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Segeltörn 2026 - Schweden - Stockholmer Schären ⛵️

Ab nach Stockholm, es geht für eine Woche auf die Conni!
Start: Nynäshamn
Ziel: Saltsjöbaden
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  • Trip start
    July 2, 2026

    Fängt ja gut an

    July 2 in Sweden ⋅ ☁️ 20 °C

    In Hamburg geht es los, Gepäck abgeben und ab nach ARN, Stockholm. Vor Ort das erste Mal richtig vom Airtag profitiert. Denn, wo sind meine Sache verblieben? Richtig, in der Heimat. Erstaunlich aber wahr, ist mir bisher noch nie passiert.
    Dem sehr netten Schweden hinterm Tresen zeigte ich den vor 2 Minuten aktualisierten Standort meines Rucksacks und wir füllten gleich das Onlineformular gemeinsam aus.
    Zum Glück gehen morgen wieder zwei Flieger ab Hamburg, wodurch meine Sachen vor unserer Weiterreise am Samstag vor Ort sein sollten. Positiver Nebeneffekt, ich muss den Kram nicht schleppen. Nachteil, keine Klamotten oder Zahnbürste griffbereit. Letzteres konnte ich später kurzerhand in einem der vielen 7-eleven Shops ändern. Der Alanda Express zum Hauptbahnhof sollte für die 20 minütige Fahrt circa 30€ kosten, da war der elektrische Kia von Uber die günstigere Variante, die uns direkt zum Ziel brachte.

    Im Hotel / Hostel Generator trafen wir auf J.. Dort bezogen wir vier unser Gemeinschaftszimmer und bereiteten uns mit dieser gemütlichen Enge bereits auf das einwöchige Leben auf der Conni vor, noch jeder im Einzelbett.
    Der Magen knurrte bereits am Airport lautstark. S. hatte glücklicherweise bereits im Uber nach geeigneten Einrichtungen mit schwedischer Küche Ausschau gehalten und mit dem Nomad eine kleine Perle gefunden.
    Dank deutscher Gene waren wir vor dem schwedischen Ansturm auf die Küche vor Ort und konnten im gemütlichen Hinterhof bei seichter Jazzmusik Toast Skagen und vorzügliche Köttbullar genießen, während die semi gut gefertigten Stühle Löcher in mein Shirt schnitten.

    Ab 20 Uhr begann der Live Act des Abends. Mehr ruhige Jazzmusik von Iodine. Eine junge Gruppe, vermutlich aus der Stadt. Nach mehreren Flaschen Wasser, Bier und Cider ging es wieder weider. Ein paar Meter gen Südosten huschten wir bei dem ersten herunterfallenden Tropfen in den Hauptbahnhof und bewunderten die hiesige Architektur. Noch etwas weiter lockte uns Gamla Stan, welches wir auf Grund fehlender Ausrüstung und zu hohem Zuckergehalt bestimmter mitreisenden Personen nicht einmal betreten haben. So kehrten wir 100m vor dem spontanen Ziel um und brachten uns in die wohlverdiente Koje des Hostels.

    Ich hoffe morgen kommt mein Rücksack, wäre nett. Die Wetterprognose ist nicht allzu gut für die Woche, ohne Ölzeug ist das eher so lala. Aber zuerst einmal ausschlafen, Kardamonschneckchen schnabbulieren und das verregnete Stockholm genießen.
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  • Auf untergegangenen Schiffen lernt man Schiffbau

    July 3 in Sweden ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Nacht war erstaunlich entspannt, obwohl irgendwas unseren Raum auf gefühlte 35°C aufgeheizt hat.
    Die Meute war ruhig und schlief oder döste bis 9 Uhr in den Hochbetten.
    Nach der Duschserie ging es raus auf die Straßen Stockholms. Unsere Tagesziele:
    - Gastflagge für die Conni besorgen
    - Für M. eine Ukulele besorgen
    - Einen ND Filter für meine Kamera finden
    - Kardamonschneckchen!
    - Vasa Museum
    - Hoffentlich meinen fehlenden Rucksack in Empfang nehmen

    Nachdem wir den ersten Punkt abgehakt hatten schlugen unsere Mägen Alarm und wir suchten uns beruhigende Kost.
    Ich gönnte mir eine Poké Bowl plus Süßgebäck und einen Matcha Latte.

    Mit Zucker in der Blutbahn stolzierten wir zur Gamla Stan, dieses mal wirklich. Vor Ort wurden wir von einer Brigade musizierender Soldatinnen und Saldaten in Empfang genommen. Nach dieser kleinen Showeinlage holte ich mir bei Bruno in dem ältesten Fotografiegeschäft Schwedens einen ND8 Filter für meine Sony Alpha 7 Mark IV Kamera. Und damit begann der Kaufrausch. S. kaufte sich einen Silberring bei einer indischen kleinen Dame und M. eine Ukulele, ein Kazoo sowie ein Schüttelei. Der Grundstein für eine Band ist gesetzt! Nebenbei erfuhr ich, dass mein Rucksack nachts gegen 2 Uhr im Hotel ankommen sollte.

    Weiter ging es zur Bröd & Salt, dann auf die Fähre 82 zum Vasa-Museum auf der Tierinsel. Die Vasa, ziemlich großes Teil, war nicht so erfolgreich unterwegs wie unsere Fähre, konnte aber mit Prunk glänzen. Auf mehreren Etagen konnte man sich das heute eher aus Kunstoff (PEG) bestehende Schiff näher anschauen und davon Träumen wie Menschen früher mit solchen hölzernen Ungetümen unterwegs waren, oder auch nicht wenn die Schiessluken zu tief im Wasser liegen.

    Nach mehr als 2h reichte es uns, die Füße glüten und der Magen schrie nach mehr.

    Ein kurzer Abstecher bei Uniqlo half mir Klamotten technisch über die Runden und eine Pizza á la napolitana machte den Abend rund.
    Rund ging es dann auch erst richtig, als sich unsere frisch gegründete Band (Name ausstehend), auf dem Hotelzimmer zum Jammen traf und die Nachbarn mit wohlklingendem Getröte und Gejaule frohlockte.
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  • Nynäshamn - Start unseres Törns?

    July 4 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C

    Um 9:06 Uhr wollten wir die Bahn Richtung Küste nehmen. Das schafften wir und mein Rucksack wurde sogar auch netterweise geliefert. Der kleine Ort empfing uns mit bestem Wetter und der alten Crew auf der Conni, die wir ablösen sollten.

    Nach kurzem Austausch gab es die erste Warnung: Die Conni hat die Woche mit dem Kiel einen Fels geküsst, mehrfach. Was das für uns bedeutet schauen wir später. Erst einmal für die Woche einkaufen. So liefen wir mit den vom Hafen gesponserten Einkaufswägen Richtung Coop und warfen die schwedischen Kronen um uns herum. Nachdem der kulinarische Reichtum verstaut war ging es ans Eingemachte. Unser Skipper N., welcher ebenso der Skipper der letzten Woche war, klarte das Thema des Zusammenstoßes zwischen Kiel und Festland etwas auf. Seine Verantwortung uns, dem Boot und dem Verein gegenüber erhöhte den Druck auf den Sachverhalt. Ein objektiver Blick war von Nöten.

    Ich als Hobby-Schnorchler war ehe man sich umdrehen konnte im 15°C kühlem Wasser für die Inspektion des Rumpfes. Leider ohne GoPro, aber mit Schnorchel, den ich aus Jucks und Dollerei mitgenommen hatte. Ich malte anschließend meine Erkenntnisse auf Pappe und berichtete von meinen Wahrnehmungen. N. wollte kurzerhand ebenso einen Blick drauf werfen, sah leider nur nicht so gut wie meine etwas jüngeren Augen. Als Dritte und letzte Meinung wollte sich J. dazu gesellen. Nachdem er das kühle Nass betrat fiel seinem Organismus auf, dass er das gar nicht gut fand und kurzerhand war er zwar mit Schnorchel wieder am Steg, aber leider ohne Drittmeinung.

    N. versuchte im Anschluss mehrere Nummern aus, hinter denen sich Taucher mit Expertise verbergen sollten. Ein Freund einer Taucherin meldete sich netterweise zurück und wir hatten ein Date für den nächsten Morgen. Top! Morgen wissen wir mehr und auch, ob wir überhaupt Segeln oder nur mit Motor schippern können/dürfen!?

    Bevor wie dies aber klären galt es zu Kochen, das überraschend gute Wetter zu genießen und am späten Abend noch die ersten Einweisungen für das Boot durchzugehen.
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  • Freigabe durch den Hafendoc

    July 5 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C

    Lecker Rührei gab es für die Meute, so wird es die ganze Woche aussehen. N. ließ die Brötchen von unten verbrennen, da er in den Erklärmodus abdriftete während er selbige versuchte beidseitig im Gasofen zu bräunen. Während wir aßen kam bereits der Taucher auf den Steg und ging zu den ersten Kunden des Tages, die direkt vor uns dran waren. Für die sollte er ein paar Dinge vom Grund einsammeln.

    Ziemlich flott war er bei uns und blubberte unter unserem Rumpf herum. Er versuchte in der Trüben Suppe des Hafenwassers gescheite Videoaufnahmen mit seiner GoPro 8 aufzuzeichnen. Nach 15 Minutrn zeigte er uns seine digitale Beute und schenkte uns zudem seine Einschätzung und damit indirekt den Freischein zum Segeln. Wir bedankten uns mit einer halben Tasse Kaffee als zusätzlichen Lohn und freuten uns über diese Erlösung nicht nur unter Motor unterwegs sein zu werden.

    Bevor es raus geht hieß es aber erst einmal Hafenmanöver lernen. Wir waren aktuell mit dem Heck am Steg festgemacht. Am Bug befand sich eine Boje, die wir mit einer Vorleine schön unter Wasser gezogen hatten. Das Ablege-Manöver bestand aus: Fieren, Schub geben, Haken und Leinen einholen und natürlich nicht die Boje zu überfahren.
    Dann Rolle rückwärts um langsam aber sicher gen Steg wieder anzulegen. Hier die Schwierigkeit, Rückwärts fahren, war für niemanden easy.

    Nach erfolgreicher Aktion belohnten wir uns mit frischen Brot und Süßgebäck vom lokalen Bäckerbus und freuten uns über das Gewitter, welches offenbar nördlich von uns vorbei zog. Dies gipfelte darin, dass wir uns nach kurzer Absprache dazu bewegten eine echte Runde zu drehen. Der Münzwurf entschied, gegen den Uhrzeigersinn die Inseln bzw. Schären vor Nynäshamn zu umkreisen. Dank der Münze kamen wir relativ trocken durch die felsigen und gefluteten Schluchten, während es im Norden blitzte, donnerte und ziemlich nass wurde.

    Nach anfänglichen Startschwierigkeiten in Bedienung, Abfolge und Manöveretiquette spielten wir uns immer besser ein. Das letzte Mal aktives Segeln auf einem Dickschiff lag bei mir und dem einen oder anderen ziemlich genau ein Jahr zurück. Wir kreuzten bei 7 bis 22 Knoten Wind zwischen dem schroffen Stein hindurch und brachten uns nach circa 8 Seemeilen und bei sonnigem Wetter in den bekannten Hafen im Rückwärtsgang.

    Abends wurden wir für unseren Mut von den Göttern mit rosa rötlichen Donnerwolken belohnt, die nach unserem Pilzrisotto über unsere Conni hinwegzogen.

    Morgen geht's ernsthaft los, M. wird Tagesskipper und wir peilen eine Schäreninsel an, um dort zu übernachten.
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  • Durch die Schären an den Stein

    July 6 in Sweden ⋅ ☀️ 12 °C

    7 Uhr wollten wir hoch, ich stand um 06:35 Uhr vor dem Toilettenhäuschen in Laufklamotten. Nach meinen kurzen 5 km schnibbelte ich das Rühreigemüse, während der Rest sich bereits putzte.

    Dann ging es Schlag auf Schlag. Endlich die überfällige Einweisung in den Motor gegeben und das Schiff klar gemacht. Seeventile zu, alles verstauen und ablegen. Die Route ist geplant gen Nord-Nord-Ost, wir werden viel Rückenwind haben. Es geht gut voran, Seemeile für Seemeile. Vorbei an Traumhütten in für Schweden typischen roten oder hellgelben Farben begrüßen wir andere mutige Seefahrer, die sich durch die Wellen bahnten.

    Auch heute war das Wetter wieder besser als prognostiziert, bisher haben es die nordischen Götter gut mit uns gemeint. Am späten Nachmittag erreichten wir an der Ostseite Fjärdlångs unser Ziel. Als letzte Herausforderung des Tages galt es an den Felsvorsprüngen festzumachen. Mit vereinten Kräften und etwas Geschick schafften wir es ohne Schadensfall an die Schäre. Die besten Tipps holten wir uns aus dem HarbourGuide.

    Die kleine vorgelagerte Insel bot alles was man brauchte. Eine Toilette, Stühle für die Betrachtung wunderschöner Ausblicke und kleine Wiesel oder Hermeline, die man aus der Ferne herumlaufen sah.

    Als Abschluss des Tages gab es erneut einen feuerroten Sonnenuntergang, bisher immer ein gutes Omen. Morgen darf ich den Skipper spielen, dafür muss ich noch einmal an das Klemmbrett.
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  • Skipper des Tages

    July 7 in Sweden ⋅ ☀️ 14 °C

    Der Tag startete mit einer nackigen Schwimmrunde im Wasser. Mein persönliches Thermometer zeigte mir kalt an. Nach der Erfrischung hieß es, Rührei.

    Direkt im Anschluss musste ich mich weiter auf den heutigen Törn vorbereiten, denn heute was ich Skipper des Tages. Dies bedeutete:
    - Routenplanung
    - Mannschaft koordinieren und anleiten
    - Alles um Blick halten und
    - cool dreinschauen.
    Letzteres konnte ich natürlich sowieso schon eloquent umsetzen.

    Meine gewählte Konavigatorin S. und ich legten den bereits am Vorabend diskutierten Plan für den Tag zurecht und wir verließen gegen 11 Uhr den Liegeplatz. Angesagt war mit 3 bis 4 Knoten wenig Wind für den Nachmittag, bis dahin hatten wir 10 kn Wind aus SW, genau von hinten. Dies forderte von uns im Schmetterling zu fahren, was für die Mannschaft eine gute Übung darstellte. Später fiel circa 11 nm vor unserem Ziel der Wind ein und wir motorten nach kurzer Überlegung circa 2h weiter.
    Während dessen suchten wir nach einer schöneren und etwas näher liegenden Alternative für die Nacht und fanden diese in einer kleinen Bucht, voll mit anderen schwedischen Ankerliegern. Nachdem wir nach gefühlten 10 Runden einen Platz gefunden und den Anker auf dessen Festigkeit geprüft hatten war endlich Ruhe. Meine Rolle als Tagesskipper war damit halbwegs beendet, "meine" Crew schien zufrieden mit mir gewesen zu sein.

    Man merkte es direkt an der Stille und Etikette der umliegenden Boote, hier wird die Idylle der Natur genossen und sein Hund zum Waschen am Geschirr ins Wasser getunkt.
    Abends gab es Wraps satt, den Dingi-Express zum Plumpsklo und abermals Sonnenschein am Abend. Skippern ist anstrengend, daher lag ich relativ früh im Bett. Schlafen konnte ich aber irgendwie kaum, denn das liebevolle Geschnarche von M., das Summen der riesigen Mücken, mein blutender Finger und der sich wiederholende Ankeralarm der nördlich von uns liegenden Bavaria haben mich nicht wirklich gut schlafen lassen.
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  • Kreuzen gen Norden

    July 8 in Sweden ⋅ 🌬 15 °C

    Nach unruhiger Nacht wärmte die Sonne meine müden und verspannten Muskeln auf. Als es warm genug war kam der Waschgang. Die Schweden stehen nicht so auf FKK, daher kam die Speedo über die Pobacken und ich wusch mich in der Ostsee mit zappelndem Beinschlag.

    Unsere Nachbar, welcher das eine oder andere Mal nachts seinen Ankeralarm wahrnehmen musste, befand sich nun ein paar Meter weiter entfernt von uns. Das Ankerlichten war weitaus entspannter als das Ankern selbst, lediglich war der Aufwand beim Putzen nicht zu vernachlässigen. Wir kippten an die 100 Liter Ostseewasser mit der Pütz auf die Ankerkette. Das reichte aber vorne und hinten nicht, um den muffigen Schlick wegzuspülen.

    Unterwegs wurde es heute etwas spannender, denn der Wind drehte in der Nacht auf Norden und nahm ein gutes Stück zu. Glücklicherweise entschieden wir uns bereits vor Abfahrt das erste Reff des Großsegels zu nutzen, das machte das Manövrieren bereits beziehungsweise direkt einfacher. Später bei Böen fuhren wir sogar mit Genua und dem Groß auf Reff 2. Mit 6 bis 7 Knoten SOG (Speed over ground) gehen den Wind holten wir auch schon alles raus, was die Conni schafft.

    S. als Tagesskipperin war fleißig damit beschäftigt, um alle fiesen großen und kleinen Steinen und Felsen auszuweichen. Als Unterstützung tauschten wir drei restlichen die Rolle des Steuermanns durch. Quasi aus dem Nichts kam eine X43 um die Ecke und kam uns immer näher. Sie segelte mit Konrad Adenauer und wild gesetzten Segeln in unsere Richtung. Nach einer weitere Halse kreuzten sich unsere Wege und wir erkannten endlich das Boot und dessen Insassen. Die lachenden und winkenden Grinsgesichter waren unsere Vereinskollegen, die mit der "X" unterwegs sind. Nach einem kurzen Fotoshooting wünschten wir uns eine sichere Weiterreise und immer eine Handbreite Wasser unterm Kiel und segelten weiter.

    Irgendwann auf Höhe Blidö fuhren wir wieder mit arabischen Wind, da uns das Kreuzen durch den Blidösund unendlich viel Zeit raubte. Unser Ziel, den Gästehafen von Furusund, erreichten wir gegen 16:30 Uhr, wo J. mit äußerster Präzision uns zwischen die bereits anliegenden Boote rammte. Wir machten das Schiff klar, genossen das strahlende Wetter, ich kochte mit guter Laune unser Dahl und wurde mit einem phenomenalen Regenbogen belohnt, während unsere schwedischen Nachbarn Whisky und Scotch schlürften.

    Ein unverschämt schöner Spaziergang über den Westabschnitt von Farasund machte den Abend noch lebenswerter. Morgen ist J. der letzte Tagesskipper unserer Lerngruppe und bringt und durch starke Winde so langsam Richtung Süden, wo wir am Freitag nahe Stockholm wieder einkehren müssen.
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  • Ab in den Süden

    July 9 in Sweden ⋅ 🌬 15 °C

    Unser Tagesskipper J. ist gütig und ließ uns auf Furusund ausschlafen. Nach einer kleinen Runde Joggen, lecker Frühstück und einer Dusche konnte es losgehen. Die Sanitären Einrichtungen (zwei Toiletten und drei Duschen für 100 Stellplätze) waren eher spartanisch eingerichtet. Die etwas unterdurchschnittliche Bewertung dieses Gästehafens bei Google Maps kommt nicht überraschend.

    Auf dem Wasser hat uns wieder bestes Wetter erwischt. Zwischen sehr schmalen Untiefen und wunderschönen Anwesen gleiteten wir heute förmlich die heutigen 35 nm hinunter. S., M. und ich wechselten uns als steuernde Person ab und konnten jede Meile das Manövrieren üben.

    Auf halber Strecke passierten wir eine mechanische Drehbücke, die uns der nette Brückenwärter nach einem kurzen Anruf kurbelnd öffnete. Wir überlegten heute in Vaxholm anzulegen, bzw. es zu versuchen. Online sah der Hafen bereits ausgebucht zu sein, einen Blick wollten wir aber riskieren. Vor Ort, an der Burg des Ortes und den riesigen Schlangen vor den Personenfähren enrschieden wir uns für die Option der nachfolgenden Ankerbucht.

    Nach wenigen Seemeilen hatte der uns bisher heute unterstützende Wind allein gelassen und wir fuhren unter Motor die letzten 2,5 Seemeilen bis zur Bucht. Vor Ort haute netterweise ein Schwedenboot ab und wir fanden einen schicken Platz inmitten anderer Segler. In dieser deutschen Bucht fanden wir viele bekannte Flaggen und auch ein lautes "Join a Crew" Boot, was die Naturidylle merklich störte.

    Nach dem obligatorischen Planschen entdeckten wir einen Biber, der uns des öfteren sein schickes Fell zeigte. Die Abendsonne zeigte sich erneut von seiner schönesten Seite. J. und ich warfen noch eine rumänische Münze für den letzten Skippertag und ich gewann mit der Zahl 10.
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  • Letzte Fahrt voraus

    July 10 in Sweden ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Nacht war ruhig, frischeste Luft wehte durch die Luken in die Pupsbude. Das gestrige Chili forderte seinen Tribut und bescherte mir Kopfschmerzen. Die Natur nahm nach einer kurzen Paddeltour mit dem Dingi mein großzügiges Geschenk an. Erleichtert kehrte ich zum Boot zurück, nahm den Biber erneut bei seiner morgendlichen Tour wahr und genoss ein Bad mit Hose, um die Schweden nicht zu verschrecken.

    Danach hieß es Planung durchführen. Die Frage: Wie wollen wir zum Zielhafen kommen? Wir hatten ambitioniert geplant, der Wind schlief aber stärker ein als gedacht. Die ersten 2h waren wir ausschließlich mit dem Motor unterwegs und holten lediglich später nach spektakulären Engpassagen die Genua heraus, um 2 Seemeilen bis zur Tankstelle zu Segeln.

    20 Liter und fünf Magnum Mandel später ging es wenige Meter weiter zum Zielhafen in gut betuchte Saltsjöbaden (Restaurantholmen), wo wir ein letztes Mal für diesen Törn festmachten. Der Nachmittag war voll gepackt: Essen, Spaziergang, Schiff klar machen, Nachbarn ärgern mit Spitzwasser, Duschen und Ruhe finden.

    War ne super Woche, viel gelernt, viel Erholung gefunden und schönes Gesehen. Dafür bin ich der gesamtem Crew sehr dankbar und hoffe, dass es nicht der letzte Törn in dieser Konstellation auf der Constellation war.

    Die herausgeputzten Gäste des Restaurants hatten auf einem Freitagabend natürlich nicht vor früh nach Hause zu gehen. Daher stellte ich mich auf wenig Schlaf ein. Hinzu kam, dass J., ein verfechter der KVR, während des Abwasches anfing eine emotionale Diskussion darüber zu starten, dass auf der Alster in Hamburg die Rechts vor Links Regelung berhaupt keinen Sinn ergibt und Tretbootfahrer keinerlei Rechte auf dem Wasser haben sollten. Herrlich, nur noch 4 Stunden bis der Wecker klingelnd. Nach dem Zähle putzen hieß es dann aber endlich "Ab ins Bett". Morgen um kurz vor vier kommt das Uber und bringt uns zum Hafen der Lüfte, hoffentlich klappt dort alles reibungslos.
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  • Tschüss Conni

    July 11 in Sweden ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach einer kurzen Nacht mit wenig Schlaf fuhren J. und ich, nachdem wir uns von der Conni verabschiedet haben, gegen 4:40 Uhr mit einem Uber zum 50 Minuten entfernten Airport Stockholm (ARN) Terminal 5, wo wir ein ziemliches Durcheinander durchleben durften. Nach langsamen Schaltern, Dränglern und extra Durchsuchungen auf Grund meiner gefährlich aussehenden Mundharmonika schafften wir es mit einem Sprint zum allerletzten Gate C41. Durchgeschwitzt aber zufrieden schnappten wir uns die freien Plätze und waren froh nicht den nächsten Flieger nehmen zu müssen.

    Der halbe Airbus war voll mit Konzertbesuchern des Bad Bunny Konzertes von Freitag Abend, alle ebenso müde wie ich. Und dann ging es flott los und es hieß Bye Bye Stockholm. Nächster Anleger, Hamburg.
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  • Nach dem Törn ist vor dem Törn

    July 11 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    Nach einem entspannten Flug mit dutzenden Fans von Bad Bunny kamen wir Dank unserer Pilotin und der restlichen Crew sicher und ruhig in Hamburg an.

    Die Wolken hingen etwas tief, sodass man quasi in den Nebel eintauchte. Das richtige Gate fand das Flugzeug trotz schwierigen Sichterverhältnissen aber dennoch. Dank des Stand by Status kamen unsere Gepäckstücke gleich voran. Ein kurzer Drücker, eine Verabredung für ein Essen und dann war ich wieder ohne meine Crew. Es war eine phenomenale Woche, mit extrem vielen neuen Eindrücken. Größten Dank an unseren Skipper N., welcher uns unermüdlich Alles erklärte was ihm in den Sinn kam.

    Nun heißt es aber erst einmal die Eindrücke zu verarbeiten und Wäsche waschen.
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    Trip end
    July 11, 2026