• Kloster Sanahin auf dem Hochplateau

    September 13 in Armenia ⋅ ☀️ 25 °C

    Das auf einem bewaldeten Hochplateau gelegene Kloster Sanahin wurde im 10. Jahrhundert kurz vor seinem Nachbarn Haghpat gegründet – der Name bedeutet übersetzt treffend „dieses ist älter als jenes“ – und bildet gemeinsam mit Haghpat ein UNESCO-Weltkulturerbe.

    Während Achtala primär als wehrhafte Festung mit seltenen Fresken besticht und Haghpat durch seine offene Lage und den monumentalen Glockenturm glänzt, fasziniert Sanahin durch sein hochkomplexes, fast dorfartiges Bauensemble. Die verschiedenen Kirchen, Kapellen und Vorhallen (Gawits) wurden über Jahrhunderte hinweg dicht aneinandergebaut, wodurch ein verwinkeltes Labyrinth aus dunklen Steinhallen, mächtigen Säulen und atmosphärischen Lichtöffnungen entstand.

    Ein kunsthistorisches Alleinstellungsmerkmal Sanahins ist die sogenannte Akademie des Gregor Magistros aus dem 11. Jahrhundert: eine langgestreckte Bogengalerie zwischen den Kirchen, in der Gelehrte in Felsnischen unterrichteten, was den Rang des Klosters als herausragendes Wissenschafts- und Bildungszentrum unterstrich. Zudem beherbergt der Komplex die eindrucksvolle Grabstätte der armenischen Fürstenfamilie der Zakariden mit monumentalen Sarkophagen direkt im Kirchenboden, eine bemerkenswerte Bibliothek mit zeltförmigem Pyramidendach sowie kunstvollste Chatschkare (Kreuzsteine), die zu den feinsten Steinmetzarbeiten des mittelalterlichen Kaukasus zählen.
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