Der griechische Tempel von Garni
September 15 in Armenia ⋅ ☀️ 28 °C
Der griechische Tempel von Garni ist der einzige erhaltene vorchristliche Tempel im Land und zugleich ein faszinierendes Zeugnis dafür, dass Armenien nicht immer christlich war.
Er wurde vermutlich im 1. Jahrhundert n. Chr. unter König Tiridates I. errichtet. Eine griechische Bauinschrift nennt Tiridates als Erbauer. Das Erstaunliche ist seine Architektur: 24 ionische Säulen tragen den Tempel – zwölf an den Längsseiten und sechs an der Vorder- und Rückseite. Damit wirkt er wie ein kleiner griechisch-römischer Tempel, obwohl er weit außerhalb der klassischen griechisch-römischen Welt steht.
Garni war Teil einer königlichen Festungs- und Palastanlage. Es war also vermutlich nicht einfach ein isoliertes Heiligtum, sondern Bestandteil eines repräsentativen königlichen Zentrums.
301 n. Chr. erklärte König Tiridates III. das Christentum zur Staatsreligion – Armenien gilt damit als das erste Land der Welt, das das Christentum offiziell zur Staatsreligion machte. Die meisten heidnischen Heiligtümer wurden anschließend zerstört oder christlich überformt, Garni jedoch überlebte.
Warum genau, ist nicht endgültig geklärt. Eine verbreitete Erklärung ist, dass der Tempel als königliches Bauwerk bzw. Sommerresidenz erhalten blieb und deshalb nicht dem allgemeinen Zerstörungsprozess zum Opfer fiel.
Der Tempel, den wir heute sehen, ist nicht vollständig original. Ein schweres Erdbeben im Jahr 1679 zerstörte Garni weitgehend. Im 20. Jahrhundert wurde der Tempel unter Verwendung zahlreicher originaler Steine wiederaufgebaut.
Besonders interessant sind die gewaltigen Basaltblöcke, aus denen der Tempel errichtet wurde. Armenien besitzt hervorragenden Basalt, und die alten Baumeister verstanden es meisterhaft, die schweren Steine ohne modernen Mörtel zu einem stabilen Bauwerk zusammenzufügen.
Im Inneren befand sich eine relativ kleine Cella, also der eigentliche Kultraum. Die monumentale Wirkung entsteht deshalb vor allem durch die Säulenhalle und die erhöhte Plattform. Direkt vor dem Tempel wird gerade für eine Hochzeit aufgebaut, inklusive coolen Sounds. Das hat was und verzaubert die Atmosphäre.Read more





















