• Das monumentale und unübersehbare Denkmal wurde 1983 zum 200. Jahrestag des Georgievsker Traktats von 1783 errichtet. Dieser Vertrag besiegelte Georgiens Anlehnung an das Russische Kaiserreich. Die halbkreisförmige Aussichtsplattform mit einem großen, farbenprächtigen Mosaik erzählt Episoden aus der Geschichte Georgiens und Russlands. Wir befinden uns hier auf etwa 2.150 m Höhe, an der Georgischen Heerstraße zwischen Tiflis und Stepanzminda (Kazbegi).

    Der eigentliche Star ist die Landschaft: Die Plattform hängt spektakulär über dem Tergi-/Aragwi-Tal und bietet einen grandiosen Blick auf die Berge des Großen Kaukasus. Heute wird das Denkmal häufig einfach „Friendship Monument“ oder „Panorama Gudauri“ genannt.

    Interessant ist, dass die Botschaft des Denkmals heute deutlich anders wahrgenommen wird als zu sowjetischer Zeit. Das Mosaik verherrlicht die angebliche Freundschaft zwischen Georgien und Russland. Der Vertrag von 1783 war für Georgien allerdings ambivalent: Russland versprach Schutz und garantierte die territoriale Integrität Georgiens, erfüllte diese Zusagen aber nicht zuverlässig. 1801 annektierte Russland das Königreich Kartlien-Kachetien.

    Deshalb ist das Denkmal heute auch ein Stück sowjetische Erinnerungskultur, das man vor dem Hintergrund der bis heute schwierigen georgisch-russischen Beziehungen betrachten sollte.

    Doch bevor wir uns dem Denkmal widmen, brauchen wir erst einmal einen Toilettenstop und einen Cappuccino. Beides gibt’s im Restaurant nebenan. Wir werden ganz herzlich bedient von einem jungen Georgier, der auch ein Jahr in Rostock als Au-Pair gearbeitet hat. Wir tauschen uns ein bisschen aus über die georgische russischen Beziehungen und darüber, dass die Georgier seit etwa zwei Jahren ohne Visum nach Russland ein- und ausreisen können. Er selbst verzichtet gerne darauf. Seine Beziehung zu Russland ist klar und möglichst distanziert.
    Read more