• Skipper des Tages

    July 7 in Sweden ⋅ ☀️ 14 °C

    Der Tag startete mit einer nackigen Schwimmrunde im Wasser. Mein persönliches Thermometer zeigte mir kalt an. Nach der Erfrischung hieß es, Rührei.

    Direkt im Anschluss musste ich mich weiter auf den heutigen Törn vorbereiten, denn heute was ich Skipper des Tages. Dies bedeutete:
    - Routenplanung
    - Mannschaft koordinieren und anleiten
    - Alles um Blick halten und
    - cool dreinschauen.
    Letzteres konnte ich natürlich sowieso schon eloquent umsetzen.

    Meine gewählte Konavigatorin S. und ich legten den bereits am Vorabend diskutierten Plan für den Tag zurecht und wir verließen gegen 11 Uhr den Liegeplatz. Angesagt war mit 3 bis 4 Knoten wenig Wind für den Nachmittag, bis dahin hatten wir 10 kn Wind aus SW, genau von hinten. Dies forderte von uns im Schmetterling zu fahren, was für die Mannschaft eine gute Übung darstellte. Später fiel circa 11 nm vor unserem Ziel der Wind ein und wir motorten nach kurzer Überlegung circa 2h weiter.
    Während dessen suchten wir nach einer schöneren und etwas näher liegenden Alternative für die Nacht und fanden diese in einer kleinen Bucht, voll mit anderen schwedischen Ankerliegern. Nachdem wir nach gefühlten 10 Runden einen Platz gefunden und den Anker auf dessen Festigkeit geprüft hatten war endlich Ruhe. Meine Rolle als Tagesskipper war damit halbwegs beendet, "meine" Crew schien zufrieden mit mir gewesen zu sein.

    Man merkte es direkt an der Stille und Etikette der umliegenden Boote, hier wird die Idylle der Natur genossen und sein Hund zum Waschen am Geschirr ins Wasser getunkt.
    Abends gab es Wraps satt, den Dingi-Express zum Plumpsklo und abermals Sonnenschein am Abend. Skippern ist anstrengend, daher lag ich relativ früh im Bett. Schlafen konnte ich aber irgendwie kaum, denn das liebevolle Geschnarche von M., das Summen der riesigen Mücken, mein blutender Finger und der sich wiederholende Ankeralarm der nördlich von uns liegenden Bavaria haben mich nicht wirklich gut schlafen lassen.
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