• Kontrastprogramm in Port Douglas

    24. marts 2025, Australien ⋅ ☁️ 26 °C

    Der Dschungel zeigte sich wie am Abend zuvor angekündigt von seiner erbarmungslosen Seite. Insekten erzeugten mit ihren Hinterläufen Töne, die die 110db Schalldruckpegelgrenze durchstoßen, Wassertropfen schlugen mit einer Wucht eines Ambosses auf Blätter ein, die größer waren als so mancher Kleinwagen und die Luftfeuchtigkeit steig ins unermessliche. Kurz gesagt, es war eine durchwachsene Nacht, aber aufregend anders.

    Nachdem wir unsere Sachen gepackt und eine Packung Pralinen (aus der Lufthansa Business Class) samt Entschuldigungsschreiben für den auf das Bettlaken verschütteten Kaffee abgelegt hatten, ging es zur Rezeption für den Check-out. Vor uns lag eine kleine Fahrt mit Zwischenstopps weswegen wir uns für ein kleines Frühstück im Bistro des Camps entschlossen. V hatte eine super gesunde und sehr kalte Bowl, ich entschied mich für den herzhaften Halloumi-Spiegelei-Pilz-Burger.

    Gut gesättigt und vorbereitet für die kurze Strecke zurück nach Port Douglas verabschiedeten wir uns von diesem schönen Ort und fuhren im Wechselschauer los. Auf dem Hinweg fielen uns zwei Dinge auf, die wir noch eventuell ausprobieren wollten. Ersteres war lokal produzierte Eiscreme mit selbst angebauten Früchten. Ich hatte nach meinem Burger keinerlei Hunger, aber wie schon am ersten Tag in Hongkong muss man versuchen den Klischees eines Urlaubes ja gerecht zu werden.
    Nach einer ausführlichen Beschreibung der Sorten durch den geschwätzigen netten Mitarbeiter entschloss ich für uns gleich sogar zwei Becher zu bestellen. Einmal "Banana Cinnamon" und dazu den exotischen Mix aus "Coconut, Mango, Yellow Sapote, Wattleseed". Beide Sorten waren "delicious", ich bevorzuge aber weiterhin Klassiker wie das Bananeneis aus dem eigenen Anbau.

    Den Besuch des "Daintree Education Centre", mit seinem 23m hohen Turm in den Wipfeln der Bäume des Regenwaldes, ließen wir auf Grund des Wetters und dem Status der sanitären Anlagen ausfallen. Zurück über die Fähre, die für mich immer ein Highlight ist, und vorbei an gelben Sticken aus Baden-Württemberg ging es südlich Richtung Mossmann. Auf dem Hinweg hatten wir bereits einen riesen Clan Flughunde hören und sehen dürfen, für den wir uns dieses Mal etwas Zeit auf dem Seitensteifen genommen haben.

    Nach einer kurzen Fahrzeit darauf sind wir in Port Douglas angekommen. Ursprünglich angelegt für Menschen, die sich um 1900 golfspielend vom Durchschnitt der Gesellschaft abheben wollten entwickelte sich die Region zu einem Hotspot der Zuckerherstellung. Züge brachten auf heute stillgelegten Schmalspurbahnschienen die Güter von Mossmann zum Hafen von Port Douglas.
    Hier ein paar weitere Infos:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mossman_(Queensla…

    Die Promenade in Port Douglas war ähnlich einer typischen touristischen Kleinstadt, aber alles etwas schicker. Unter den Vordächern der Ladenzeilen konnte man es auch ohne Sonnenschirm gut aushalten. Was allgemein in Australien auffällt, mit dem Energiesparen haben sie es nicht so. Wir schlenderten nicht allzu selten an offenen Restaurants, Cafes oder Geschäften vorbei, die uns mit kalter klimatisierten Luft durch ihre offenen Türen, wenn überhaupt welche vorhanden waren, anpusteten. Als Angehöriger von Stoßlüftenweltmeistern kommt mir das äußerst befremdlich ineffizient vor.
    Am kleinen unbelebten Hafen bin ich von meiner kindlichen Neugierde angestoßen auf Krokodilsjagt gegangen, natürlich immer "croc-wise"! Vor Ort traf ich einen Aussie, der das Selbe vorhatte wie meine Wenigkeit, witzig wie ähnlich man sich oft ist. Der Erfolg blieb aber aus und wir sind mit unserem hybriden Toyota Corolla zurück zur Unterkunft, an der wir auf dem Hinweg schon vorbeifuhren.

    Im "Ramada - Resort" gibt es alles für den Familien-Urlaub. Ein Gym, um der Familie zu entkommen, einen Pool mit vielen Swim-Noodles für die Kids, ein offenes Restaurant mit Deckenventilatoren, von dem man essend auf den Pool glotzen kann und dünne Wände, damit man anderen Gästen beim abendlichen Koitus (unvermeidbar) lauschen kann. Im besagten Restaurant ließen wie uns noch kurz mit Chickenburger und Blattsalat verwöhnen und gingen anschließend auf unser Tanzsaal großes Zimmer.

    Unser Zimmer ist circa 4 Mal so groß wie im Dschungel und frei con Kakerlaken, die man mit seinem Rollkoffer überfahren kann. Auf dem Sofa konnten wir noch die nächsten Tage am Laptop planen haben, im Vergleich zur vorherigen Nacht, vorzüglich genächtet.
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