Stadtführung mit Tatev durch Gyumri
September 18 in Armenia ⋅ ⛅ 24 °C
Heute haben wir die letzte Stadtführung unserer Tour, und die übernimmt Tatev. Sie ist verantwortlich für die Reiseplanung aller Reisenden, die über Kaukasus-Reisen eine Reise nach Armenien buchen, teilweise kümmert sie sich aber auch um Georgien. Sie hat in der Schule Deutsch gelernt und war insgesamt dreimal in Deutschland: zweimal mit Stipendien während der Schul- und der Studienzeit und dann für ein Jahr in einem sozialen Projekt. Sie hat Volks- und Finanzwirtschaft studiert, nach ihrem Studienabschluss aber keine passende Stelle gefunden. Da hat sich Steffi Born, eine Deutsche, die für Kaukasus-Reisen arbeitet und auch unsere Reise organisiert hat, an sie erinnert. Die beiden hatten sich vor vielen Jahren in einem sozialen Projekt in Armenien kennengelernt, und Steffi fragte sie, ob sie nicht Lust hätte, für sie die Reisen in Armenien zu organisieren. Für Tatev war das ein absoluter Glücksgriff. Sie liebt ihre Arbeit und die Begegnung mit den Reisenden und organisiert für uns ein Abschlussessen in ihrem Elternhaus bei ihrer Mutter und ihrer Tante. Doch zuvor zeigt sie uns ihre Geburtsstadt voller Begeisterung, weil sich die Stadt nach dem Erdbeben 1988 und all den anderen Schwierigkeiten in den letzten Jahren so positiv entwickelt und für ihre Begriffe wunderbar herausgeputzt hat.
Wir tauchen mit ihr ein in das Leben in der zweitgrößten Stadt des Landes, das sich deutlich beschaulicher und gemütlicher zeigt als in der Hauptstadt Jerewan. Sie berichtet über die Schwierigkeiten beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Erdbeben, von Versorgungsengpässen, Energieknappheit und der großen Unterstützung, die sie aus allen Teilen der Welt, insbesondere aber aus dem Iran, erfahren haben.
Eine Geschichte ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Als wir an der Schule vorbeigehen, die sie selbst als Kind besucht hat und in der Deutschunterricht angeboten wird, eine Kooperationsschule des Goethe-Instituts, kommt ein russischer Schulbus angefahren, und es steigen viele Deutsche aus. Eine Dame schenkt ihr ein Päckchen Haribo-Gummibärchen. Die hatte sie zuvor noch nie gesehen, und sie lief ganz stolz zu ihrem Vater und sagte: „Schau mal, Papa, was ich geschenkt bekommen habe.“ Da meinte der Vater: „Wenn du dir später einmal selber Haribo-Gummibärchen kaufen möchtest, dann musst du ganz fleißig lernen.“ Das war für sie ein absolutes Schlüsselerlebnis für ihren heutigen Erfolg. Manchmal sind es doch die kleinen Dinge, die einem Leben eine unerwartete Wendung geben.Read more
































