der futuristischen SB-Kasse aus Frankfurt zu tun – die Schlange ist lang und das Prozedere klassisch zäh. Aber hey, was soll’s? Die Koffer verschwinden im Bauch des Flughafens, der Security-Check flutscht durch, und nach einer kurzen Stunde Wartezeit sitzen wir im Flieger. Der Flug? Ein absoluter Traum. Keine Turbulenzen, kein Drama.
In Frankfurt gelandet realisieren wir: Wir sind so unfassbar gut in der Zeit, dass wir theoretisch den Zug um 22:30 Uhr nach Montabaur erwischen könnten – statt unseres erst um 23:30 Uhr gebuchten Tickets. Wir erinnern uns schmerzhaft an das Bahn-Chaos der Anreise und schalten augenblicklich in den Wettkampf-Modus: Sprint zur Gepäckausgabe!
Die Koffer rollen überraschend schnell aufs Band, und wir wetzen los. Die Wege am Frankfurter Flughafen sind ja bekanntlich länger als so mancher Marathon. Völlig außer Atem kommen wir am Bahnsteig an – und siehe da: Der Zorn auf die Bahn schlägt in pure Dankbarkeit um! Der 22:30-Uhr-Zug hat exakt zehn Minuten Verspätung. Unser Rettungsanker!
Wir hechten hinein. Eine Fahrkartenkontrolle gibt es glücklicherweise nicht – wir hätten sonst wohl heftig diskutieren müssen, warum wir eine Stunde zu früh im falschen Zug sitzen. Aber wisst ihr was? Ich denke mir nur: Liebe Deutsche Bahn, ich hole mir hier einfach nur das an Lebenszeit zurück, was ihr mir bei der Hinfahrt raubmörderisch gestohlen habt!
In Montabaur angekommen wartet das nächste Wunder: Statt der regulären 30 Euro für sechs Tage Parken verlangt der Kassenautomat völlig grundlos nur mickrige 15 Euro. Die Insel-Götter meinen es heute echt gut mit uns!
Jetzt sitze ich auf meiner eigenen Couch, ziehe mir noch eine Kleinigkeit zu Essen rein und beschmuse ausgiebig meine Katze.
Zuhause ist es ja dann doch irgendwie am schönsten!Read more
















