• Wanderung durch das Klausbachtal zur Bindalm

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    Die Bindalm gehört mit zu den landschaftlich schönsten Almen im Nationalpark Berchtesgaden. Sie liegt geschützt in einer Senke des Klausbachtals, umrahmt von den mächtigen Felswänden der Reiter Alm und des Hochkalters. Hier erlebt man die Natur als Postkartenmotiv.

    Der Weg führt zunächst gemütlich und fast flach auf einem gut ausgebauten Wanderweg tiefer in das Tal hinein. Die Wegeführung hat sich in den letzten sechs Jahren etwas geändert, der Weg ist noch breiter geworden. Nach etwa 3 km kommt man zur Klausbach-Hängebrücke.

    Die Hängebrücke verdankt ihre Entstehung einer echten Naturkatastrophe: Im September 1999 kam es an der Reiter Alm zu einem gewaltigen Felssturz, bei dem rund 250.000 Kubikmeter Gestein ins Tal donnerten und die alte Wanderbrücke unter sich begruben. Da die danach errichteten Notbrücken durch Hochwasser und Lawinen fast jährlich wieder zerstört wurden, war der Wanderweg aus Sicherheitsgründen danach sieben Jahre lang komplett gesperrt. Um eine dauerhafte Lösung zu finden, plante man eine Konstruktion komplett ohne Pfeiler im Bachbett. Im Jahr 2010 wurde die 55 Meter lange Brücke schließlich als sogenannte Spannbandbrücke gebaut. Sie hängt 11 Meter über dem Klausbach und ist über massive Betonfundamente im Boden verankert.

    Nach ein paar Kilometern erreichen wir die Engert-Holzstube, eine historische Diensthütte der Forstverwaltung. Ab hier ändert sich der Charakter der Wanderung schlagartig: Der flache Talboden liegt hinter uns, und der eigentliche Aufstieg zur Bindalm beginnt. Der Pfad zweigt ab und führt als schmaler, steiniger Wanderweg (der sogenannte „Almsteig“) im lichten Bergwald bergan.

    Nach etwa 6,6 km tritt man aus dem Wald und steht direkt auf den weiten Bergwiesen der Bindalm auf rund 1.116 Metern. Das Besondere an der Bindalm ist, dass sie eine sogenannte Gemeinschaftsalm ist: Mehrere Bergbauern aus Ramsau teilen sich die Weideflächen und bewirtschaften hier im Sommer gemeinschaftlich ihre Hütten. Die Kaser sind teilweise jahrhundertealt, mit Schindeln gedeckt und im Sommer liebevoll mit Blumen geschmückt. Bei den Sennleuten gibt es eine einfache, aber gute Brotzeit und ein Bier, auch wenn sie heute ein wenig gestresst wirken. Dabei sind gar nicht so viele Leute hier. Wir haben es hier schon wesentlich voller erlebt ...

    Nur wenige Gehminuten hinter den Almhütten befindet sich der Hirschbichl-Pass (1.148 m), der gleichzeitig die Staatsgrenze zwischen Bayern und Salzburg bildet. Früher war dies ein wichtiger Pass für den Salzschmuggel, heute führt hier ein schon knackig steiler Wanderweg hinüber ins Salzburger Saalachtal. Den sind wir schon mal gelaufen ... also machen wir uns auf dem gleichen Weg wieder zurück zum Parkplatz am Hintersee.
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