• Wichtiges zu Georgien und Bilder des Fahrtages

    September 9 in Georgia ⋅ ☀️ 15 °C

    Heute fahren wir Richtung russische Grenze, doch zuvor ist es vielleicht wichtig, etwas über unser zweites Reiseland zu erfahren. Georgien liegt an der Schnittstelle zwischen Osteuropa und Westasien und verbindet alpine Bergwelten mit subtropischer Schwarzmeerküste und einer jahrtausendealten Kultur.

    Das Land hat zwischen 3,7 und 3,8 Millionen Einwohner und etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Tiflis (Tbilisi). Über 85 % sind ethnische Georgier. Größere Minderheiten bilden Aserbaidschaner und Armenier. Amtssprache ist Georgisch (Kartvelisch), eine eigenständige Sprachfamilie mit einem komplett eigenen, einzigartigen Alphabet (Mchedruli). Jüngere Menschen in den Städten sprechen meist gutes Englisch, Ältere allenfalls Russisch.

    Rund 83–85 % der Bevölkerung bekennen sich zur Georgischen Orthodoxen Apostelkirche. Georgien gehört zu den ältesten christlichen Staaten der Welt (Staatsreligion seit ca. 326/337 n. Chr.). Die Kirche genießt hohes gesellschaftliches Ansehen, und Klöster wie Dschwari oder Gelati sind zentrale Identitätsorte. Neben der christlichen Mehrheit gibt es muslimische Minderheiten (ca. 10 %, vor allem in Adscharien und an den Grenzen zu Aserbaidschan) sowie armenisch-apostolische Gemeinden.

    Das Land ist stark gebirgig, im Norden ragt der Große Kaukasus mit Fünftausendern (wie Schchara und Kasbek) auf, im Süden der Kleine Kaukasus und es ist klimatisch auf kleinem Raum extrem vielfältig.

    Im Westen und der Schwarzmeer-Küste (Batumi) ist es feucht-subtropisch, mit üppiger Vegetation, milden Wintern. Im Osten und in den Hochebenen (Kachetien, Tiflis) ist es trockener, kontinentaler mit heißen Sommern und kühlen Wintern. Im Hochgebirge (Swanetien, Kazbegi) herrscht alpines Klima mit Schnee bis in den Frühsommer.

    Georgien ist übrigens auch die Wiege des Weins: Archäologische Funde belegen eine über 8.000 Jahre alte Weintradition. Bekannt ist die traditionelle Qvevri-Methode (Maischegärung in großen, im Boden vergrabenen Tonkrügen), die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. Wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Weintrauben, Haselnüsse, Zitrusfrüchte, Tee, Walnüsse und Kräuter. Ein Großteil der Landwirtschaft ist noch kleinbäuerlich geprägt.

    Georgien ist ein sehr sicheres Reiseland, Gewaltkriminalität gegen Touristen ist extrem selten. In Tiflis und den Urlaubsregionen kann man sich auch abends problemlos bewegen. Das größte alltägliche Sicherheitsrisiko ist der Straßenverkehr. Überholmanöver und Fahrstile sind oft waghalsig; auf Bergstraßen sollte man vorsichtig fahren oder auf erfahrene Fahrer setzen - da bin ich mit meinem Schatz sehr gut aufgehoben.

    Leider gibt es Konfliktregionen: Die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien stehen unter russischer Kontrolle. Reisen dorthin sind über georgisches Gebiet untersagt; die Grenzlinien sollten strikt gemieden werden.

    Anbei ein paar Eindrücke unseres heutigen Fahrtages durch atemberaubende Landschaften.
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