• Yanardag, der „Brennenden Berg“

    September 2 in Azerbaijan ⋅ ☀️ 27 °C

    Am Nachmittag sind wir mit Shura und einem Fahrzeug mit Fahrer unterwegs, und die erste Station ist Yanardag, der „Brennende Berg“, ein Symbol für das „Land des Feuers“. Er liegt im Dorf Mammadli auf der Abşeron-Halbinsel, rund 27 Kilometer vom Zentrum Bakus entfernt. An einem Hang brennt hier eine Flammenwand, die durch natürlich aus dem Untergrund austretendes Erdgas gespeist wird. Das Gas gelangt über Risse und Spalten im Gestein an die Oberfläche und entzündet sich dort. Dadurch kann das Feuer auch bei Wind und Regen weiterbrennen.

    Solche Feuer waren bereits seit der Antike in dieser Region bekannt. Die Abşeron-Halbinsel war reich an Erdöl und Erdgas, und an zahlreichen Stellen traten natürliche Flammen aus dem Boden aus. Für die Menschen früherer Zeiten musste ein Feuer, das scheinbar von selbst aus der Erde kam und nicht erlosch, etwas Übernatürliches gewesen sein. Deshalb wurden solche Feuerstellen mit dem Zoroastrismus und der Feuerverehrung in Verbindung gebracht. Yanardag gilt ebenso wie der nahe gelegene Feuertempel Atashgah als Zeugnis dieser besonderen Kulturgeschichte.

    Auch historische Reisende berichteten von den brennenden Landschaften rund um Baku. Der venezianische Reisende Marco Polo beschrieb im 13. Jahrhundert die außergewöhnlichen Feuer in der Region. Allerdings sollte man die häufig zu lesende Aussage, Yanardag brenne „seit Tausenden von Jahren ununterbrochen“, etwas vorsichtig betrachten: Die offiziellen Darstellungen sprechen von einem seit der Antike bekannten natürlichen Feuer, während sich die genaue ununterbrochene Dauer naturgemäß nicht exakt nachweisen lässt.

    Yanardag ist Teil des staatlichen historischen, kulturellen und natürlichen Reservats Yanardag, das eine Fläche von rund 64,55 Hektar umfasst. Dazu gehören unter anderem eine Höhle, alte Gräberfelder, Schwefelquellen, das aktive Schlammvulkan-Gebiet Girmaki, das Girmaki-Tal und weitere Natur- und Kulturdenkmäler.

    Inzwischen kostet der Spaß 15 AZN Eintritt, umgerechnet also rund 7,50 € pro Person. Das ist schon ein sehr teurer Spaß, und hätten wir den Eintritt nicht inkludiert, hätten wir ihn uns wahrscheinlich erspart. Einheimische zahlen übrigens nur 2 AZN. Das ist auch richtig so, denn sie verdienen im Schnitt 1000 AZN, und eine kleine 75 m² große Wohnung in Baku kostet inzwischen schon 750 AZN.
    Read more