• Cheers Australia

    8. april 2025, Australien ⋅ ☁️ 18 °C

    Australien, du bist einfach schön. Besonders:
    - die vielfältige Natur,
    - die botanischen Gärten,
    - die freundlichen Menschen,
    - das angenehme Wetter,
    - die unkomplizierten Städte mitsamt vielfältigen kostenlosen Angeboten für die Bevölkerung,
    - die frechen bunten Kakadus,
    - der breiten Verzicht auf Kunststoffen bei To-Go-Getränken und -Speisen
    - die unfassbar schönen Surf- und Badestrände mit fiesen Quallen,
    - und so vieles mehr.

    Schattenseiten gibt es natürlich auch, die man vielleicht erwähnen sollte:
    - Die offensichtliche Obdachlosigkeit betrifft vorwiegend australische Ureinwohner
    - In vielen Regionen werden noch Mülldeponien genutzt
    - Die hohen Preise in 7-eleven Shops
    - Fiese Quallen

    Wir sind unfassbar dankbar, dass wir so viel Glück mit dem Wetter und den Flügen hatten. Es ist Zeit sich zu verabschieden, wir müssen weiter.

    Nach einer kürzeren Nacht ging es flott zu Fuß zum Bahnhof Perth, wo wir um 20 Sekunden den Zug zum Airport verpassten und einfach 10 Minuten später den nächsten nahmen. Nach einer kurzen Fahrt gliederten wir uns in die Gruppe von Flughafenpersonal ein, die allesamt zum "International Airport" mussten. Die Kofferwaage zeigte 19,8kg an, perfekt gepackt! V hatte noch für den Notfall noch Luft nach Oben. Am Schalter kurzer Klärungsbedarf, der sich schnell auflöste und wir konnten ausreisen und durch den Sicherheitscheck.

    Am Gate 55, etwas warm hier, warteten wir bis zum Boarding und wurden nach der morgendlichen Aufregung so langsam etwas müde. Heute gab es kein Bangen um den Flug, es gab noch genügend freie Plätze.

    Im Flieger flott platziert um die einströmende Menschenmenge nicht aufzuhalten und das fettverschmierte Fenster geputzt, damit man wenigstens das eine oder andere annehmbare Foto schießen kann. Nun hieß es 5:20h Reiseseite überbrücken mit Lesen, Beobachten und Dösen.

    Bei Kindergeschrei und Käsegeruch des Bordbistros schauten wir auf die Mars ähnliche Oberflächen Westaustraliens bis wir auch den Luftraum des Kontinents verließen.

    Singapur empfing uns mit Wolken, erst kleine Cumulus, dann flächendeckend Stratus. Die Temperatur hat sich zu Perth auch nicht geändert, dafür aber die Luftfeuchtigkeit. It's going up baby!

    Zum Glück ist aber alles wie in einem Gefrierschrank temperiert und wir schnappten uns relativ unverschwitzt den Bus Richtung Joo Chia. Dann wurde es aber feucht unterm Baumwollstoff. Mit zwei Koffern bewaffnet kämpfte ich mich wie ein Gentleman über die Unebenheiten und illegal schmalen Fußgängerwege, bis wir beim Ibis Budget, ja wir sparen Geld, entnervt ankamen. Dort durfte ich selbständig digital einchecken, obwohl zwei Damen direkt hinterm Tresen saßen. Scheinbar versucht man die Anzahl an sozialen Interaktionen möglichst gering zu halten, sodass bei einer späteren Prozessoptimierung sich bereits alle an den Quatsch gewöhnt haben.

    Kurz aus den zu warmen Klamotten geschält und Zack zur Busstation, ab wo uns der Bus nach "Little India" bringen sollte. Im oberen Stockwerk des Doppeldeckers saßen wir wie echte Touris in der ersten Reihe und beobachteten alles was nicht auf drei auf den Bäumen war. Wir sahen Moscheen, viele Geschäfte und Fahrzeuge, die gnadenlos von unserem Busfahrer von der Busspur gehubt worden sind. Während der waghalsigen Bremsmanöver des selbigen Fahrers könnte wir bereits überlegen was in unserem Testament stehen soll.

    Nächste Haltstelle geht's raus, also flott die Treppen herunter ohne sich das Bein zu brechen. Draußen an der ersten Ampel sahen wir einen Mann auf einem Klapprad mit Kakadu-Antrieb. Ziemlich cool, leider konnte ich den Herstellernamen nicht erkennen. Dann noch ein paar Meter vorbei an mit Wäsche umhüllten Hochhäusern.
    Am Ziel angekommen, war alles gespickt mit indischen Shops, Tempeln, Läden die Goldschmuck verkauften und vielen, Überraschung!, Menschen, die aus Indien kommen. Wir fühlten uns etwas unsicher, da den Straßenschildern nach die hiesige Bevölkerung mutmaßlich ein Problem mit Aggressionsbewältigung hat. Aber wer sich kloppt kommt in den Knast und die übrig gebliebenen sind sicherlich nett.
    Das bunte Viertel war wild anzusehen hielt uns aber nicht für ein Mittagessen fest und wir latschen durch die nicht so schöne Ecke der Metropole auf verwinkelten Gehwegen an vielen klimatisierten Malls vorbei, bis wir in Chinatown ankamen.

    Chinatown, ähnlich wie Little India, hatte seinen ganz eigenen Charme, bloß chinesisch. Hier hat eher der Buddhismus sich verbreitet, aber Multi-Kulti ist es hier dennoch überall.
    Die Umgebung ist ein Pottpüree von alten schmalen zwei bis drei geschössigen Gebäuden mit Laden im Erdgeschoss und Wohnbereich darüber.
    Wir kamen zu einem der "Hawker Center" und aßen, nachdem ich nach der Bestellung erst einmal Geld abheben musste damit ich bezahlen kann, bei einer Frühlingsrollen-Hökerin leckere und sehr preiswerte frittierte Waren.
    Im schmuddeligen Kantinenflair der 80er genossen wir die wuselige Stimmung als einer der wenigen nicht ortsansässigen Personen.
    Nach einem versuchten Besuch der sanitären Anlagen mit fragwürdigen Hygienestatus stampfen wir mit glühenden Füßen durch die dicke schwüle Luft gen "Lau Pa Sat", welcher wieder ein Hökerzentrum darstellt.

    Aus der Ferne sah man schon die Rauchschwaden der Satay-Spieße über Lau Pa Sat aufsteigen, so als sie uns mit Rauchzeichen anlocken wollen. Hier tobte das Leben, aber auch das Geld. Schon auf den ersten Blick sah man, dass hier die bis zu vierfachen Touristenpreise gezahlt werden sollen. Nach der Feuershow auf der Straße schnappte ich mir leckere Bibimbab für 7S$, ein Schnapper und ich war endgültig vollgestopft.

    Es zog uns weiter zum Wasser. In 30 Minuten sollte die "Spectra - A Light & Water Show" losgehen und wir kauften noch Getränke für den Weg und die Wasserlichtspiele ein. Schon während des Annäherns sah man in welchem Viertel das Geld liegt. Die Wolkenkratzer der Skyline, allesamt mit Namen großer Banken verziert, spiegelten sich in der Wasseroberfläche des Sees an der Promenade.
    Die Show schien beliebt zu sein, alle offiziellen Plätze wurden schon okkupiert und wir suchten uns mittig den besten Platz auf dem Boden. Die Füße freuten sich über diese Pause.

    Der Start des Kunstwerks war direkt umwerfend. Komplett verwirrt woher dieser extrem gute Sound kommt schaute ich mich mehrmals um, bis ich zumindest ein bis zwei der Boxen sah, die uns mit dreidimensionalen kristallklaren und tiefen Tönen umhüllten. Dann folgten 15 Minuten imponierender Laser-Licht-Wasser-Musik-Show, die nur ab und zu leicht durch Menschen gestört wurde, die unbedingt vor allen 500 Leuten mit ihrer beknackten DYI-Kamera an der Front stehend filmten.

    Ein Freund erzählte mir, dass die Menschen in Singapur ein großes Hobby haben, was allesamt teilen. Shoppen. Überall gibt es Malls und Malls. Hohe Malls, tiefe Malls, breite Malls und alte Malls. Allesamt klimatisiert, weshalb diese wohl auch so beliebt sind. Damit wir uns dieser Kultur etwas näher bringen, dachten wir uns für 20 Minuten kurz vor Ladenschluss um 22 Uhr shoppen gehen zu können. Erstaunlicher Weise waren immer noch viele Menschen in Cafés und anderen Geschäfte vorzufinden. Ist wohl was dran an der Nummer. Kurz zwei Shirts geshoppt und fertig waren wir.

    Nun schrie der Körper nach Dusche, Bett und Ruhe. Mit dem Bus ging es unkompliziert zurück. "Tap on and tap off", da war es wieder. Kurt am Walk of Fame of Cats vorbei waren wir auch schon da.
    Im preiswerten Pappwandhotel ließen wir uns dann auf unseren Steinbetten von rhythmischen Hustgeräuschen in den Schlaf wiegen und träumten von zu Hause und Schwarzbrot.
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