Team Europe to the rescue
April 2, 2025 in Australia ⋅ 🌙 11 °C
Was für ein Tag. Erst ging es gemütlich los in Melbourne. Unser Uber-Fahrer Gourmeet, leider kein Koch geworden, holte uns sehr pünktlich ab, sodass wir zeitnah beim Mietwagenverleiher ankamen. Anstelle des kleinen Hyundai i30 bekamen wir einen dicken neuwertigen Mazda CX-3. Fand ich nett, dann dachte ich aber an den Verbrauch. Uns sieht da, verbraucht 1,5 Mal soviel wieder kleine Japaner. Naja, dafür mehr Komfort und Knautschzone, falls man sie mal braucht.
Mit dem Mazda machten wir uns auf den Weg zur Ocean Road. Dazu mussten wir erst einmal über den Highway bis Torquay, wo wir unseren ersten Spaziergang am Meer unternahmen. Erst wirkte erst frisch, doch die Sonne heizte flott unsere Oberflächen auf.
Neben hungrigen und etwas frechen Möwen aßen wir ein paar Cracker mit Spinatdip, um uns für die nächsten Stunden Autofahrt vorzubereiten. Mit Knobi-Fahne fuhren wir an der empörend schönen Küste der Ocean Road (B100) entlang. Es begann die Surf Coast, auf der regelmäßig Strände mit optimalen Bedingungen für Surfer und Surferinnen aufeinander folgten. Am Bells Beach, Austragungsort vieler Wettkämpfe der Weltspitze, schauten wir einer Gruppe Wellenreiter beim Balancieren zu und ich wurde hibbelig und eifersüchtig. Ich sagte zu V: "Hier hätte ich auch eine Woche bleiben können". Aber "leider" geht es weiter.
Nach weiteren Traumbuchten und türkisen Gewässern sahen wir eine riesige Rauchschwade, die scheinbar landeinwärts von einem enormen Feuer stammen musste. Was es damit auf sich hatte wissen sie bis dato nicht. Die überall zu sehenden Waldbrandgefahrindikatoren waren aber allesamt auf höchstens 2 von 4 Stufen eingestellt und wiesen lediglich auf ein moderates Brandpotential hin.
Unser Tagesziel für heute waren die 12 Apostel, in diesem Falle große erodierte Feldformation in Küstennähe, und anschließend natürlich unser Motel, welches sich in Warrnambool versteckt. Bis dahin waren es noch einige Stunden Fahrt mit vielen kleinen Zwischenstopps und wir wollten vor der Dämmerung die Felsen im Meer erreicht haben.
Im nächsten Ort haben die Kakadus wieder ihr Unwesen getrieben und die Touristen begeistert. Die Straßen führten uns abwechselnd geradlinig oder extrem mäanderförmig entlang der Küste und durch die anliegenden Wäldern. Die Warnschilder, auf denen in unserer Heimat eher der Kopf von Rotwild zu sehen ist, konnten wir so langsam nicht mehr ignorieren, da wir im letzten Gebiet am Straßenrand das erste ausgewachsene, aber tote, Känguru sahen. Die Gefahr ist also real und wir sollten immer bremsbereit sein und nicht unnötig schnell fahren. In der Heimat ist mir glücklicherweise niemals ein großes Tier vor die Haube gelaufen, aber im Urlaub passiert ja immer das Abnormale und ich erinnerte mich an die Frontscheibe des ersten Mietwagens.
Erst hatte V die Befürchtung, dass wir es nicht rechtzeitig zum Ausblickspunkt der Felsen schaffen, lagen aber gut in der Zeit. Vor Ort angekommen wurden wir von einer Baustellenabgrenzung überrascht wodurch wir versehentlich an den Gipson Steps vorbei fuhren. Diese geben einem die Möglichkeit bis zum Strand herunter zu gehen und die großen Steine an der Küste von deren Füßen zu bestaunen.
Nächste Ausfahrt war der Touristenhotspot mit Blick von oben. Bevor wir umdrehen wollten wir diesen Ausblick vorerst testen.
Um den Moment einzufangen nahm ich mein gesamtes Equipment mit. Ich packte in meine Hosen- und Pullitaschen:
- GoPro Black 10
- Canon 70D samt zweitem Objektiv
- Analoge Pentax 17
Bereit für die Foto-Eskalation kämpften wir uns durch die überwiegend indischen Menschenmassen und an giftigen Schlangen vorbei.
An den vielen kleinen "perfekten" Positionen entlang schossen wir schon vor dem eigentlichen Sonnenuntergang viel zu viele Fotos und nahmen uns ab und zu auch mal die Zeit mit den Augen diesen wunderschönen Anblick zu genießen. Also die Abendröte aber einsetzte wurde es unverschämt fotogen.
Die Wellen trafen auf die Küste und umspülten hierbei die 12 minus 4 Apostel. Das rot, gelbe Sonnenlicht spiegelten sich im Wasser und beleuchtete uns von oben und unten. Wir hatten wieder einmal Glück mit der Wolkensituation freuten uns an dem Anblick, bis die Sonne verschwand.
Schnell zum Auto, wir müssen noch eine Stunde fahren. Kürzester Weg sind 1h, entlang der Küste 5 Minuten länger. Ich dachte, das können wir riskieren, sieht ja vielleicht auch bei Nacht schön aus.
Bei Port Campbell bogen wir ab und fuhren nicht entlang der kürzeren Route durchs Land. Die ersten Kängurus konnte man wieder auf gelben Hintergründen sehen und wir fuhren stetig mit Fernlicht.
Dann nach circa 10 Minuten sahen wir auf der gegenüberliegenden Straßenseitenrand ein Fahrzeug, dicke Beule auf der Haube. Scheinbar hatten sie ein Nashorn erwischt.
Ich legte in der Dunkelheit eine starke Bremsung hin, und wir fragten die 4 einsamen Seelen was los sei. Sinead erzählte uns mit nuscheliger irischer Stimme, dass sie mit 100km/h erwischt hatten. "Es kam aus dem Nichts!". Und nun war es weg und humpelte vermutlich schwer verletzt durch die Gegend.
Leider kommt scheinbar der Abschleppdienst zu dieser Zeit, circa 20 Uhr, nicht mehr vorbei. Sie wohnten im nächsten Ort und hatten im Wagen nur ein paar nasse Kleidungen vom Strandbesuch.
Wir grübelten 10s und entschieden uns zu helfen. Schnell alles umgepackt, sodass die Rückbank frei ist und die vier europäischen Freunde sich reinquetschen können. Nun war das Upgrade auf den Mazda hilfreich gewesen, beim Hyundai wäre das noch enger worden. Nach einer aufregenden Fahrt von 10 Minuten luden wir die vier Unglückspilze aus und verabschiedeten uns.
Nun, mit weniger Zeit und einem anderen Gefahrenbewusstsein, fuhren wir die kürzere Strecke bis zum Motel durch die Nacht mit verschmierten Scheiben bis Warrnambool.
Am Hotel angekommen, 3 Minuten nach der Check-In Zeit, durften wir trotzt Vorankündigung die Service Hotline anrufen, um den Code für den Tresor zu erhalten. Nach 6 Minuten Wartezeit und vermutlich 10€ Telefonkosten, konnten wir ins das Zimmer.
Um uns für die abendliche Heldentat zu belohnen ging ich abends nochmal zum Supermarkt und deckte uns mit kleinen Leckereien für den nächsten Tag. Mal schauen was dieser so mit sich bringt auf dem Weg nach Robe.Read more






















