Rezetat Gebirge (Wanderung Bucura See)
August 10 in Romania ⋅ ☁️ 17 °C
Heute klingelte der Wecker besonders früh. Unser Ziel war eine Wanderung zum Bucura-See, dem größten Gletschersee Rumäniens. Laut Google Maps waren es nur rund 16 Kilometer bis zum Wanderparkplatz. Umso mehr wunderte uns die angezeigte Fahrzeit von über einer Stunde. Zunächst dachten wir, das läge an der fehlenden Internetverbindung und den Offline-Karten.
Doch schon nach den ersten Kilometern wurde schnell klar, warum die Fahrt so lange dauern sollte. Die Straße war weit entfernt von dem, was wir gewohnt waren. Tiefe Schlaglöcher, enge Passagen und immer wieder Äste, die über unser Wohnmobil und die Scheiben kratzten, verlangten uns und unserem Fahrzeug einiges ab. Tatsächlich erreichten wir den Wanderparkplatz erst nach gut einer Stunde.
Dort wartete schon die nächste Herausforderung. Der Parkplatz war für größere Wohnmobile eigentlich überhaupt nicht ausgelegt. Mit etwas Glück fanden wir gerade noch eine kleine Lücke, in die wir unser Fahrzeug hineinmanövrieren konnten. Also Rucksack auf, Wanderschuhe festziehen und los ging es. Die anstrengende Anfahrt hatten wir beim ersten Blick in die beeindruckende Berglandschaft schon fast wieder vergessen.
Auf der Informationstafel stand, dass der Bucura-See in etwa 1 Stunde und 30 Minuten zu erreichen sei. Das klang für uns mit Kind und Hund absolut machbar. Doch je länger wir liefen, desto mehr merkten wir, dass diese Zeitangabe wohl eher für sehr geübte Wanderer gedacht war. Nachdem wir bereits über eine Stunde unterwegs waren und vom See noch nichts zu sehen war, fragten wir entgegenkommende Wanderer nach der verbleibenden Strecke. Die Antwort überraschte uns: „Etwa noch eine Stunde.“
Kurz überlegten wir umzudrehen, entschieden uns dann aber, weiterzulaufen. Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung. Nach insgesamt rund 3½ Stunden und über 400 Höhenmetern erreichten wir endlich den Bucura-See. Die Anstrengung war sofort vergessen. Eingebettet zwischen den Gipfeln des Retezat-Gebirges lag der See ruhig vor uns – ein Ausblick, der jede einzelne Schweißperle wert war.
Der Rückweg dauerte noch einmal gut zwei Stunden. Völlig erschöpft, aber glücklich kamen wir wieder am Wohnmobil an. Schnell war klar: Heute würden wir nicht mehr weit fahren. Auf der Anreise hatten wir einen schönen Platz an einem Stausee entdeckt. Also nahmen wir noch einmal die einstündige Fahrt über die holprige Bergstraße in Kauf, um dort eine weitere Nacht im Retezat-Gebirge zu verbringen. Nach diesem Tag hatten wir sie uns mehr als verdient. 🥾🏔️🚐Read more



























