• Mit unvergesslichen Eindrücken im Kopf

    10 september 2022, Sverige ⋅ ⛅ 10 °C

    Ich schlief richtig gut und hatte es die ganze Nacht mollig warm (ich liebe diesen Schlafsack wirklich, er war die beste Investition!!). Um 5 Uhr war ich wach und mit wach meine ich wirklich hellwach - keine Ahnung was da los war, das ist schon sehr ungewöhnlich für mich 😅🙈
    Ich öffnete mein Zelt ein Stück weit und sah, wie die Sonne noch hinter der Anhöhe stand und die Berge um das Tal wieder so schön in Pastellfarben hüllte. Das Tal war verhangen mit Nebel und sah einfach wunderschön aus. Auf meinem Zelt war Eis - es muss über Nacht Minusgrade gehabt haben - trotzdem wollte ich unbedingt raus und sehen wie die Sonne über die Bergkuppel kommt 😍🤗 Ich zog all meine warmen Schichten an und war froh um jede einzelne! Wieder in die Wanderschuhe zu steigen war die größte Herausforderung - ich hatte gestern Abend an einer Stelle nicht richtig aufgepasst, war abgerutscht und so richtig tief in eine Schlammgrube /Pfütze gestiegen... Entsprechend feucht und durch die Temperatur mehr oder weniger gefroren waren die Schuhe nun innen😬😬😬
    Egal, die Freude über den Ausblick ließ mich das ignorieren und so stieg ich aus meinem Zelt und genoss diesen herrlichen Morgen, die frische Luft und den Blick aufs Tal. Unter dem Nebel sah man, dass die Wasserarme teilweise ganz, teilweise nur an den Rändern gefroren waren und je höher die Sonne stieg desto mehr wurden die Berge und das Wasser angestrahlt, desto dichter wurde der Nebel erst bevor er sich langsam lichtete und die Spiegelung der Berge im Wasser freigab. Meine Zehen spürte ich schon nach den ersten Minuten nicht mehr, aber das war echt Nebensache - die würden beim Laufen nachher schon wieder auftauen.
    Bis die Sonne wirklich über den Berg kommen würde dauerte es noch etwas, deshalb ging es dann doch nochmal kurz in den warmen Schlafsack zum Frühstück - die Schokicreme auf meinem Brot war nicht mehr im entferntesten Creme, aber ob Creme oder Schokolade in Stücken auf dem Brot ist mir persönlich ja reichlich egal 😁🍫🤭
    Als die Sonne rüber kam gings wieder raus - es war wieder ein perfekter Sonnentag vorausgesagt und schon die ersten Strahlen waren so angenehm warm im Gesicht ☀️🤗 Ich dachte ja erst, dass ich wegen der Kälte wirklich früh zusammen packen müsste, aber es gab so viel zu gucken - wie sich das Tal von Minute zu Minute veränderte, das Eis taute und der Nebel verschwand - dass der Rucksack erst nach 9 Uhr gepackt bereit stand. Was ein Ausflug, was ein Erlebnis!!!

    Es ging wieder runter zur Hütte, von da durch den Wald und mit dem Fahrrad (die Reifen waren zum Glück heile und prall geblieben🥳) über die Mondstraße zurück zum Parkplatz. Das zog sich diesmal schon etwas mehr, auf dem Hinweg hatte mir die Vorfreude so viel Energie gegeben und jetzt war der Körper doch etwas erschöpft und der Kopf müde von den vielen tollen Eindrücken.
    Am Auto gab's was zu essen, dann fuhr ich zur Hauptstraße, legte nochmal einen kurzen Zwischenstopp bei einer Raststelle mit schönen Blick über den See bis nach hinten wo man ganz klein die weißen Gipfel sah ein und war froh, als ich unter der warmen Dusche stand die ich mir beim Campingplatz in Jokkmokk kaufen konnte.
    Es war schon nach 17 Uhr und ich war echt platt, ich wollte aber die Zeit noch nutzen und gemütlich ein Stück weiterfahren bis in den Stora Sjöfallet NP eine Abzweigung weiter. Hier könne man mehr nur gucken und eher kleinere Spaziergänge machen, was für die nächsten Tage zur Erholung ganz gut klang. Die Strecke in den Park hinein war schon echt schön - sie erinnert stark an Strecken in Norwegen, es geht immer am Wasser entlang mit dem Blick auf die hohen Berge des Sarek NP gegenüber - es zog sich aber wahnsinnig und bis ich endlich einen Schlafplatz gefunden hatte war es kurz nach 21 Uhr. Ich baute nur kurz alles auf und um halb 10 waren die Lichter aus😴🤗
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