• Delfine Jagen in Adelaide

    April 5, 2025 in Australia ⋅ ⛅ 15 °C

    Unser Tag startete mit einem vorzüglichen Frühstück um die Ecke. Das "Peter Rabbit" Café mit Außenbereich, und 10% Preisaufschlag am Wochenende, hat einen sehr gemütlichen Gartenflair indem man das Frühstück oder auch Lunch zwischen kleinen Bäumen, Blumentöpfen und alten Schubkarren genießen darf. Nachdem wir Sauerteigbrot mit Chili-Rührei und French-Toast verputzt hatten fuhren wir mit dem Wagen zum Henley Beach, der westlich von uns, circa 18 Minuten mit dem entfernt, lag.

    Viele der Straßen sind hier typisch gerade verlegt, da sie sich an den Blöcken für Wohnhäuser, Kommerz und Co. anschmiegen. Die Strandpromenade des wirklich schönen und sauberen Strandes ist groß, also wirklich groß. Die schönsten sollen im Süden liegen, dafür fehlt die Zeit. Vor Ort in Henley, überraschenderweise gratis direkt am Wasser geparkt. Die Promenade erinnerte an Miami Beach mit seinen breiten Stränden. Dort sieht man auch regelmäßig Seehunde im Wasser tollen, hier gerade mal nach wenigen Minuten am Strand einen Delfin auf Fischjagt. Während die Möwen und der Delfin sich um das Suhsi-Buffet kloppten genossen wir den Sand zwischen unseren Zehen und gingen für ein kleines Stück zum Jetty, wo wir hoch zur Promenade gingen.

    Auch hier wieder, wie bereits in vielen Städten Australiens wahrgenommen, gab es gratis saubere Toiletten, Sonnenschirme gegen Hautkrebs und eine Liegewiese, die man zum Golfen nutzen könnte. Wir mussten aber flott zurück zum Mazda, da wir noch mehr Delfine beobachten wollten. Der Plan: Ab zum Dolphin Sanctuary im Norden der Stadt, kurz hinterm Port, wo wir mit vielen anderen Begeisterten per Kajak nach Delfinen suchen dürfen.

    Vor Ort wurden wir von Hannah, der Meeresbiologin begrüßt und eingekleidet. Mit Salz verkrusteten Schwimmwesten und Paddeln durften wir nach einem kleinen Info-Frühstück und Warm Up schon vom Ufer aus einem Delfin im Wasser beobachten die interessiert Meute quetschte sich direkt an die Wand und es wurde von den beiden Guides als "Best start ever!" beschrieben. Angefixt von der Beobachtung wollten allesamt gleich in die kleinen Zweisitzer. Auf dem Wasser kurz einmal an die Gegebenheiten gewöhnen und dann ging es auch direkt los zum ersten Wegpunkt, einer havrierten Yacht. Gerade angekommen wurden wir direkt Zeuge von einem kleinem Exemplar eines Fische jagenden Delfins, der uns alle 10 Sekunden mit seiner Atemloch anschnaufte und mit seiner Rückenfinne zuwinkte. Wir wussten nicht, dass es bei dieser Begegnung bleiben wird, war aber bereits hin und weg von der Tour. Diese verlief im weiteren sonnig und interessant. Glücklicherweise waren wir bis in die letzte Poore mit Sonnencreme vollgepumpt, da die australische Sonne unterebittloch von Oben und Unten auf uns strahlte. Wir kamen an einem Bootshafen mit intakten und nicht intakten Schiffen vorbei und sahen zwischendurch riesige Pelikane, die auf ihren weißen Lieblingsplätzen ruhten, bis wird auf dem Rückweg in einem Bach zwischen den bis zu 700 Jahre alten Mangroven hindurch paddelten.
    Wir erfuhren, dass der Mangrovenwald, viele tausend Jahre alt, durch die Regierung geschützt ist und pro Quadratmeter mehr CO2 als eine vergleichbare Fläche des Regenwaldes am Amazonas bindet.
    Zurück und vorbei am Startpunkt bemühten sich die beiden Guides alles mögliche rauszuholen was geht.

    Leider "erfolglos" lernten wir dennoch mehr über die hiesige Flora und Fauna. So langsam freuten wir uns auch schon auf den Rückweg, da wir beide auf Grund des im Vorwege konsumierten Ginger Beers drohten das Boot von Innen heraus volllaufen zu lassen. Bei Ankunft am Strand alles wieder klar Kajak gemacht und als Belohnung für den bezahlten Preis gab es noch zwei Mal zwei Sticker für uns. Da wir eine gewisse Vorliebe für solche Klebestreifen entwickelten freuten wir uns umso mehr.

    Nach getaner Arbeit hatten wir Hunger. V suchte kurzerhand per Google Maps ein mit mindestens 4,2 Sterne bewertes Restaurant für Pizza heraus und wurde "Port Express Takeaway" fündig. Als wir vor der Tür standen, dachten wir erst es sei geschlossen. Nach dem Rütteln an der zwei Tür ging diese auf und wir stießen auf einen nett lächelnden Herren, der uns hinter seiner Kasse herzlich begrüßte.
    Essen vor Ort ist kein Problem, war sowieso alles frei. Alles ist selbstverständlich selbst zubereitet und die Pizza auf Basis eines eigenen Sauerteiges. Er fragte, ob wir Sauerteig kennen und ich musste als deutscher Brotliebhaber etwas schmunzeln.
    "Eine Vegetariana und Knobibrot bitte!". Nach diesem Satz, natürlich auf Englisch, wurden wir mit unfassbaren Leckereien verköstigt. Das Geheimnis ist vermutlich besagter Teig und viel Zeit. Eventuell aber auch der Fakt, dass der kleine Familienbetrieb ursprünglich aus Tibet stammt und seit Jahren in Australien die Zubereitung von leckerer Pizza als ihre Lebensaufgabe erwählt haben. Super Leute, top Essen, 12 von 10 Sternen!

    Nach einem Selfie mit Frau und Herrn Takeaway wollten wir wieder an den bereits besuchten Strand. Der letzte Besuche am Vormittag fiel gefühlt zu kurz aus. Nach einem Tank-Stopp kamen wir flott vor Ort an und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages im Sand, beim Spaziergang und nickernd im Auto. Als uns der Sonnenuntergang verabschiedete ging es zurück ins preiswerte Hotel, wo man die Nachbarn beim Lästern belauschen kann.

    Fur einen letzten Spaziergang schnappte ich mir meine Kamera und ging die Partymeile des CBD von Adelaide hinunter und schoss das eine oder andere Foto vom Mond, den überall in der Stadt verteilten geschmackvollen Graffiti und den mit Hormonen und Bier vollgepumpten jungen Leuten.

    Auf dem Rückweg kam ich erneut an den bereits öfter wahrgenommenen Griechen "Yannies" vorbei, der den Hunger machenden Rauch des über der Holzkohle gegrillten Spieße über sein Gebläse in der ganzen Straße verteilt. Kurz schwächelnd stand ich am Tresen, verabschiedete mich aber flott nach dem Anblick auf die wartende Kundschaft mit Bestellzetteln in der Hand.

    Adelaide, du kleines Juwel. Nicht ohne Grund scheinst du regelmäßig in der top ten der schönsten Städte aufzutauchen. Viel zu wenig Zeit für viel zu viel Angebot haben wir uns nehmen können. Schön war es dennoch.

    Nächster und letzter Halt: Perth
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