Grenzübertritt von Aserbaidschan nach Georgien
September 8 in Georgia ⋅ ☀️ 20 °C
Der Grenzübertritt ist gar nicht so einfach, denn die Landesgrenze ist seit COVID eigentlich nur für Fußgänger und für LKWs, die Waren transportieren, geöffnet und ansonsten geschlossen. Angeblich hat die regierende Familie von Aserbaidschan ein verstärktes Interesse daran, dass sämtlicher Warenhandel und Personenverkehr über den Flughafen von Baku von statten geht, der ihrem Vermögen zuzuordnen ist.
Man muss Zeit mitbringen, wenn man hier von einem Land in das andere reisen möchte, wenn man mit Joe unterwegs ist, muss man - zumindest heute - noch etwas mehr Zeit mitbringen. Aber der Reihe nach. Zunächst geben wir unser Fahrzeug ab und erleben den ersten Schock: der Mann, der extra zur Rücknahme des Fahrzeuges an die Grenze angereist ist, zeigt uns mit einer App unsere vier Geschwindigkeitsübertretungen. Erst gestern haben wir so richtig wahrgenommen, dass in Aserbaidschan gefühlt alle 5 km eine unscheinbare Radarkamera an einem Pfosten über der Fahrbahn befestigt ist. Die Kameras werden auch immer angekündigt, doch es ist nicht immer ganz klar ersichtlich, wie schnell man tatsächlich fahren darf. So haben wir in den letzten Tagen bis heute zumindest vier Tickets gesammelt, für die wir zwischen 10 und 20 Manat Strafe bezahlen, also 5-10 Euro je Verstoß. Die Autoverleih Agentur berechnet aber zusätzlich weitere 20 Manat Bearbeitungsgebühr je Verstoß, so sind es am Ende rund 65 €, die wir als Spende in bar und in € auszahlen, den mit den letzten Manat hatten wir noch getankt. Hoffen wir mal, dass in den nächsten 3-4 Tagen nicht noch Dramatisches hinzukommen wird.
Dann machen wir uns also, bepackt mit unseren Koffern, zu Fuß auf den Weg über die Grenze und ich schätze, die Strecje beträgt etwa 2 km in einem schmalen Tunnel, ohne Sicht auf das, was rechts und links von uns vor sich geht. Zunächst reisen wir aus Aserbaidschan aus mit intensiver Gepäckkontrolle, Gesichts-Erfassung und offiziellem Ausreisestempel. Dann eben rund anderthalb Kilometer Fußmarsch bis zur georgischen Grenze. Dort ist das gleiche: Passkontrolle, Gesichtserkennung, Gepäckkontrolle und - Erleichterung. Wir haben es geschafft!
Allerdings fehlt Joe“s Bauchgurt mit unseren beiden Geldbörsen, der muss auf der anderen Seite bei der Gepäckkontrolle liegen geblieben sein. Also telefoniert der Grenzbeamter mit seinem Pondon in Aserbaidschan, dieser muss erst einmal klären, ob eine nochmalige Ein- und Ausreise so einfach möglich ist. Doch er bekommt wohl offensichtlich grünes Licht. Also schnürt Joe die Laufschuhe, sprintet zurück, reist zunächst wieder aus Georgien aus und in Aserbaidschan wieder ein, um dann den Bauchgurt entgegenzunehmen, der glücklicherweise noch da ist. Dann das Gleiche wieder zurück und so sind wir am Ende pünktlich bei der Fahrzeugübernahme unseres neuen Mietwagen in Georgien. Eigentlich hatten wir gehofft, eine Dreiviertelstunde eher dran zu sein, doch der Zeitpuffer war durch das Hin und Her ganz schnell aufgebraucht.Read more



