Eber, Familie und Pizza
May 30 in Sweden ⋅ ☁️ 13 °C
Eigentlich wollten wir nur schlafen. Ich packte mir die Ohropax in die Gehörgänge. Ich war so müde, dass ich die Schlamaske vergaß und schlummerte fast gegen 23 Uhr ein bis ich eine Stimme vernahm.
Es war die von F., der drei Meter neben mir in seiner Matte hing. "Hmmmm hmmm hmmmm?". Ich nahm den linken Gehörschutz heraus und fragte eloquent: "Was?"
F.: "Hörste du auch das Tier?". Ich verneinte mit dem Hinweis auf meine Schlafvorbereitung und fing an zu lauschen. Etwas sehr sehr schweres, vermutlich gar nicht so weit weg von mir stampfte mit seinen Hufen auf den Waldboden und schnaufte vor sich hin.
Genau in solch einem Moment fühlt man sich nicht sonderlich strategisch gut platziert in einer dünnen Hängematte. Ich entschloss nach kurzer Überlegung einfach laut zu sein. Es wirkte, das Ungetüm stappte flott davon, legte eine Pause ein und brüllte unheimliche Geräusche in die Nacht. Ob Eber, Elch, Hirsch, es war eine Erfahrung.
Die fortgeschrittene Müdigkeit brachte einen flott in den Halbschlaf, bis gegen Tageswechsel erneut Besuch vorbeikam. Dieses mal etwas leichthufiger und flotter davon, als wir uns wieder bemerkbar machten.
Unser Bock hier zu verbleiben, offensichtlich auf einer Waldautobahn, war gering. Keiner von uns wollten aber den erst Schritt aus der Hängematte machen und wir schliefen bis 6:30 Uhr, zumindest ein wenig.
In der Früh hieß es raus aus der Matte und rein in das Raupenmeer. Überall waren die kleinen anhänglichen Viecher. Wer nicht floh wurde mit einpackt.
F. hatte als nächste Station einen Aussichtspunkt ausgemacht dort gab es den nächsten Stempel auf unserer Karte, der F. liebevoll kreiert hatte.
Digital detox brachte uns nach kurzer Ungeduldigkeit einen ziemlich steilen Wanderweg ein, auf dem wir unsere Räder erst einmal gefühlte 100m hochtrugen, Frühsport. Irgendwann erreichten wir den Top und blickte auf die kleine Schlucht des Nationalparks. Auf Grund diverser Verzögerungstaktiken des Parks war die Zeit irgendwann relativ weit fortgeschritten, weswegen wir uns für die Serpentinen zum Startpunkt entschlossen. Nach der Sturzfahrt mit über 50 km/h fuhren wir auf malerischen Landstraßen nördlich entlang des Nationalparks Richtung Ängelholm.
Mit Papierkarte und etwas Geduld kamen wir etwas langsamer als Gedacht vorran. Hauptgrund war aber der Wind, der sich seit dem gestrigen Tag um 180° gedreht hatte. In Ängelholm angekommen wurden wir von F. Cousine und Familie äußerst herzlichen mit einem üppigen Frühstück empfangen. Wir erzählten von unseren Erfahrung und Plänen. Deren starker Empfehlung, die sicherlich 10 Mal hervorgehoben wurde, ist an der Küste zu verbleiben. Das Innland weißt nichts auf als Industriestädte, Mücken und Leere. Ein weiterer Blick auf die Wetterprognose hatte uns die Entscheidung nicht schwer fallen gelassen unseren Plan leicht anzupassen.
Nach Ängelholm ging es also weiter auf Velorute 1, dem Kattegatleden, weiter an der Küste. Eines der uns mitgegebenen Biere genossen wir auch direkt an einem der vielen kleinen Strände entlang der Küste, herrlich.
Abends kamen wir in dem gut betuchten Båstad an, aßen Pizza, kauften und und fuhren weiter bis zum nächsten Campingplatz für ein wenig Luxus. In der Stadt liefen überall junge Erwachsene in weißen Leinenhosen, blauem Sacko, Segelschuhen (ohne Socken) Sonnenbrille und zurück gegelten Haaren herum. Christan Lindner haben wir nicht getroffen, aber scheinbar gab es etwas zu Feiern.
Nachdem alles hing fuhren wir nochmals ein Stück zurück für ein abentliches Nackbad in der See, es war recht frisch sagten mir meine kleinen Extremitäten. Danach vielen wir erschöpft vom Gegenwind und den morgendlichen Höhenmetern in die Koje.Read more






















TravelerCooles Abenteuer, wünsche euch Glück auf allen Wegen, auch nachts😉
TravelerVielen Dank, bisher lief alles rund :)
TravelerAufregende Erlebnisse, besonders die Tierbegegnungen beeindrucken 😂. Viel Spaß weiterhin.
TravelerDanke, hoffentlich bleibt es aufregend. :)