• Cliffs of Moher

    June 4, 2024 in Ireland ⋅ ☁️ 13 °C

    Ich wurde wach, als meine Nachbarin und ihre Freundin weiterzogen. Der Himmel war bedeckt, später sollte es besser werden, ich hatte also noch ein bisschen Zeit. Die Sonne kam dann aber doch schneller raus als gedacht und als ich den Strand so vor mir sah und wie sich ein paar Frühschwimmer darin vergnügten, bekam ich irgendwie auch Lust auf eine Erfrischung am Morgen. Wer weiß wie oft ich in diesem Urlaub noch die Möglichkeit haben werde... Also los, kurz umgezogen und vor ans Wasser. Wie schon beim letzten Mal fing ich auf dem Weg nach vorne an meine Entscheidung zu bereuen. Auch dieses Mal war es arschekalt, aber irgendwie trotzdem nicht ganz so schlimm wie beim ersten Mal. Ich schwamm eine kleine Runde, dann gings raus zum abduschen und aufwärmen. Jetzt war ich wach und bereit für den Tag :)
    Es ging zu den berühmten Cliffs of Moher. Ich parkte in der Nähe des Moher Towers, ganz unten am Ende des Cliff Walks. Schon auf dem Schotterweg vor zu den Klippen merkte ich, dass der Wind heute eine neue Kategorie war. Die Leute die mir entgegen kamen, waren dick eingepackt und die Kapuzen ganz eng zusammengezurrt um die Gesichter. So wie es einen hier auf dem Weg schon hin und her schubste, konnte das da vorne ja ein Spaß werden. UND WIE ES DAS WURDE!!! Vorne am Tower angekommen, bekam ich ernsthaft Zweifel, ob das wirklich eine gute Idee war, da jetzt an den Klippen entlang zu gehen. Der Wind war so heftig und kam gefühlt gleichzeitig von allen Seiten, dass man sich richtig konzentrieren musste. Die Leute hielten sich an irgendwelchen Sachen fest und wenn sie liefen sah es aus, als würden sie von einem Unsichtbaren hin und hergeworfen. Beim Versuch Fotos zu machen, konnte ich das Handy nicht still halten und hätte das Mädel nicht schnell reagiert, wäre mir auch direkt meine Sonnenbrille abhanden gekommen 😅🙈 Es war verrückt!!
    Ok gut jetzt war ich ja schon mal da, wenn es wirklich nicht besser werden würde konnte ich ja immernoch umdrehen... Zum Glück war es nicht überall ganz so heftig und der Cliff Walk war auch mit ein bisschen Abstand zur Klippe, sodass keine Gefahr bestand runtergefegt zu werden. Als das Phänomen Wind dann nicht mehr die ganze Aufmerksamkeit für sich beanspruchte, sah ich auch endlich warum ich überhaupt hergekommen war - die Cliffs of Moher. Ich weiß nicht welcher Idiot in den Rezensionen geschrieben hat, dass man auch an anderen Küstenabschnitten Irlands solche, wenn nicht sogar noch viel schönere Klippen sehen könne, fest steht (zumindest von dem was ich bislang gesehen habe): er hat Unrecht!! Wie abgefahren ist denn bitte dieses Bild!?!?!? Von meiner Laufrichtung wurden die Felsen schön von der Sonne angestrahlt und von hier unten sah man perfekt wie sie wie ein Fächer hintereinander liegen. Also das ließ mir echt die Kinnlade offen stehen! Ich lief den Weg entlang, blieb immer wieder stehen, knippste endlos viele Bilder und versuchte dieses Bild in mein Hirn zu brennen. Sowas cooles!!
    Je näher ich dem O'Brians Tower kam, desto mehr Menschen kamen mir entgegen und als ich dann vorne am offiziellen Parkplatz ankam offenbarte sich das ganze Ausmaß der Tourihölle. Von hier strömte Alles gen Aussichtsplattform. Mit Kind und Hund wurde sich gegen den Wind gestemmt, der auch hier wieder echt übel war. Plötzlich bekam ich ein paar Tropfen ab. Hmm komisch, Regen war doch garnicht angesagt!? Ich schaute nach oben und sah weit und breit keine Wolke am Himmel. Na toll, also entweder hatte grad jemand in die Luft gespuckt, oder (und das nehm ich jetzt einfach mal ganz hoffnungsvoll an) es hatte jemand versucht was zu trinken und der Wind hatte seine eigenen Pläne... Wie auch immer, ich verwarf meinen Plan bis ganz zum Ende des Cliff Walks zu gehen und drehte beim O'Brians Tower um. Von dieser Seite, hatte man sowieso nur einen sehr diesigen Blick gegen die Sonne auf die Klippen, da war das von der anderen Seite schon schöner gewesen. Ich floh aus dem Gewimmel und ging ein ganzes Stück weiter, bis ich eine schöne Stelle zum Vespern fand. Ich machte es mir bequem und saugte den Blick auf die Klippen auf. Zum Glück hatte ich mich dagegen entschieden, gestern 'noch schnell' herumkommen, das hier war wirklich jede Minute wert und ich hätte mir in den Hintern gebissen, wenn ich das nur so halblebig gemacht hätte.
    Da es noch recht früh war, wollte ich noch bis Galway fahren, eine Studentenstadt in der es wohl Abends heiß hergeht. Nach diesem schönen Tag wollte ich mich noch mit etwas zu Essen und evtl. etwas Livemusik belohnen. Leider wurde die Suche nach einer Dusche zu einer Schnitzeljagd bei der der Schatz am Ende gestohlen wird und nachdem ich drei mal hin und her gefahren war reichte es mir und ich beschloss weiterzufahren. Ziemlich bedient kam ich am Céibh an Spidéil, einem Strand nahe Galway an. Was ein Tag! :)
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