Thailand-Kambodscha: Grenzkonflikt ohne Ende
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Widmen wir uns noch einmal dem Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 teilweise die Schlagzeilen beherrschte.
Diese Querelen haben eine lange Vorgeschichte.
Auf ihrem Höhepunkt im 11. bis 13. Jahrhundert erstreckte sich der Einfluss des Khmer-Reiches über weite Teile des südostasiatischen Festlandes. Zahlreiche Monumente aus der Angkor-Zeit finden sich heute nicht nur in Kambodscha, sondern auch in Thailand und Laos. 1853, als Frankreich ein Protektorat über Kambodscha errichtete, befanden sich die meisten der heutigen kambodschanisch-thailändischen Grenzgebiete unter siamesischer Herrschaft.
Andererseits war jedoch Frankreich als Kolonialmacht in Vietnam auf den Plan getreten – und es kam zur französisch-siamesischen Krise von 1893, die Siam an den Rand einer Kolonialisierung brachte. Was war geschehen? Frankreich wollte sein Kolonialreich in Indochina erweitern und beanspruchte siamesisches Gebiet östlich des Mekong. Im April 1893 drangen französische Truppen in Laos ein, woraufhin es zu kleineren Gefechten und der Gefangennahme eines französischen Offiziers auf der Insel Don Khong im Mekong kam. Der französische Geschäftsträger in Bangkok, Auguste Pavie, drehte eifrig hinter den Kulissen weiter an den Stellschrauben.
Zur endgültigen Eskalation kam es beim sogenannten Paknam-Zwischenfall, als zwei französische Kriegsschiffe, die "Inconstant" und die "Comète", am 13. Juli 1893 die Durchfahrt auf dem Chao Phraya am unweit des Konigspalasts gelegenen Fort Paknam vorbei nach Bangkok hinein erzwangen. Siam musste ein Ultimatum akzeptieren, eine hohe Entschädigung zahlen, Gebiete in Laos abtreten und die Stationierung französischer Truppen in der siamesischen Provinz Chanthaburi dulden. Die Krise verdeutlichte Siams schwache Position gegenüber europäischen Kolonialmächten, führte aber auch zu Reformen unter König Chulalongkorn, um die Souveränität des Landes zu sichern, wobei Siam der einzige Staat in Südostasien blieb, der nie vollständig kolonisiert wurde
Weitere Verhandlungen führten zum französisch-siamesischen Vertrag von 1904, in dem Siam erneut Gebiete am rechten Ufer des Mekong abtrat, und zum Vertrag von 1907, der die Gebiete Innerkambodschas, einschließlich der alten Khmer-Hauptstadt Angkor, umfaßte. Diese Verträge legten die Grenze zwischen Siam und Französisch-Indochina fest. Kambodscha und Laos übernahmen die Grenzen Französisch-Indochinas zu Thailand, als sie 1954 ihre Unabhängigkeit erlangten.
Unter den vertraglich festgelegten Bedingungen verlief die Grenze zwischen dem heutigen Nordkambodscha (einschließlich der Provinzen Oddar Meanchey und Preah Vihear) und der thailändischen Isaan-Region im Nordosten des Landes mit den Provinzen Buri Ram, Surin, Sisaket und Ubon Ratchathani entlang der Wasserscheide der Dangrek-Berge. Die Verträge sahen außerdem vor, daß die Grenze von einer gemischten Kommission aus thailändischen und französischen Beamten vermessen werden sollte.
Die aus den Vermessungen resultierenden Karten wurden in Paris gedruckt und veröffentlicht und beiden Regierungen vorgelegt. Später stellte sich heraus, dass die Karten in mehreren Gebieten, darunter auch in den Gebieten der heute umstrittenen Tempel, insbesondere Preah Vihear, erhebliche Abweichungen von der Wasserscheide aufwiesen. Die thailändische Regierung bemängelte die Karten damals jedoch nicht; kürzlich aufgetauchte Dokumente belegen, dass ihr bereits 1911 bekannt war, daß der Tempel Preah Vihear auf der entsprechenden Karte in Kambodscha verortet war.
Während des Zweiten Weltkriegs verbündete sich Thailand unter der Diktatur von Plaek Phibunsongkhram mit dem Japanischen Kaiserreich und marschierte 1940 im von der damaligen Vichy-Regierung verwalteten Französisch-Indochina ein, um seine irredentistische panthailändische Ideologie (von ital. terre irredente = unerlöste Gebiete) durchzusetzen und die aus seiner Sicht verlorenen Gebiete zurückzuerobern. Thailand annektierte kurzzeitig Teile der 1904 und 1907 abgetretenen Gebiete, musste diese Ansprüche jedoch nach Kriegsende und der Niederlage Japans aufgeben.
Das heutige Siegesdenkmal (Victory Monument) in Bangkok von 1941, dessen Figuren von dem Italiener Corrado Feroci (Silpa Bhirasri) entworfen wurden (vgl. Footprint „Europäische Persönlichkeiten“ vom 13.04.26), soll an die Ereignisse erinnern.
Der Streit zwischen den beiden Ländern flammte wiederum auf, nachdem thailändische Behörden 1954 Truppen am Tempel Preah Vihear (in Thailand Phra Wihan genannt) stationiert hatten. Der Tempel liegt in einem umstrittenen Gebiet zwischen der kambodschanischen Provinz Preah Vihear und der thailändischen Provinz Sisaket. Kambodscha rief 1959 den Internationalen Gerichtshof (IGH) an, der 1962 entschied, dass sich der Tempel auf kambodschanischem Territorium befindet.
Der Streit rührte von den unterschiedlichen Karten her, die die beiden Parteien bei der Grenzziehung verwendeten. Frankreich, damals Schutzmacht Kambodschas, hatte sich ja 1904 im französisch-siamesischen Grenzvertrag mit Siam geeinigt. Kambodscha verwendete nun die für den Nachfolgevertrag von 1907 von französischen Geographen veröffentlichte Karte, die den Tempel auf kambodschanischem Gebiet auswies. Thailand berief sich auf die älteren Bestimmungen des Vertrags von 1904, wonach sich der Tempel auf thailändischem Territorium befindet.
Der Internationale Gerichtshof (IGH) urteilte am 15. Juni 1962, daß die Karte von 1907 nicht für beide Parteien bindend sei, da sie nicht gemäß der im Vertrag vorgesehenen Richtlinie erstellt worden sei. Da jedoch beide Parteien die Karte und die darin enthaltene Demarkationslinie angenommen hatten, war sie nun bindend. Die siamesische Regierung hatte der Karte weder widersprochen noch Einspruch erhoben, weshalb Thailand gemäß dem Rechtsgrundsatz „Qui tacet consentire videtur si loqui debuisset ac potuisset“ (Wer schweigt, scheint zuzustimmen, sofern er hätte sprechen müssen und können.)an sie gebunden war. Der IGH entschied mit neun zu drei Stimmen, daß sich der Tempel auf kambodschanischem Territorium befinde und Thailand verpflichtet sei, alle dort stationierten Truppen abzuziehen, und mit sieben zu fünf Stimmen, dass Thailand alle seit 1954 aus den Ruinen entfernten Gegenstände an Kambodscha zurückzugeben habe.
Dann geriet Thailand in den Sog des Vietnamkriegs und von dessen Nachwirkungen. Dabei entwickelte sich im Nachgang die genozidale Schreckensherrschaft der Roten Khmer, die von 1975 bis Anfang 1979 währte und von den Vietnamesen schließlich gewaltsam beendet wurde. Waren in dieser Periode zunehmend im Isaan eine Reihe von Lagern entstanden, die die kambodschanischen Flüchtlinge aufnahmen, die den Killing Fields mühsam entflohen waren, so fluteten nun 1979 erst recht Flüchtlinge nach Thailand. Die Situation wurde zunehmend prekärer, wobei das Thai-Militär kein gutes Bild abgab. Der nachfolgende Artikel der New York Times berichtet von den unrühmlichen Ereignissen im Juni des Jahres:
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„THAIS DEPORTIEREN 30.000 KAMBODSCHANER, WÄHREND UNUNTERBROCHEN NEUE FLÜCHTLINGE NACHSTRÖMEN
Henry Kamm | The New York Times | BANGKOK, Thailand, 11. Juni 1979
30.000 kambodschanische Flüchtlinge wurden in den vergangenen vier Tagen von thailändischen Militärbehörden zwangsweise in ihre Heimat zurückgeführt. Weitere 50.000 sollen so bald wie möglich folgen, wie Regierungs- und UN-Flüchtlingsquellen in Thailand mitteilten.
Sonderbericht für die New York Times
„Es steht außer Frage, dass wir sie alle abschieben werden“, sagte eine gut informierte thailändische Militärquelle. Sie gab an, daß weitere 50.000 Flüchtlinge seit mehreren Wochen in der Nähe von Aranyaprathet in Thailand lagern.
Zusätzlich zu den 80.000 zurückgeführten Flüchtlingen befinden sich 30.000 weitere Kambodschaner, die größtenteils unter der Kontrolle der schwer bewaffneten Truppen des ehemaligen Premierministers Pol Pot stehen, auf der thailändischen Seite der Grenze südlich von Aranyaprathet. Die Thailänder hoffen, dass die einsetzenden Monsunregen einen Rückzug der vietnamesischen Streitkräfte bewirken und so einige Grenzgebiete auf kambodschanischer Seite freigeben. Sie hoffen außerdem, dass die Truppen Pol Pots von selbst nach Kambodscha zurückkehren und die größtenteils widerwillige Zivilbevölkerung dabei mitnehmen werden.
Zum vierten Mal heute bewegte sich ein langer Buskonvoi entlang der thailändischen Seite der Grenze von der Gegend um Aranyaprathet nordöstlich bis zu dem Ort, wo der Tempel von Preah Vihear die Landschaft auf kambodschanischer Seite überragt.
Die Busse waren vollgestopft mit Kambodschanern, denen vorgespiegelt worden war, sie würden in ein anderes Flüchtlingslager verlegt. Sie fuhren zu einem Ort nahe der Grenze, bis die Dunkelheit über die verlassene Region hereinbrach, die auf thailändischer Seite flach und felsig ist und auf kambodschanischer Seite steil in das Dangrek-Gebirge ansteigt.
Dann wurden die Fahrgäste, weitaus mehr Frauen und Kinder als Männer, zum Aussteigen aufgefordert. Sie wurden von thailändischen Soldaten umringt und in einen engen Gebirgspass getrieben. Dort angekommen, erhielten sie den Befehl, weiterzugehen. Wer zögerte oder umkehren wollte, wurde mit vorgehaltener Waffe weitergetrieben.
Ein UN-Vertreter erklärte, viele der Flüchtlinge seien schwer krank. „Wenn sie tagelang laufen müssen, werden viele sterben“, sagte er. Er berichtete, thailändische Soldaten hätten kleine Mengen an Lebensmitteln verteilt, bevor sie die Flüchtlinge zwangen, die Grenze zu überqueren.
Busfahrer, die die Flüchtlinge transportieren, sollen berichtet haben, Schüsse von kambodschanischer Seite gehört zu haben, nachdem Flüchtlingsgruppen in die Dunkelheit gegangen waren.
WEITERE FLÜCHTLINGE TREFFEN EIN
Während die erzwungene Rückführung im Gange ist, strömen weiterhin Kambodschaner auf der Suche nach Sicherheit, Nahrung und medizinischer Versorgung in das benachbarte Thailand. 1.200 Menschen, die gestern an einem Ort die Grenze überquerten, wurden heute wiederum n Bussen zurück nach Kambodscha gebracht. Andernorts wurden 854 Menschen – soeben angekommen - sofort in Busse verladen.
Mehrere ausländische und internationale Organisationen, insbesondere die US-Botschaft, versuchen, Thailand davon zu überzeugen, die Kambodschaner nicht zurückzuschicken. Das UN-Flüchtlingshilfswerk und mehrere westliche Botschaften erhalten verzweifelte Telegramme und Anrufe von Angehörigen der Kambodschaner. Nachdem sie über vier Jahre lang die erste Nachricht erhalten hatten, dass ihre Verwandten noch lebten und fliehen konnten, erfahren sie nun, dass sie zurückgeschickt werden sollen. Zahlreiche Angehörige sind, hauptsächlich aus Frankreich, nach hierher gereist, um vergeblich für ihre Eltern, Kinder und Geschwister zu bitten.
Die amerikanische Botschaft stellte Listen mit rund 25.000 Namen von Flüchtlingen und Informationen über deren Angehörige in anderen Ländern zusammen. Gemeinsam mit Frankreich übermittelte sie den thailändischen Behörden mehrere Aufstellungen mit Namen von Flüchtlingen, die zur Einwanderung zugelassen werden sollten. Etwa 1.500 wurden vor Beginn der erzwungenen Rückführung in Flüchtlingslager gebracht. Amerikanische und französische Beamte vor Ort sowie das UN-Flüchtlingshilfswerk haben jedoch erfahren, dass die meisten der auf den Listen aufgeführten Personen dennoch nach Kambodscha zurückgeschickt wurden.
Der thailändische Militäroffizier erklärte, Thailand repatriiere die Kambodschaner, weil die westlichen Länder durch ihre relative Untätigkeit gezeigt hätten, dass sie nicht bereit seien, genügend Kambodschaner schnell genug aufzunehmen, um Thailand von der aus thailändischer Sicht „ernsthaften Bedrohung seiner Sicherheit“ zu befreien.
GEFAHREN BEI ERZWUNDENER RÜCKFÜHRUNG
Der Offizier sagte, die Flüchtlinge würden in die Provinz Preah Vihear zurückgebracht, da diese die besten Überlebenschancen biete. Er räumte ein, dass Minen und Sprengfallen Opfer unter den Flüchtlingen fordern würden.
Während der vierjährigen Herrschaft des Pol-Pot-Regimes waren Kambodschas Grenzen nicht nur mit Minen und Sprengfallen, sondern auch mit unzähligen spitzen Bambusstöcken gespickt worden. Mangels medizinischer Versorgung führten die schmerzhaften Wunden, die diese Bambusspitzen verursachen, insbesondere in der aktuellen Regenzeit zu Infektionen, Wundbrand und Tod.
Laut einer thailändischen Militärquelle stand die kambodschanische Provinz Preah Vihear unter der Kontrolle nur weniger vietnamesischer Streitkräfte. Es gilt als allgemein anerkannt, daß vietnamesische Truppen Flüchtlinge, die zurückkehren wollten, seltener als Pol Pots Soldaten, als Verräter töten würden. Andererseits handelt es sich bei der Mehrheit der Flüchtlinge um ethnische Chinesen, die nicht nur verzweifelt versuchten zu fliehen, sondern geradzu von den Vietnamesen zur Ausreise gedrängt wurden.
Sowohl thailändische als auch ausländische Beamte gehen davon aus, dass die Flüchtlinge, die ihre Rückkehr nach Kambodscha überleben, so schnell wie möglich versuchen werden, durch gefährliches Gelände wiederum nach Thailand zu gelangen.
„Wenn sie das tun, werden wir nach einem anderen Gebiet suchen, um sie zurückzubringen“, sagte der thailändische Offizier.“
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Es wird berichtet, daß die Flüchtlinge mit brutaler Waffengewalt gezwungen wurden, den nach Süden gerichteten Steilabfall der Dangrek-Berge hinunterzuklettern, nachdem das Thaimilitär ihnen zuvor ihre Habseligkeiten und das thailändische Geld abgenommen hatten. Zurückkehrende und sich Weigernde sollen teilweise erschossen worden sein. Augenzeugenberichte hierüber finden sich u.a. in der Sammlung „To Bear Any Burden: the Vietnam War and Its Aftermath in the Words of Americans and Southeast Asians“ von Al SANTOLI, New York, Ballantine Books 1986; (kostenlos online ausleihbar unter https://archive.org/details/tobearanyburdenv000…).
Wer den Abstieg über das Kliff glücklich geschafft hatte, verweilte angstvoll vor den überall lauernden Minen und Sprengfallen an dessen Fuß. Viele starben dort an Unterernährung und Krankheiten. Es existieren verschiedene Schätzungen zur Anzahl der Opfer. Der UNHCR (UN-Flüchtlingsorganisation) spricht von 3.000 Toten, andere Quellen, wie die Women’s Refugee Commission, eine 1989 von der Schauspielerin Liv Ullmann mitgegründete NGO, erwähnt mindestens 10.000 Opfer allein durch Schüsse und Minen.
Da Zehntausende Khmer aufgrund von Hungersnot gezwungen waren, in Thailand Zuflucht zu suchen, hat die gewaltsame Reaktion der thailändischen Behörden das heutige Gewissen und die Wahrnehmung nachhaltig geprägt. Insbesondere die unmenschliche Behandlung der Khmer-Flüchtlinge durch das Militär hat in Kambodscha anti-siamesische Ressentiments geschürt. Die anti-thailändischen Unruhen von 2003 in Kambodscha waren von der Erinnerung an die Gewalt gegen die Flüchtlinge in den Dangrek-Bergen geprägt. Die Ereignisse in Dangrek schürten nicht nur anti-siamesische, sondern auch anti-vietnamesische Ressentiments, da die Roten Khmer die Greueltaten als Plattform für ihre Kampagne gegen die vietnamesische Besatzung nutzten.
Der Grenzkonflikt entbrannte dann im Jahr 2008 erneut, als die kambodschanische Regierung Vorbereitungen traf, den Tempel von Preah Vihear bei der UNESCO als Weltkulturerbe zu nominieren. Die thailändische Regierung – damals unter Samak Sundaravej - unterzeichnete zunächst ein Kommuniqué, in dem sie die Nominierung unterstützte; dies wurde jedoch von der regierungskritischen Protestgruppe „Volksallianz für Demokratie“ (People's Alliance for Democracy) zum Anlaß genommen, die Regierung im Rahmen ihrer Proteste anzugreifen – was zur politischen Krise in Thailand im gleichen Jahr führte.
Angesichts dieser nationalistischen Stimmungen änderte die Regierung nun ihre Haltung und zog ihre Unterstützung zurück. Die Situation eskalierte weiter, als sich in den umstrittenen Gebieten militärische Einheiten gegenüberstanden, wobei es mehrfach zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam. Auch in anderen sich überschneidenden Grenzgebieten, darunter jenen rund um die alten Khmer-Tempel Prasat Ta Muen Thom und Prasat Ta Krabey, brachen Streitigkeiten aus.
Wiederum wandte man sich nun an den Internationalen Gerichtshof und ersuchte um Auslegung des Urteils von 1962. Im Jahr 2013 entschied das Gericht, daß das vom Urteil erfaßte Gebiet die Klippe einschließe, auf der der Tempel steht (im Verfahren als „Vorsprung“ bezeichnet), jedoch nicht das gesamte umliegende Gelände.
Das war der Status bis zum Beginn des Jahres 2025, als es ab Januar aus eigentlich nichtigem Anlaß immer wieder zu kleineren Gefechten kam, die Ende Juli zu größeren militärischen Aktionen führten. Auslöser im Juli war letztlich die Verletzung eines Thai-Soldaten durch eine kambodschanische Anti-Personenmine. Die schweren Gefechte hielten vom 24. Juli bis zum Waffenstillstand vier Tage später an.
Dann herrschte bis Dezember weitgehende Ruhe, als erneut über den ganzen Monat hinweg wiederum bewaffnete Geplänkel entlang der Grenze auftraten, denen ein erneuter Waffenstillstand am 27. Dezember 2025 ein vorläufiges Ende setzte.
Unabhängige externe Beobachter arbeiteten auf der Basis von Satellitenbildanalysen heraus, daß die Aggressionen im Jahr 2025 mehrheitlich von kambodschanischer Seite ausgingen. Nach den Parlamentswahlen im Februar hörte man von der ganzen Angelegenheit nichts mehr und so ist der Zustand derzeit im Mai 2026. Die neue Regierung, so hört man, unternimmt Schritte, um durch bilaterale Verhandlungen das Kriegsbeil nun dauerhafter (aber gewiß nur vorläufig) zu begraben. Der Konflikt dürfte sich leider so schnell nicht beilegen lassen und virulent unter der Oberfläche weiterschwelen.
Der von Kambodscha befeuerte Zwist fällt dem Land mittlerweile auch buschstäblich schwerstens auf die eigenen Füße: obwohl das Konfliktgebiet weit entfernt liegt, brach dennoch dadurch der für Kambodscha immanent wichtige devisenbringende Tourismus gerade am Kernort Angkor massiv ein, wie man dem als PDF angehängten Artikel mit dem Titel "Welterbe in der Krise: Leere Tempel in Angkor" entnehmen kann, der am 29.05.2026 in der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel" erschien.Read more











petrolundcurryDanke für diese umfangreichen Informationen!