• Ab ins Warme/ Iquitos 🌴 🦥

    August 2 in Peru ⋅ ☁️ 30 °C

    Da ich während meiner Perureise unbedingt noch einmal im Regenwald gewesen sein wollte, stand nun die wirklich schwere Entscheidung an: Wo?
    Es gibt mehrere Orte in Peru, an denen man den Regenwald besuchen kann. Da Peru eines der wenigen Länder ist, das drei große Klimazonen besitzt – Küste, Anden und Amazonasgebiet (ich hab mal ein kleines Bild rausgesucht, das verdeutlicht es ganz gut) – hätte ich den Regenwald/Amazonas auch weiter im Süden besuchen können, wo ich ja sowieso schon war. Dabei stellte sich dann aber die Frage nach der Rückreise: Wo halte ich auf dem Weg zurück? Einiges hatte ich inzwischen auch schon gesehen. Naja, und irgendwie wollte ich einfach noch mal in den Norden.
    Also gut – Iquitos, die Stadt, zu der ich fliegen muss.
    Nach einiger Sucherei fand ich einen bezahlbaren Flug – besser gesagt: Flüge. Denn eigentlich gehen fast alle Inlandsflüge in Peru über Lima, sodass man umsteigen muss. Zum Glück hat alles gepasst, meine Taschen gingen nicht verloren und abgestürzt sind wir auch nicht. 😮‍💨
    In der Nähe von Iquitos fand ich – ebenfalls nach langer Sucherei – eine Lodge am Amazonas, die man buchen kann und von der aus verschiedene Dschungelausflüge angeboten werden. Da meine Zeit ja doch sehr begrenzt war, entschied ich mich für eine Nacht und zwei Tage.
    Nach meinem Flug sollte ich also noch eine Nacht in einem Hostel in Iquitos bleiben, um dann am nächsten Morgen dort abgeholt und mit Bus und anschließend Boot zur Lodge gebracht zu werden.
    Hat auch alles gut geklappt.
    Ich wurde gegen 10:00 Uhr abgeholt, die Fahrt dauerte etwa zwei Stunden und plötzlich war ich mitten im Dschungel. Eine deutsche Familie wurde ebenfalls mit mir abgeholt. Vor Ort lernte ich meine Zimmernachbarin Catha für die kommenden Stunden kennen. Sie kommt aus Chile und hat tatsächlich in Deutschland Deutsch studiert, da sie im Tourismusbereich arbeitet.
    Catha war schon zwei Tage da und hatte insgesamt vier Tage gebucht. Dann fehlte nur noch unser Guide. Wir bekamen einen, der ausschließlich für uns zuständig war.
    Der Plan für die folgenden Tage: Nach dem Mittagessen die erste Bootsexkursion, um nach Vögeln und anderen Tieren Ausschau zu halten. Nach dem Abendessen eine Exkursion zu Fuß bei Nacht und am nächsten Morgen noch eine Bootstour zu den Amazonas-Delfinen.
    So weit, so gut.
    Ich hatte im Vorfeld extra nach Unternehmen geschaut, die keine seltsamen Ausflüge zu indigenen Gruppen anbieten oder Tiere besuchen, die einem um den Hals gelegt werden etc. Das erschien mir doch etwas problematisch. Umso froher war ich, als ich feststellte: Es gibt Alternativen!
    Zurück zur Lodge: Nach der Ankunft gab es erstmal Mittagessen und gerne hätte ich mich danach kurz in mein Zimmer verkrümelt, um mich frisch zu machen.
    Keine Chance. Mein Zimmer war noch nicht ready.
    Ich musste warten – oder besser: wir. Catha erzählte mir bei der Gelegenheit, dass sie jetzt schon zum dritten Mal das Zimmer und sogar die Unterkunft wechselte. Die letzte Nacht hatte sie in einem anderen Camp, zehn Minuten mit dem Boot entfernt, gewohnt.
    Das fand ich weniger angenehm, muss ich gestehen. Vor allem wollte ich nicht alle meine Sachen mit auf die Bootstour nehmen. Also stand ich da im Aufenthaltsraum – zum Glück hatte ich noch eine leere Stofftasche dabei – und packte meine Sachen um.
    Das Ganze natürlich nicht ohne Stress, denn der Guide und Catha warteten schon auf mich.
    Meine Taschen wurden hinter der Bar im Aufenthaltsraum verstaut.
    Was hatte ich für eine Wahl? 😅
    Der Ausflug war dafür sehr toll. Wir sahen drei Faultiere, leider alle sehr weit oben in den Bäumen, sodass ich eigentlich eine bessere Kamera gebraucht hätte.
    Ansonsten sahen wir noch unzählige bunte oder große Vögel und allein die Bootsfahrt durch den Amazonas und die Seitenflüsse war beeindruckend.
    Nach dem Ausflug war unser Zimmer dann tatsächlich ready.
    Die Dusche war jetzt auch mehr als überfällig.
    Nach einer kurzen Pause gab es auch schon wieder Abendessen und danach ging’s los zur Nachtwanderung.
    Diesmal wurde ich ausdrücklich darauf hingewiesen, mich einzusprühen und lange Kleidung zu tragen – den Moskitos zum Trotz. Ein paar Stiche habe ich dennoch kassiert. Aber im Vergleich zu Catha – hui! Da hätte ich mir, glaube ich, langsam Sorgen gemacht. 😅
    Ich hatte tatsächlich etwas Angst, nachts im Dschungel herumzulaufen. Ich glaube, hauptsächlich wegen dieser ganzen Insekten.
    Aber dann gab es auch Palmen oder Bäume mit krassen Dornen. Sprich: Sollte man stolpern (was mir tatsächlich an einer Wurzel passierte), am besten nicht irgendwo aus Reflex festhalten. Aber auch nicht in den Matsch fallen.
    Einfach nicht stolpern.
    Ach ja, wir hatten auch Gummistiefel an. Genau deshalb: Es war extrem matschig.
    Also, was haben wir alles sehen können?
    Zwei Riesenfrösche oder Kröten. Sobald die sich entdeckt fühlen, stellen sie sich tot und bewegen sich nicht mehr. Praktisch für uns, um sie in Ruhe zu bestaunen.
    Dann gab’s eine Ratte. Die sah aus, als hätte sie sich in so einem Stachelbaum selbst aufgespießt und käme deshalb nicht weiter. Außerdem Spinnen, Tausendfüßler, ein Opossum, einen Skorpion – oh, und eine Boa sowie eine Tarantel.
    Das einzige Tier, vor dem unser Guide tatsächlich Angst hatte, war der Skorpion.
    Ich glaube, alle anderen waren für ihn eher lustige Abendunterhaltung. 😅
    Ich war irgendwie froh, als wir zwei Stunden später wieder aufs Zimmer konnten – auch wegen der Moskitos, die mich mit ihrem Gesumme wirklich wahnsinnig machten. Aber gleichzeitig war ich auch ein bisschen traurig, dass es das schon gewesen sein sollte.
    Am nächsten Tag erwartete mich allerdings noch ein besonderes Highlight: Wir konnten – diesmal ging es früh und ohne Frühstück los – im Amazonas schwimmen gehen. Und zwar mit Delfinen.
    Naja.
    Eben da, wo auch die Delfine sind.
    Wirklich „mit uns schwimmen“ würde ich das nicht nennen. Zum Glück nicht!
    Huiuiui, das hat mich schon etwas Überwindung gekostet, in dieser braunen Suppe zu schwimmen. Und das, obwohl wir vorher vom Boot aus reichlich pinke und graue Delfine gesehen hatten.
    Aber angenehm war das Wasser bei der schwülen Hitze allemal.

    Leider vergingen diese zwei Tage im Regenwald viel zu schnell.
    Zum Abschluss besuchte uns noch Barbara.
    Das ist ein Curassow, ein großer Amazonasvogel. Die Lodge wurde nach ihr benannt, da sie wohl dort geboren wurde und seitdem immer irgendwo auf dem Gelände herumhängt.
    Das Problem diesmal war nur: Ich musste langsam auschecken – und dieses Tier versperrte mir den Weg.
    Ich erinnerte mich daran, dass ich ein ähnliches Problem mal in Indien mit Affen hatte. Damals hatte Wasser spritzen verdammt gut geholfen.
    Diesmal leider nicht.
    Könnte aber auch an meinen schlechten Wasserwurffähigkeiten gelegen haben. 😂
    Bald kam uns jemand vom Personal zur Hilfe und verscheuchte den Vogel kurzerhand.
    Ja gut. Hätten wir bestimmt auch so hinbekommen.
    Also ging es wieder zurück nach Iquitos.
    Dort blieb ich noch eine Nacht. Ein seltsamer Käfer-Sturm zog beim Abendessen auf – was wirklich recht eklig war. Gut, dass ich schon fertig gegessen hatte.
    Aber diese ekligen Wesen waren dann leider auch in meinem Zimmer zu finden.
    Da ich während meiner Reise panische Angst vor Bettwanzen oder Ähnlichem hatte, rief ich sofort jemanden vom Hostel. Der erklärte mir, dass diese Tierchen leider immer mal wieder in Scharen auftauchen würden – ich solle einfach die Fenster schließen.
    HA – gute Idee. Hätte ich gewusst/gesehen, dass sie überhaupt auf waren. 🥴
    Leider ist in diesen Tagen auch noch etwas passiert, was mich ziemlich ärgert.
    Ich muss an einer Stelle meine AirPods vergessen, verloren oder gar geklaut bekommen haben.
    Alles ist möglich.
    Es war oft stressig mit dem Gepäck, ich war häufig müde und könnte sie im Bus oder Flieger vergessen haben. Aber auch unsere Lodge war nicht abgeschlossen und am zweiten Tag war plötzlich mein Kissen weg, weil es vermutlich an anderer Stelle gebraucht wurde.
    Also könnte sie auch jemand mitgenommen haben.
    Ich sehe sogar über Apples „Wo ist?“, wo sich die Kopfhörer befinden.
    In Iquitos.
    Also hat sie offenbar irgendjemand gefunden. Aber ich wollte nun wirklich nicht vor einer fremden Tür anklopfen – und außerdem hatte ich dafür auch keine Zeit.
    Aber traurig macht es mich doch. 😒
    So, der nächste Flug geht nach Chimbote.
    Mit großen Zweifeln, denn mir wurde noch kurz vor dem Abflug von mehreren Peruanern gesagt:
    „Was willst du denn dort?“
    Schöne Strände könnte ich schließlich auch woanders finden.
    Ich überlegte tatsächlich kurz, alle Pläne zu ändern. Aber es gab keine guten Umsteigealternativen.
    Also: Augen zu und durch.
    Fliegen bis Lima und dann sieben Stunden mit dem Nachtbus nach Chimbote. 🚌
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