Geschichte und Legende am Kyffhäuser
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Majestätisch erhebt sich das Kyffhäuserdenkmal auf dem Kyffhäusergebirge und ist schon von Weitem sichtbar. Als wir in Artern losfahren, sehen wir es noch winzig klein am Horizont. Errichtet wurde das Denkmal zwischen 1890 und 1896 zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. Es erinnert an die Gründung des Deutschen Kaiserreiches im Jahr 1871 und sollte den Stolz und die Einheit der jungen Nation symbolisieren. Gleichzeitig wurden die Ruinen der mittelalterlichen Reichsburg Kyffhäuser bewusst in die Anlage integriert.
Das Herzstück des Denkmals ist die berühmte Kyffhäusersage. Tief im Berg soll Kaiser Friedrich I. Barbarossa an einem steinernen Tisch schlafen. Sein roter Bart ist der Legende nach bereits um den Tisch gewachsen, während er auf den Tag wartet, an dem Deutschland ihn wieder braucht. Die gewaltige Barbarossa-Figur wirkt dabei fast so, als könne sie jeden Augenblick erwachen.
Hoch über ihm thront die Reiterstatue Kaiser Wilhelms I. Sie steht sinnbildlich für die Vollendung dessen, wovon Barbarossa einst nur träumen konnte – ein geeintes Deutsches Reich. Ob man die Sage glaubt oder nicht: Wenn man hier oben steht, den Blick über die weite Landschaft schweifen lässt und die mächtigen Steinmauern auf sich wirken lässt, spürt man, warum dieser Ort seit Jahrhunderten fasziniert. Hier verschmelzen Geschichte und Legende zu einem Ort voller Geheimnisse.
Die Sage vom schlafenden Kaiser Barbarossa regt seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen an. Ludwig Bechstein, die Gebrüder Grimm, Heinrich Heine, Ludwig Uhland, Friedrich Rückert und viele andere bereicherten und erweiterten den Sagenkranz um den Kyffhäuser. Der Kyffhäuser und die Barbarossasage wurden zum Symbol für die Freiheitsbestrebungen der fortschrittlichen Kräfte, die für die Entwicklung eines deutschen Nationalstaates eintraten. Die Barbarossasage entwickelte sich in dieser Zeit zur Nationalsage des deutschen Volkes.
Die ersehnte deutsche Einheit wurde verwirklicht, und Wilhelm I. wurde als Vollstrecker dieser Einheit enthusiastisch gefeiert. Die Sage schien erfüllt. Überschwänglich bezeichnete man ihn damals als „den Weisbart auf des Rotbarts Throne“. Nach seinem Tod im Jahr 1888 wurden in Deutschland knapp 300 sogenannte Kaiser-Wilhelm-Denkmäler errichtet. Jede Stadt, jede Region wollte ein eigenes besitzen. Heute existieren in Deutschland noch 43 dieser Denkmäler. Am bekanntesten sind die Kaiser-Wilhelm-Denkmäler am Deutschen Eck in Koblenz und in Porta Westfalica. Diese beiden, das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig sowie das Kyffhäuserdenkmal wurden vom Architekten Bruno Schmitz geschaffen.
Wir radeln die 20 km zurück – dieses Mal geht es die 400 Höhenmeter bergab. Was für ein Genuss! Am Abend fahren wir zum Essen noch einmal nach Heldrungen zurück.
Und jetzt kommt der Fun Fact:
Die Gaststätte „Zur Krone“ befindet sich noch immer in Familienbesitz und wird seit mehreren Generationen von der Familie Hoffmann betrieben. Wir kommen mit dem Wirt ins Gespräch, und ich erzähle ihm, dass mein Ururgroßvater hier geboren wurde. Hier lernte er Friederike WEINREICH kennen, die Tochter des Fleischers Johann Friedrich WEINREICH. Auch er war Fleischer, und früher gab es in Heldrungen gleich drei Metzger.
Der Fleischermeister HERGT war Taufpate der Familie Rupprecht. Sein Haus steht heute noch – und der Wirt beschreibt es uns. Und die Bäckerei STÖPEL gibt es ebenfalls noch. Bäckermeister Franz Stöpel war ebenfalls Taufpate bei den Rupprechts.
So schließen sich in der Ahnenforschung manchmal ganz unverhofft kleine Kreise.
Wir fahren also noch einmal zu dem ehemaligen Haus der Fleischerei Hergt, und ich mache wenigstens ein Foto.Read more

















